Grubenbezirk Kransberg

DIE GRUBENFELDER DES GANGBEZIRKES KRANSBERG

Datengrundlage:Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

Alte Gangkarte des Grubenbezirkes Kransberg

DIE GRUBE JEANETTE BEI KRANSBERG

Die Lage der Grube Jeanette

 

Die Grube Jeanette, früher auch Johanette oder Johanettenzeche genannt,liegt

1km südlichen von Kransberg,im Wald.

Das Pingen-und Haldengelände liegt im Distrikt der sog.Judenhecke.

Von Norden kommend fährt man durch Kransberg in Richtung Pfaffenwiesbach.

Direkt nach Kransberg überquert man eine Brücke,kurz dahinter führt ein

asphaltierter Weg rechts bergauf.

Der Weg gabelt sich kurz nach der Abzweigung,dort geht man links den Berg

hinauf.

Nach ca. 700 m sieht man links das Halden-und Pingengelände.

Z.z. ist das Haldengelände(seit 2011) an einen Verein verpachtet und somit das Sammeln untersagt.

 

Geologie und Geschichte

 

Wie bei vielen Gruben im Taunus war auch bei der Grube Jeanette der genaue

Beginn des Abbaues unbekannt.

Im Jahre 1819,als man sich wieder für die Grube interessierte,fand der

Beamte Menzler von der Bergmeisterei Dietz auf dem Grubengelände einen

Pingenzug von beachtlicher Größe vor.

Der Pingenzug war 200mx80m und in den Halden konnte Menzler große Blei-

glanzstücke sowie grünes und weißes Bleierz finden.

Über das genaue Alter des Pingenzugs ist nichts bekannt aber Anwohner meinten das er aus dem 30jährigen Krieg(1618-1648) stammt.

Die Besitzer wechselten häufig zwischen 1819 bis 1946.

Es wurden immer wieder Abbauversuche unternommen,häufig stiess man auf

Baue der Alten(Abbaubereiche vorheriger Bergleute)die natürlich schon aus-

gebeutet waren.

Auch fanden sich immer wieder verstürzte Stollen die aufgewältigt werden

mussten.

Um anweiteres Erz zu gelangen mussten immer neue Stollen und Schächte ge-

trieben werden.

Es wurde, mit verschiedenen Besitzern,von 1825-1835 und von 1837-1840 und 1851-1869 sowie 1887 Erze gefördert.

In dieser Zeit wurden vier Gänge erschlossen.

Der erste Gang streicht in Stunde 8,4 durch den hier vorkommenden weißen

Tonschiefer und fällt mit 52 Grad nach Süden ein.

Dieser Gang war 1819 auch durch einen 20m tiefen Schacht erschlossen.

Der Gang war mit Quarz,Letten und grobkörnigen Bleiglanz ausgefüllt.

Am Hangenden war der Bleiglanz bis 30cm mächtig.

Aus diesem Gang soll,laut alten Berichten,sehr silberhaltiges Erz abgebaut

worden sein.

In den anderen Gängen kam das Erz nur eingesprengt vor.

Zwischen 1887 und 1893 lag der Abbau wohl still,denn erst wieder um 1894 wurden neueAufschlußarbeiten vorgenommen.

Man zog zwei alte Schächte wieder auf,die aus einer Abbauperiode vor 1819

stammen müssen.

Bei diesen Aufwältigungsarbeiten wurden drei weitere Gänge erschlossen,die,

eingesprengt im Quarz,Bleiglanz führten.

Die Gänge strichen in hora 3,2 bei südöstlichem Einfallen.

Im Fundschacht waren die beiden hangenden Gänge bei 10m,bzw. 20m Teufe

angehauen.

Durch einen kurzen Liegendquerschlag wurde der dritte Gang angetroffen.

Dieser stand, ganz in derbem Bleiglanz,bis 55cm mächtig an.

Bei einer Teufe von 30m zerschlug sich der Gang in fünf Trümer.

Das liegenste Trum hat hierbei noch 40cm derben Bleiglanz geführt.

Die restlichen vier Trümerwaren durch Lettenlagen getrennt und sind 10-20cm

mächtig gewesen.

Außer in Quarz eingesprengten Bleiglanz führten diese Trümer Massen von

kristallisiertem Pyromorphit.

