Phosphoritfundstellen im Taunus

MINERALIEN AUS DEM TAUNUS

AUS HESSEN UND RHEINLAND-PFALZ

PHOSPHORITFUNDSTELLEN

IM TAUNUS

Der Phosphorit ,auch im Taunus als Lahn-phosphat bekannt,wurde von etwa 1864 bis 1892 abgebaut.

Weitere Phosphatanreicherungen sind im geringen Umfang auch aus der Dillmulde bekannt geworden.

Anfangs war Phosphorit kaum bekannt und wurde von F.Sandberger als Rarität beschrieben.

Der Grubenbesitzer Viktor Meyer ent-

deckte auf einer von ihm gekauften Eisenmanganerzlagerstätte bei Staffel,in der Nähe von Limburg a.d. Lahn,den bis-

her seltenen Phosphorit der später als Staffelit bekannt wurde.

Bei Analysen wurde ein hoher Phosphat-

gehalt festgestellt,die von Mohr und

R.Fresenius durchgeführt wurden.

Da der Phosphorit für die damalige Dünge-

mittelindustrie sehr von Bedeutung war,

wurde man auf weitere Lagerstätten auf-

merksam. Denn kaum war es bekannt so wurde das Mineral an vielen Stellen im Taunus gefunden so das es den Anschein hatte,

das daß Mineral schon Anderen aufge-

fallen sein musste!

PHOSPHORIT oo Grube Elektron Edelsberg

In kurzer Zeit wurden andere Lagerstätten entdeckt und erschlossen so das in etwa 50 Betrieben Phosphorit abgebaut wurde und die Jahresförderung im Jahresdurchschnitt 54 000t betrug die mit ,zeitweise,1200 Mitarbeitern erreicht wurde.

Da keine weiteren Lagerstätten erschlossen wurden endete der Bergbau auf Phosphorit nach 28 Jahren recht schnell.

Die gesamte Produktion dieser Abbauperiode lag bei etwa 0,8 Millionen Tonnen.

Der Phosphorit entstand da wo verkarstete(durch Lösung-und Kohlensäureverwitterung entstande unterirdische Ge-

ländeformen in Karbonatgesteinen)Massenkalke aus dem Mittel-und Oberdevon direkt mit phosphathaltigem Gestein Kontakt hatte.

Von Vorteil bei der Bildung von Phosphorit war weiterhin das vorhandensein von Schalstein und Keratophyr sowie Alaun-und Kieselschiefer aus dem das Phosphat herausgelöst werden konnte.

Dieses Phosphat wird als Primärbildung angesprochen und in dichten Knollen bis "Kopfgrösse" gefunden und abgebaut.

Noch größere Konkretionen waren selten,wurden aber auch gefunden,besonders in größerer Teufe da hier auch die Menge an Phosphoritknollen zunahm.

Der Phosphorit hier ,war so hart das er splitterte und muschelig zerbrach.

Der Phosphorit hat auch eine vorherrschende Apatit-Phase,den Francolith,der von mir als kleine xx von Staffel gefunden wurde.

Der Francolith ist der Karbonat-Fluor-Apatit,der wesentlich seltenere von Staffel ist der Dahllit oder auch Karbonat-Hydroxyl-Apatit.

Auch wurde eine natriumarme Apatitvarietät festgestellt von Larsen & Shannon,die als Namen Dehrnit,nach dem Fundort Dehrn,vorgeschlagen hatten.

Weiterhin wurde ein H2O haltiges Ca-Al-Phosphat festgestellt das anfänglich als Kalk-Wavellit bezeichnet wurde,sich aber als Crandallit herausstellte.

Der Crandallit bildete bis 1 cm große xx.

Auch hatte man durch verschiedene Analysen erkannt das Staffelit nichts weiter ist als verunreinigter Apatit!

 

Der sekundäre Phosphorit kam als Hohlformen angereichert im Massenkalk vor, der verkarstet war als Rinnen, Dolinen,Schluchten oder Schlotten(Höhle).

In diesen Hohlformen konnte sich Phosphorit in sehr großer Mächtigkeit,bis 10 m,ablagern.

Auffallend ist hier eine polymikte Brekzie mit Klasten(ist ein Sedimentgestein mit eckigen Gestein von unterschiedlicher Herkunft in einer verfestigten Matrix, in diesem Fall der Phosphorit! )die durch jung gebildeten Phosphorit und einem jüngeren,faserigen Apatit(Staffelit),verkittet wurden.

Es sind dies verschiedene Gesteine paläozoischer- und tertiärer Art wir Quarzgerölle,Schiefer,Quarzite und Kalkstein.

