Oberneisen

MINERALIEN AUS DEM TAUNUS

IN HESSEN UND RHEINLAND-PFALZ

GRUBE ROTHENBERG

OBERNEISEN

ORIGINALGANGKARTE DER GRUBE ROTHENBERG BEI OBERNEISEN

LAGE BESCHREIBUNG MINERALIEN

RHODOCROSITSTUFE 10x10 cm,xx 7 mm,Grube Rothenberg/Oberneisen

Eigenfund von Rhodocrosit 1979,xx4mm,

Grube Rothenberg/Oberneisen/Taunus

Eigenfund von Rhodocrosit 1981,xx4mm, ungewöhnliche Farbe,vielleicht Mischkristalle mit Siderit,Grube Rothenberg/Oberneisen/Taunus

Eigenfund von Rhodocrosit auf Dolomit 1981. ,xx4mm,Grube Rothenberg/Oberneisen/Taunus

Limonitisierte Rhodocrosit xx mit Aragonit x,4cm,Grube Rothenberg/Oberneisen

Rhodocrositstufe 10x8cm

Rhodocrosit xx mit kleinen Aragonit xx,BB 9cm

Alte Grubengebäude der Grube Rothenberg bei Oberneisen.

Hinter dem Gebäude auf der mittleren Abbildung stand ursprünglich ein

Schornstein der 1979 gesprengt wurde.

GESCHICHTE UND GEOLOGIE

 

Im Bereich der heutigen Grube Rothenberg wurden,ab 1840,planmäßig in vielen Einzelfeldern Schürfe auf Rot-und

Brauneisenstein angelegt.

Bald stellte sich heraus das die Abbbaudistrikte "Seitersfeld" und "Wintermühle" am fündigsten waren.

Das ergiebigste Fundgebiet befand sich aber "Inden roten Gräben".

Dieser Bereich der aus mehreren Einzelfeldern bestand wurde 1862 konsolidiert und zur Grube Rothenberg umbenannt.

Laut Aufzeichnungen waren auf den verschiedenen Feldernetwa 30 Schächte im Abbau die bis 50 m Teufe erreichten.

Die vielen Schächte waren nötig da die Abbauzone aus vielen Erznestern bestand.

Die Grube Rothenberg,die besonders aus den drei fündigsten Feldern Seitersfeld,Wirthmühle und Rote Gräben bestand wurde in den folgenden Jahrzehnten mit eine der bedeutendsten Gruben des Eisenerzbergbaues im Taunus und das lag besonders am hohen Eisengehalt des Vorkommens.

Die Roteisensteinlager bestanden aus feinschuppigem Eisenrahm(heute Hämatit genannt)mit bis zu 52% Fe,das Liegende aus faserigem, sehr dichtem,Roteisenstein hatte sogar bis 66% Fe.

Der Abbau von ,bekanntermaßen, manganhaltigem Brauneisenstein war noch ergiebiger.

Gefördert hat die Grube Rothenberg von 1917-1928 insgesamt 39750 t Roteisenstein,82250 t manganhaltigen Brauneisenstein und 9000 t Phosphorit.

Damit war die Grube mit mehr als der Hälfte der Jahresförderung im Unterlahnkreis,im Jahre 1927,beteiligt!!

Die Erze kommen auf Massenkalk(auch Riffkalk,das sind Meeresablagerungen tierischer und pflanzlicher Organismen mit Sklelettbildung z.B. Muscheln und Korallen) und Phorpyr vor.

Im östlichen Teil des Abbaubereiches kam Kalk vor der mit Keratophyr zu-

sammen ein stark manganhaltiges Brauneisensteinlager trug.

Das Brauneisensteinlager war so reich das es reines Manganerz führte,auch

Manganspat,auch Rhodocrosit genannt,kam reichlich vor,nierig (siehe rechts)

aber auch in Kristallen.

Auch konnte einiges an Phosphorit abgebaut werden,der stellenweise den

Brauneisenstein verdrängte.

Die Mächtigkeit des Brauneisensteinlagers erreichte 2-6 m.

Die Fa. Phönix AG kaufte die Grube 1875 und baute sie weiter aus in dem

weiter Schächte abgeteuft wurden.

Der tiefste,der Maschinenschacht 1,baute auf 4 Sohlen ab,bei einer maximalen

Teufe von 117 m.

1907 wurde die Grube stillgelegt,aus wirtschaflichen Gründen!?

Es mangelte aber nicht an Erzabbaumöglichkeiten.

1914 kaufte die Fa. Krupp die Grube Rothenberg,die direkt wieder in Abbau ging und vorwiegend den hochmangan-

haltigen Brauneisenstein abbaute.

Mangan wurde hauptsächlich zur Veredelung von Eisen gebraucht ,was zu dieser Zeit wohl wichtig war.

1928 wurde die Grube Rothenberg entgültig stillgelegt.

Erz war immer noch ausreichend vorhanden so das andere Faktoren wie wirtschaftliche Schwierigkeiten und Konkur-

renzkampf wahrscheinlich durch billiges Erz aus dem Ausland auch den Absatz erschwerten.

Beschäftigt waren bis zum Schluß im Schnitt 40-50 Bergleute.

 

 

Die Grube Rothenberg bei Oberneisen im Taunus liegt, ca. 10km südlich von Limburg,im Aartal.

Die Grube liegt genau zwischen zwei weiten Mineralfundstellen,östlich liegt der Meta- Ryolithsteinbruch Birkenkopf bei Mensfelden,westlich der Dolomitsteinbruch Schäfer bei Hahnstätten.

Das Haldengelände zieht sich östlich von Oberneisen den Hang rauf.

Die Halden sind zum Teil Privatbesitz und werden auch teilweise schon bebaut.

Der erste Abbau von Eisenerz fand wohl 1648 statt,da tauchte der Flurname "Auf der Eysengrub" erstmalig auf.

Eine weiter Erwähnung erfolgte erst wieder 1779.

1870 sind bereits mehrere Eisengruben in Betrieb,u.a. Grube Lichfeld,

Grube Schmerzensreich und Grube Rothenberg die bereits mit den anderen Gruben ,1862, als konsolidierte Grube Rothenberg lief.

(Konsolidierung bedeutet Zusammenlegung mehrerer Grubenfelder um den Abbau kostengünstiger zu machen).

Im Ort selbst sieht man noch vereinzelt alte Backsteingebäude die zum

ehemaligen Grubenbetrieb gehörten.

 

Abgebaut wurde eine Eisen-und Manganvererzung in devonischem Schiefer.

Bis 1907 ist das Erz zum Bahnhof mit einer Drahtseilbahn befördert worden.

1968 konnten auf einem Grundstück noch tiefliegende Fundamente einer Mittelstation,bei Bauarbeiten, gefunden werden.

 

An Mineralien konnte bisher in meist krustiger Form Calcit,Dolomit,Hämatit,

Limonit,Manganit,Pyrolusit und Phosphorit gefunden werden.

Nur Rhodocrosit war gut kristallisiert,in Ausnahmefällen kamen auch große Aragonit xx,bis 5cm, vor(siehe Bildleiste rechts).

Dann war der Rhodocrosit aber meist mit Limonit überzogen.

 

In den vergangenen Jahren konnten Sammler im Bereich des Halden-

geländes Rhodocrosit in kugeliger Form finden die allerdings stark dunkel-

rot oder fast schwarz waren,wahrscheinlich durch starken Mangangehalt.