Wie fast überall im Taunus verhinderte das Wasser einen tieferen Abbau.

Der letzte Abbauversuch wurde 1943 von der Gewerkschaft Johannette in

Angriff genommen.

Die Gewerken Werner Reimers,Bad Homburg und Walter Henning planten den

Beginn von Aufschlussarbeiten.

Es sollten drei Gesenke(Schächte ohne Oberflächenöffnung) bis 25m nieder-

gebracht werden.

Das Gestein war derartig hart das mit Sprengstoff gearbeitet wurde.

Kurze Zeit nach dem Beginn der Aufwältigungsarbeiten wurde der Betrieb wieder

eingestellt.

Im Jahre 1946 wurden die Schachtöffnungen entgültig verfüllt.

AUF DER HALDE VORKOMMENDE MINERALIEN

Der Grube Jeanette

PYROMORPHIT xxGrube Jeanette/Kransberg

Fund von 1981

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1968

Vergrösserung von oben,rechte Seite,xx5mm

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1989,xx6mm

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1989,xx7mm

CUPRIT x(x 1mm) Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1993

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1980,xx5mm

Linarit xx,Grube Jeanette/Kransberg

Fund 1989,BB 15 mm

 

 

Ged.Kupfer Cu

konnte in geringen Mengen eingewachsen in limonitisiertem Quarz gefunden

werden.

Neben ged.Kupfer kam noch Cuprit in sehr kleinen Oktaedern vor,sowie

Malachit in strahligen Massen.

 

Cuprit Cu2O

müßte auf vielen Gruben im Taunus vorkommen,aber Kupfererze wurden früher nicht abgebaut da sie keinen Silbergehalt aufweisen.

Deshalb kommen alle bisher bekannten Kupferminerale auf den Halden sehr

spärlich vor.

Seltene Begleiter sind Caledonit und Langit in kleinen xx.

 

Cerussit PbCO3

konnte verschiedentlich,bei einigen Sammeltouren,gefunden werden.

Die milchigweißen bis klaren xx sind selten größer als 5 mm.

1989 konnte ein 15mm großer x in einem Quarzhohlraum gefunden werden,

Begleiter waren Schwarzbleierz-und Braunbleierz xx.

 

Anglesit PbSO4

ist sehr selten und kommt meist in Begleitung von Linarit xx vor.

Es sind einfache,langgestreckte,spitz zulaufende xx die selten größer als 1-2mm

werden,und da sie meist wasserklar sind,auch häufig übersehen werden.

 

Caledonit Pb5Cu2(CO3)(SO4)3(OH)6

wurde bisher nur in wenigen,sehr kleinen xx gefunden.

Caledonit und sein Begleiter Langit sind bisher immer direkt auf Cuprit gefunden

worden.

 

Langit Cu4(SO4)(OH)6 :2H2O

kommt in hellblauen,langgestreckten,und zum großen Teil schlecht ausgebildeten xx vor.

 

Corkit PbFe3(PO4)(SO4)(OH)6

ist auf den Halden der Grube Jeanette nur selten zu finden.

Die xx können in stark limonithaltigem Quarz gefunden werden.

Es wurden bisher nur kleine Gruppen von zehn bis zwanzig xx in kleinen,engen Spalten gefunden.

 

Linarit (PbCu)SO4(OH)2

zählt auch zu den Seltenheiten und kann in gut ausgebildeten xx in Quarzhohl-

räumen gefunden werden.

Die blauen xx sind tafelig,langgestreckt und häufig zu Rosetten verwachsen.

Begleiter sind Cerussit und Anglesit.

 

Pyromorphit Pb5(PO4)3Cl

ist das Hauptmineral,das sich auf den Halden der Grube Jeanette finden läßt

und schon Generationen von Sammlern immer wieder angelockt hat.

Viele der gefundenen Stufen bestehen massiv aus Pyromorphit auf denen die

xx sitzen.

Auch kann man xx auf hellem Tonschiefer oder limonitisiertem Quarz finden.

Die Hauptfarbe der xx ist grün,wobei alle Farbschattierungen von hellgrün bis

fast schwarzgrün vorkommen.

Auch gelbe,braune und weiße xx sind gefunden worden.