Dazu kommen noch hydrothermale Bildungen wie Jaspis,Quarz,Chalcedon,Dolomit und auch Eisen-und Manganerze Typ Lindener Mark sowie auch primärer Phosphorit.

Auch waren Calcit xx bei dichtem Phosphorit dabei.

Diese Brekzienbildung konnte sich mehrfach an einer Stelle wiederholen.

Durch die sehr starken Ausscheidungs-und Lösungsvorgänge wurde der "Staffelit" ausgeschieden als traubige, knollenartige Masse in mehreren millimeter starken Krusten auf Hohlräumen und Flächen des Massenkalkes.

Der Staffelit ist durch seine faserig-strahligen Aufbau in der Lage deshalb knollige Krusten zu bilden,auch Sinterbildungen mit Lösungskanälen sind möglich.

 

Phosphorit auf Brauneisenstein,Staffel

Phosphorit oo,Grube Elektron,Edelsberg

In den folgenden Gemarkungen des Taunus und der Lahn wurde Phosphorit abgebaut.

Ahlbach,Allendorf,Arfurt,Aumenau,Bernbach,Cubach,(hier 1881 beim Abbau von Phosphorit wurde die bekannte Kubacher Kristallhöhle entdeckt) ,Elz,Edelsberg,Elkershausen,Freien-

fels,Gräveneck,Hasselbach,Heckholz -hausen,Lahr,Merenberg,Nieder-Tiefenbach,Oberneisen

(Grube Rothenberg),Ober-Zeuzheim,Offheim,Philippstein,

Schadeck,Seelbach,Steeden,

Schupbach,Villmar,Weinbach,Weilburg.

 

Sehr bekannte Vorkommen lagen bei Ober-Tiefenbach am Beselicher Kopf,bei Erdbeerberg und Knabengrund.

Hier bis 18 cm, dicke Schnüre in Palagonit.

 

Verarbeitet wurde der Phosphorit vorwiegend in der Guntersau bei

Weilburg und im Fürfurter Hof

zwischen Aumenau und Gräveneck.

 

Ehemalige Phosphoritabbau wo man noch Belegstücke finden kann ist die Grube Markus,500 m SW von Merenberg,Grube Lahner Betrieb,700m SÖ Lahr,Grube Idersbach ,400mS Heckholzhausen,Grube Wolfers- berg,400mS Allendorf,Grube Erasmus,400m N Ober-Tiefenbach,Grube Ahlbacher Betrieb 450mSSÖ von Ahlbach und die Grube Dungerscher Betrieb,400m Ö von Dehrn(evtl. der Fundort der Stufe rechts).

Alle Entfernungsangaben sind von der Kirche des jeweiligen Ortes aus zusehen.

 

Leider sind die meisten Fundstellen

nicht mehr vorhanden da die Ort-

schaften weitergewachsen sind und die

Areal schon überbaut sind!

Historische Stufe Phosphorit von Dehrn/Lahn im Randgebiet des Taunus

Die Farben variiren zwischen weiß bis grünlich,besonders der Staffelit von der Typlokalität wird sehr häufig in grünlichen Krusten gefunden.

Die Farbe wird durch eingelagerten,grünen,Glaukonit hervorgerufen.

Es kommen,besonders von Staffel,auch Überzüge vor die aus kleinen Apatit xx bestehen.

Die Entstehung ist recht abenteuerlich,Phosphorit entstand meistens in vorwiegend flachen Meeren in denen kühles Meerwasser aufströmt.

Da Phosphat in kaltem Wasser mehr löslich ist,ist die Temperatur bei der mengenmäßigen Entstehung sehr wichtig.

Auch spielt die biologische Komponente eine wichtige Rolle.

Es gibt Vorkommen die als Stoffwechselprodukte von Schwefel-bakterien angesehen werden.

Schlägt man solche Phosphorite mit dem Hammer an,tritt ein fauliger

Geruch aus.

Auch gibt es Anreicherungen von Phytoplankton;biologische gesehen teilweise Pflanzen,teilweise Bakterien.Obwohl sehr klein ist das Phytoplankton zum sehr großen Teil an der Bildung unserer Atmosphäre beteiligt.

Weiterhin sind tierische Exkremente oder Knochen und Chitinpanzer an der Entstehung des Phosphorit beteiligt.

Auch wird Phosphat in metasomatische,kalkreiche Sedimente eingebaut.

Sekundäre Phosphatlagerstätten entstehen durch Ausfällung aus dem Meerwasser.Ein gutes Beispiel sind die verschiedenartigen Prozesse von Phosphat in den Gebieten wo Guano(Vogelexkrement)durch Regenwasser gelöst und nach Umwandlung als Phosphorit abgesetzt werden.