Anfang der 1960er Jahre,als die Grube und Halde wiederentdeckt wurden,konnte man noch Pyromorphitxx, auf dem anfangs beschriebenen Weg zur Grube,finden.

Die Kristalle von der Halde erreichen leicht eine Größe von 5mm und mehr,

1cm ist auch keine Seltenheit.

Noch größere xx kommen häufig in Aggregaten vor.

Vielfach konnten kugelige,aus vielen Individuen bestehende Kristalle geborgen werden.

Ende der 1980er konnten schöne große gelbgrüne xx geborgen werden,auch

fast weisse,cremefarbige die fluoreszieren können.

Viele Stufen bestehen nur aus Pyromorphit xx.

 

Mimetesit Pb5(AsO4)3Cl

konnte bisher in wenigen Exemplaren gefunden werden.

Die Kristalle sind Spitzpyramidal,schwach gelb und kaum größer als 3mm.

Der Mimetesit kommt in stark zersetztem Bleiglanz neben Cerussit-und

weissen Pyromorphit xx vor.

 

Vivianit Fe32+(PO4)2X8H2O

konnte in kleinen,2mm großen, grünen xx auf Limonitmatrix bisher einmal gefunden werden.

 

Malachit Cu2(CO3)(OH)2

kommt in strahligen xx meist mit Cuprit vor und ist nur sehr selten zu finden.

 

Azurit Cu3(CO3)2(OH)2

ist ebenfalls sehr selten und kommt in winzigen xx vor.

PYROMORPHIT XX

 

Grube Jeanette

 

Kransberg/Taunus

 

Fund 1986

PYROMORPHIT XX

 

Grube Jeanette

 

Kransberg/Taunus

 

Fund 1989

PYROMORPHIT XX

 

Grube Jeanette

 

Kransberg/Taunus

 

Fund 1977

PYROMORPHIT XX

 

Grube Jeanette

 

Kransberg/Taunus

 

Fund 1989

PYROMORPHIT XX

 

Grube Jeanette

 

Kransberg/Taunus

 

Fund 1993

PYROMORPHIT XX

 

Grube Jeanette

 

Kransberg/Taunus

 

Fund 1981

PYROMORPHIT XX

 

Grube Jeanette

 

Kransberg/Taunus

 

Fund 1989

 

XX bis 18 mm !

PYROMORPHIT XX

 

Grube Jeanette

 

Kransberg/Taunus

 

Fund 1989

PYROMORPHIT XX,

nadelige xx bilden kugelige Aggregate

 

Grube Jeanette

 

Kransberg/Taunus

 

Fund 1979,BB 7 cm

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/ Kransberg Fund von 1979

CERUSSIT x(x 2cm) mit Schwarzbleierz

Grube Jeanette/Kransberg Fund von 1989

CERUSSIT x wie oben

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/ Kransberg Fund von 1999

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1989

PYROMORPHIT xx,braun,5mm, Grube Jeanette/Kransberg,Fund 1985

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/Kransberg

Stufe 15 cm,xx4mm,Fund von 1976

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1989 (xx 12mm)

VIVIANIT xx (xx bis 2mm)Erstfund v.d.Grube Jeanette/ Kransberg Fund von 1990

Linarit xx(xx 2mm) Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1989

PYROMORPHIT xx Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1989,xx7mm

PYROMORPHIT XX Grube Jeanette/Kransberg

Fund von 1989

 

PYROMORPHIT XX

Grube Jeanette/Kransberg

Fund 1979

Cremfarbige PYROMORPHIT XX

Grube Jeanette /Kransberg

Fund 1989,fluoreszierend

Schachtpingen der Grube Jeanette

DIE GRUBE ST.HUBERTUS BEI FRIEDRICHSTHAL

Bei Waldarbeiten 1896 fand der Förster Johann Heinrich Sommerlad massive Blei-

glanzrollstücke im Waldboden.

Die bis 500 kg schweren Bleierzstücke lagen direkt unter der Oberfläche und sind

wohl der Rest eines höher gelegenen Ganges.

Sommerlad lies sich die Bergrechte für dieses Vorkommen am 23.10-1897

verleihen.

Erst 1901 fanden Aufschlußarbeiten statt bei denen dann der Gang ,10m südlich des

Fundpunktes der Rollstücke, angetroffen wurde.

Der Gang wurde auf 25m aufgeschürft und an dessen Ostende wurde ein tonn-

lägiger Schacht(schräger Schacht der dem Erzgang folgt)abgesenkt.

Bleierzschnüre bis 20cm durchzogen Letten und Grauwacke.

In größerer Teufe gingen die Bleierzschnüre auf 10-15cm zurück ein kleiner Querschlag von 3m erschloß ein Trum(kleiner Nebengang der vom Hauptgang ab-

zweigt)mit Bleierzschnüren von 6cm.

Ein zweiter tonnlägiger Schacht wurde 1902 in der Nähe niedergebracht.

Insgesamt wurde 165 t Bleierz abgebaut mit einem Gehalt von 78% Pb(Blei) und

22g Ag(Silber) pro Tonne.

An Mineralien wurde Weißbleierz in schönen Kristallbüscheln,sowie seltener Grün-

und Braunbleierz gefunden.

Da sich der dortige Jagdpächter Richard Passavant in der Hirschjagd gestört fühlte erwarb er am 30.10.1902 von Sommerlad die Bergrechte und legte den Bergbau

still.

Von dort sind nur wenige historische Mineralstufen erhalten.

Auch ist das Betreten des Grundstückes nicht erwünscht.

 

 

 

PYROMORPHIT Pb5(PO4)3Cl

Kommt in grünen und braunen xx vor,die grünen xx treten nur in kleinen xx und gering,dafür sind diese sehr schön kristallisiert. Braune xx kommen in größeren xx auf größeren Stufen vor.

Braune Pyromorphit xx kommen auch hier, wie auch bei anderen Gruben deren Erz-

gänge in Grauwacke liegen, häufiger vor.

 

CERUSSIT PbCO3 und Schwarzbleierz

ist in kleineren xx immer wieder in zersetztem Bleiglanz gefunden worden.

 

CORKIT PbFe3(PO4)(SO4)(OH)6

wurde direkt auf Bleiglanzstücken gefunden die mit einer dünnen Limonithaut über-

zogen sind.

 

MIMETESIT Pb5(AsO4)3Cl in kräftigen gelben xx auf Schwarzbleierz.

PYROMORPHIT xx Grube St. Hubertus/Friedrichsthal,xx5mm,

Pyromorphit xx auf grün angelaufenem Limonit ist immer wieder zu finden.

Grube St.Hubertus,Friedrichsthal ,BB 3 cm

Corkit xx als seltener Fund,

Grube St. Hubertus,Friedrichsthal,BB 1 cm

 

Die Grube Wundershecke war nicht lange in Abbau,erst 1859 wurde ein kleiner Schacht abgeteuft.

Der Abbau der Erzvorräte war von etwa 1860-1862,dann waren das Erzvorkommen erschöpft.

 

An Mineralien konnte man auf den Halden Pyromorphit in kleinen xx finden,selten wurden die xx größer als 3mm.

Cerussit xx erreichten maximal 5mm und war mit Schwarzbleierz vergesellschaftet.

Die Fundmöglichkeiten sind gering,die meisten Stufen konnten oberflächlich gefunden werden,zu graben hat sich nur selten gelohnt.

Cerussit x Grube Wundershecke,Fund 1984

Pyromorphit xx Grube Wundershecke,Fund 1980

Die Kaisergrube früher auch Alter Kaiser genannt

Zeichnung nach A.Storch

 

GESCHICHTLICHE KURZBESCHREIBUNG nach A. und L. Storch

 

An der Kaisergrube auch Alter Kaiser genannt fand wärend der römischen Besetzung

Pfahlgrabenbau statt.

Hierbei wurde wahrscheinlich das Ausgehenden des Erzganges entdeckt.

Die Kaisergrube wurde,laut alten Berichten 1837 wiederentdeckt und nach halbherzigem Abbau wohl wieder vergessen,denn 1853 wurde Berginspektor August Storch auf einer seiner Exkursionen auf die alten Pingen aufmerksam.

Er fand zahlreichen,dichtgedrängten Pingen ohne erhebliche Halden.

Ein Tiefbau schien August Storch zweifelhaft.

Er begann, einige Meter vom Pingenstreichen entfernt, im Hangenden einen Schacht abzuteufen,bis auf 15m Tiefe,der Mathildenschacht.

Ein Querschlag wurde angelegt in dem alsbald der Alte Mann(alter Bergbau) ange-

troffen wurde.

Also wurde doch bereits in früherer Zeit Tiefbau betrieben. Aber der Wasserandrang war stark,und mit Schlamm vermischt.

Anscheinend war der Alte Mann(alter Abbau)wieder verfüllt worden.

Dies machte man um zu verhindern das die Grube einstürzt und man brauchte nicht taubes Gestein an die Oberfläche zu fördern.

Der Schacht wurde auf 30m abgeteuft,hier traf man auf einen reinen ,derben Bleierzgang von 60cm Mächtigkeit.

Der Gang wurde 12m verfolgt,dann wechselte die Mächtigkeit der Erzführung.

Immer wieder wurden alte Gänge der Alten angefahren.

Man legte Querschläge an in Hangende und traf den Gang wieder mit einer Mächtigkeit von 30-60cm.

Man legte einen Wetterschacht an,den Wilhelminenschacht,49m tief.

Hier war die Erzführung besser.

Dann verband man beide Schächte durch einen Stollen um die Bewetterung zu ver-

bessern.

Dann wurde der Wilhelminenschacht weiter abgeteuft zur 3.Sohle.

Von der 2. Sohle wurde noch ein Gesenk(Schacht ohne oberflächliche Anbindung)

zur 3. Sohle abgeteuft.

Die 3. Sohle war stark erzführend in jeder Richtung,der Gang war bis 60cm mächtig,und wurde auf einer Gesamtlänge von 50m abgebaut.

Der erzführende Gang wurde dann nach Norden von einer sog. faulen Kluft(leerer

Hohlraum ohne Erz)abgelenkt,die Erzführung wurde geringer und nahm stark ab.

Dann beim Auffahren einer wenig vererzten Gangspalte zertrümmerte sich der

Erzgang immer mehr.

Querschläge ins Liegende und Hangende trafen immer wieder Erzschnüre an.

1858,die 4.Sohle wird vorgerichtet auf 94 m.

Gleichzeitig wird eine Dampfmaschine mit 14PS für die Wasserlösung aufgebaut.

Als Nebengestein kommt dunkler,glimmerreicher Tonschiefer vor.

Der Storchgang führt viel derben Bleiglanz und wenig Fahlerz,der Glücksgang da-

gegen fast nur Fahlerz.

In den Erzgängen kamen immer wieder Hohlräume mit xx vor.

Die Bleiglanzxx die man auf der Halde finden konnte waren bis 1-2cm groß.Braune Pyromorphitsonnen von 1cm Durchmesser waren in engen Spalten mit Quarzauskleidung zu finden,laut alten Berichten auch mit ged.Silber.Fahlerz xx fanden sich in kleinen Quarzdrusen.

Aus dem Mittelalter existiert fast keine Überlieferung über Bergbau.

In alten Schriften wurde jedoch berichtet das es große Bleiglanz xx gab,auch bestand die Vererzung zum großen Teil aus Fahlerz mit entsprechend mehr Silbergehalt als der Bleiglanz.

Bei diesen Tiefbauarbeiten stiess Storch immer auf die Verzimmerung der Alten die von römischen Bergleuten stammen konnten.

Ein Indiz für römischen Tiefbau ist ein bei 48m tonnlägiger (schräger)Schacht der mit einer für römischen Bergbau typischen Verzimmerung versehen ist.

Römische Verzimmerung deshalb,weil die Löcher der im Bolzenschrotzimmerung

(Schachtausbau mit Holz das im Geviert errichtet wird aber nicht aufeinanderliegt sondern immer wieder in Abschnitten wird das Holz senkrecht,mit sog. Bolzen verzimmert) stehenden Schächte nicht mit den Harthölzern überschnitten,sondern mit Zapfen in ent-sprechende Löcher der Harthölzer eingefügt waren.

 

Nach neuesten Erkenntnissen vermutet man die erste Schachtabteufung der Römer

um das Jahr 46 n. Chr. während des Baues des Limes bei dem wohl der Erzgang entdeckt wurde,denn der Limes liegt direkt neben der Grube.

 

Storch vermutet als Maximaltiefe der Alten(vergangener Bergbau)60m weil die Strecken(Stollen)in 72m Tiefe unverritztes (unberührtes)Feld antrafen.

Der Abbau lief bis 1863 wo dann extremer Wasserandrang die Bergleute zur Aufgabe des Bergwerks gezwungen wurden.

Von 1884 bis 1887 wurde nochmals Erz gefördert,doch zu stark war der Wasserandrang das selbst mit moderneren Pumpen das Wasser nicht bewältigt werden konnte.

Letzte Ausbau-und Förderarbeiten wurden 1900 bis 1901 durch Wasserprobleme und Kapitalmangel ein Ende gesetzt.

Die Kaisergrube wurde nun entgültig aufgegeben.

Fundmöglichkeiten sind z.Z. keine möglich, da sich das Grubengelände in Privatbesitz befindet,eingezäunt und bewohnt ist.

 

 

Grüne Pyromorphit xx mit gefasten Kristall- endflächen,vonder Grube St.Hubertus

Pyromorphit x Gr. St.Hubertus/Friedrichsthal

Typisch braune Pyromorphit xx mit Cerussit-

überwachsen,Grube St.Hubertus/Friedrichs-

thal/Taunus,BB 1cm

Kleine Pyromorphit xx auf Grauwacke,

Grube St-Hubertus/Friedrichsthal,BB 5cm

Braune Pyromorphit xx,xx bis 8 mm, auf Grauwacke,Grube St.Hubertus/Friedrichsthal

Corkit xx,selbe Stufe andere Stelle,BB1 cm

Pyromorphit xx bis 2mm,Grube Wunders-

hecke/Friedrichsthal,BB 5 cm

Pyromorphit xx Grube Wundershecke

Quelle:Historisches Wertpapierhaus

HWPH AG.

Mit freundlicher Genehmigung

Kuxschein der Kaisergrube

Rückseite des obigen Kuxscheins

Haldenfunde der Kaisergrube

Funde von 1977

Grubenfelder der Bleierzgruben Heinrich und Hermann

Datengrundlage:Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

CORKIT XX,PYROMORPHIT XX,GRUBE HEINRICH

Kupferkies-Bleivererzung aus dem Stollenbereich unten

Corkit xx als abgerundete Kristalle.

Grube Heinrich, BB 1 cm, Fund 2015,

Typisch Braune Pyromorphit xx mit weissem Kopf,Grube Heinrich ,BB 2 cm,Fund 2014

Wie man oben auf der Karte erkennen kann ist das winzige Grubenfeld der Grube Hermann komplett umschlossen vom Grubenfeld Heinrich.

Interessant ist hierbei die Streichrichtung denn die Erzgänge liegen in gleicher Richtung.Die Gruben haben also auf demselben Erzgang abgebaut.

Der Erzgang selbst könnte auch die Verlängerung zur Grube Jeanette auf der anderen Talseite sein.

Auf dem Blei-und Silbererzfeld der Grube Hermann fanden sich,wie bei der Grube St. Hubertus,oberflächlich größere Bleiglanzwände bis zu einem Gewicht von 2 Zentnern.

Tiefer liegende Rollstücke lagen in Richtung des Liegenden des Ganges.Der Bleiglanz war von einer Weißen Tonkruste überzogen die wahrscheinlich Cerussit enthielt.

Aufschlussarbeiten ergaben 3 Gänge die bis zu 70 cm breit waren.

Die Gangmasse war vorwiegend Quarz.Der hangenste Gang hatte Hohlräume mit Bleiglanz,Kupferkies,Azurit und Malachit.Der mittlere Gang führte die Bleiglanzrollstücke,der liegende Gang war taub.

(Jetzt was für Bergbauspezialisten:

Die Gänge liegen parallel,streichen von Osten in Stunde 7,4 heran,gehen dann in Stunde 6 über und fallen schließlich südlich ein.)

Der Pingenzug lag südlich in Sichtweite von Kransberg.Das Pingengelände wurde 1968/69 angefahren und teilweise mit Abfall aufgefüllt.Bei dieser Gelegenheit konnte auch derber Bleiglanz gefunden werden.Pyromorphit kam nur als krustiger Überzug auf Bleiglanz vor.

 

Der heute noch sichtbare Stolleneingang der Grube Heinrich(Bild rechts unten) liegt wesentlich tiefer ,im Wiesbachtal.

Der Gang der Grube Heinrich verläuft in der westlichen Fortsetzung der Grube Hermann.Eine Verleihung lief auf Blei-,Silber-und Kupfererze.Zeitweise führte die hier beschriebene Grube den Namen "Kuhhardstein".

Merkwürdigerweise liegt die Höhe Kuhhard im Bereich des Feldes Pankratius,welches auf der anderen Talseite liegt.Wahr-

scheinlich haben die Feldgrenzen gewechselt.

Der liegende Gang war auf 250m aufgefahren,führte aber kein Bleierz.

Der hangende Gang führte in einer Quarzmasse Bleiglanz,Malachit und braunen Mulm.

Durch ein Gesenk(Schacht ohne Oberflächenanschluss)wurde der liegende Gang in 7m wieder angetroffen,zwar nicht so zerklüftet,aber auch wieder ohne Erz.

Der hangende Gang dagegen war auf dieser Sohle 21/2 Fuß mächtig und es fand sich Bleiglanz und Quarz.Im liegenden fand sich Bleiglanz von 2-3cm Stärke.Der Betrieb kam wegen Wasserschwierigkeiten zum Erliegen.

In den Jahren 1827-32 wurden 350 Ztn. Scheideerz und 91 Ztn. Pocherz gefördert.Von 1838-41 nochmals 100Ztn.

Der letzte Abbau fand 1858 statt.

Auf der Halde konnte in den letzten Jahren kleine Funde von Pyromorphit-und Corkit xx gemacht werden.

Die Pyromorphit xx sind weiß oder braun,leider sehr häufig mit ,teilweise, dicker Limonitschicht überzogen.

Auf dieser Limonitschicht kommen, in sehr seltenen Fällen, kleine Hinsdalit xx vor.

 

DIE GRUBEN GERMANIA,AUGUSTE IV,GLÜCKSSTERN,ANNA,GOLDKAUTE UND EMMY

In der Gemarkung Langenhain-Ziegenberg gab es eine Bleierzverleihung GERMANIA.Im Jahre 1839 wurde im sog. Schneidwald,"blaue Bleierze" in Rollstücken bis 2,5 kg gefunden.Es handelt sich hier um einen Gang von 1,5 Fuß Mächtigkeit mit Streichen in hora 11,4.Später wurden in diesem Bereich immer wieder Bleierzfunde gemacht.

Schon Klipstein und Buss erwähnten bei Ziegenberg Bleiglanzabbau in den Jahren 1504,1564,1615 und 1695.Ob es sich dabei um die Gleichen handelt,ist nicht bekannt.

In annähernd der gleichen Streichrichtung liegt der Gang der GRUBE AUGUSTE IV bei Wernborn,früher auch Grube Jacob genannt..Dieser befindet sich im preußischen(daran sieht man wie alt die Beschreibung ist)Nachbarfeld und ist auf Blei und Kupfer verliehen.

Ein kleiner Schacht stieß auf Bleierze und auf der Schachthalde wurde Bleiglanz eingesprengt in Quarz gefunden.

Michels war der Ansicht,daß der hier beschriebene Gang im Zusammenhang mit den Gängen der Gruben St.Hubertus und Kaisergrube steht.

Die Karte der Revierbeschreibung von Weilburg zeigt hier aber ein Gangstreichen zwischen 1-2 Stunden.

Das zeigt keinerlei Zusammenhang der Gänge untereinander.

Die GRUBE GLÜCKSSTERN liegt ebenfalls bei Langenhain-Ziegenberg im Distrikt Unterfeld und wurde mit einem Versuchs- stollen erschlossen.Man fand einen "eisernen Hut"(ein Vorkommen was über einer Primärerzzone liegt und sekundäre Mineralien enthält)mit Eisen-und Manganerzen,die auch geringe Mengen von Bleierzen enthielt.Das war 1858.

Der Mutschein(gibt das Recht der freilegung und Untersuchung der Lagerstätte,zweiter Schritt ist die Verleihung)wurde mehrmals verlängert und 1879 kam es zur Verleihung(das Recht auf Abbau und Verkauf der Erze)von Eisen-Mangan-und Silbererzen unter dem Namen Glücksstern.Leider ist vom Vorkommen nichts weiter bekannt.

Weiterhin liegt die GRUBE ANNA in der Gemarkung Langenhain-Ziegenberg.Das Grubenfeld liegt nordwestlich der Grube Wundershecke,1,6km entfernt.

Das Grubenfeld wurde nahe der hessisch-preußischen Landesgrenze durch einen von der preußischen Seite her vorangetribenen Stollen erschlossen,der 1906 80m erreicht hat.

Bleiglanz trat in Schnüren von 1cm und mehr auf,der Aufschluss war aber eher unbedeutend.

Auf der Halde kann man mit viel Glück Bleiglanz xx bis 2mm finden.

Das ebenfalls preußische Blei-und Kupferbergwerk GRUBE GOLDKAUTE bei Kransberg liegt auch markscheident(Mark ist das alte deutsche Wort für Grenze)zu den hessischen Bergwerken.

Es verläuft neben den Feldern der Gruben Wundershecke und Anna.

Michels erwähnt hierüber noch einen Bleierzgang von 10cm in einem Steinbruch in der Nähe von Kransberg.Der Steinbruch ist heute nicht mehr zu erkennen,sonst wäre hier der Verlauf des Bleierzganges besser zu beobachten gewesen.

Die GRUBE EMMY liegt im Vogeltal bei Langenhain-Ziegenberg.Das einzige was von diesem Abbau noch zu erkennen ist,sind die Absetzbecken,die als Fischteiche genutzt werden.

Halden sind keine vorhanden,aber Gestein vor dem zugefallenen Stollenmundloch führt,selten,Pyromorphit in winzigen xx.

Die Grube wurde, im Zusammenhang mit dem Betrieb der alten Kaisergrube 1900,eröffnet.

Es traten mehrere kleine Bleiglanzmittel in quarziger Gangmasse auf.Der Gang wurde bis 1903 aufgeschlossen und war 30-90cm mächtig.Es wurde Quarz mit Bleiglanz gemischt gefunden,teilweise in weißem und lettig aufgelöstem Tonschiefer.

Der Stollen war zu diesem Zeitpunkt 100m lang.Der Bleierzgang war teilweise bis 15cm dick und wurde von Pyrit begleitet.

Zerfressener Quarz und Hutbildungen(sekundäre Mineralien)waren häufig und es kam reichlich Pyromorphit und Cerussit vor,leider gibt es keine Halde mehr.

Der Gang streicht in Richtung der Grube St.Hubertus.

Weiteres ist nicht bekannt,der Abbau wurde wohl 1903 eingestellt da es Probleme mit dem Grundeigentümer gab.

Das Feld der GRUBE PANKRATIUS liegt oberhalb,westlich von Kransberg, zwischen den Feldern der Grube Goldkaute und der Grube Jeanette.

Eine Halde oder ein Abbauort sind im Gelände schwer auszumachen.

Funde sind bisher keine bekannt.Die Verleihung war auf Blei-und Silbererz.

 

Weitere,weitgehend unbekannte ,kleine Bleierzabbaue befinden sich ca. 2 km südwestlich von Kransberg.

Es sind die Gruben Wormstein,Albert 4 und Heilborn,siehe Karte unten.

Alle Erzgänge dieser Gruben streichen in Richtung der Erzgänge von Jeanette,Pankratius und Heinrich!

Datengrundlage: Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

MINERALIEN AUS DEM TAUNUS

 

IN HESSEN UND RHEINLAND-PFALZ

Der Grubenbezirk von Kransberg umfasst die Gruben Jeanette,St.Hubertus,Wundershecke,Kaisergrube(früher Alter Kaiser),

 

Hermann,Heinrich,Germania,Auguste IV,Emmy,Anna,Pankratius,Auguste,Goldkaute,

MINERALIEN DER GRUBE ST.HUBERTUS BEI FRIEDRICHSTHAL

DIE GRUBE WUNDERSHECKE BEI FRIEDRICHSTHAL