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MINERALIEN AUS DEM TAUNUS

IN HESSEN UND RHEINLAND-PFALZ

RANDGEBIETE

FUNDSTELLEN die am Rand aber außerhalb des Taunus liegen

Zu diesen Fundstellen gehört auch teilweise die Beschreibung des Wellmich-Werlauer Gangzuges,des Telliger Gangzuges und des Altlayer Gangzuges der bis in den Hunsrück reicht!

Die Geologie macht nicht halt vor Gebiets-oder Landesgrenzen

DIE GRUBE HOLZAPPEL IN DER ESTERAU

Die lange Geschichte mit eines der erfolgreichsten Bergwerke in Deutschland

Die Geologen der damaligen Zeit waren sich nicht ganz einig was den Gangverlauf betraf wie hier auf der Karte zu sehen ist

Die Grube Holzappel,eines der bedeutendsten Bergwerke am Rand des Taunus liegt nördlich der Lahn,in Rheinland-Pfalz,in der sog. Esterau.

Die Grube ist zwar nach der Ortschaft Holzappel benannt erstreckt sich aber über die Nachbargemeinden Dörnberg(Hütte)bis Laurenburg.

Die Grube förderte von 1751-1952,mit max. 831 Arbeitern,vorwiegend Zinkblende und silberhaltigen Bleiglanz mit einem Silbergehalt von 500-700g pro Tonne.

Es ist bekannt das Erze die aus variskischen Abbaugebieten stammen stets wesentlich silberhaltiger sind wie z.B. die postvariskischen Erzgänge aus dem Taunus.

Aus der Zinkblende wurden 360000 t Zink gewonnen.Der Abbau fand bis in eine Tiefe von 1068 m statt. Damit gehört sie zu den tiefsten Erzbergwerken in Deutschland, neben anderen Erzbergwerken aus dem Erzgebirge.

Als Mineralien kam vorwiegend Zinkblende xx bis 2 cm,auf Quarz und Grauwacke vor.

Bleiglanz xx wurde in Begleitung von Siderit xx und auch Pyrit gefunden.

Kupferkies xx waren selten,noch seltener war Fahlerz,auch ein Silberträger.

Ein größerer Fund von Fahlerz gelang bereits im 16. Jahrhundert. Hier wurde oberflächennah Fahlerz und Silbererze in Pingen und aus flachen Schächten gefördert.

Hier wurde vermutet das bereits weit vorher ein Abbau durch Römer stattgefunden hat,obwohl bisher kein eindeutiger Beweis vorliegt. In den tieferen Abbauzonen wurde nur noch sehr selten

Fahlerz angetroffen.

Am 1. September 1559 wurde eine Bergordnung von Nassau-Katzenelnbogen bekannt.

Daraus läßt sich schließen das durch Graf Wilhelm dem Reichen von Nassau-Dillenburg umfangreiche bergbauliche Aktivitäten erlaubt wurden.

 

Das Gebiet der unteren Lahn ist bekannt für erzführende Gangzonen. Neben dem Holzappler Gangzug gehören auch der Emser-,Mahlberger-,Hömberg-Dausenauer-, Windener-,Weinährer-, und Ehrenthalergangzug zu diesem Gebiet.

Die Mächtigkeit des Holzappler Gangzuges war

ein halber bis zu einem Meter und lief von Holz-

appel über Dörnberg-Hütte bis nach Obernhof an der Lahn,wo er die Fortführung über die Grube Leopoldine-Louise fand,die vom Gelbach-tal her abgebaut wurde. Es gab drei fast parallel verlaufende Gänge,den weissen Gebirgsgang,der Hauptgang und das liegende Trum. Alle wurden durch den sog. Diagonalgang,als vierten Gang, durchkreuzt. Das Nebengestein des Holzappler Gangzuges besteht hauptsächlich aus Grauwacke und Tonschiefer.

Als Hinweis über Bergbauaktivitäten dient die Kappe einer Wettertür im Heuwegstollen im Gelbachtal auf dem die Jahreszahl 1535 stand.

Aber erst 1587 wird der Abbau eines Erzganges bei Weinähr erwähnt.

1643 entstand die Grafschaft Holzappel direkt da wo die Grafen ein Abbaurecht hatten.

 

Einhundert Jahre später trat Fürst Viktor I. Amadeus Adolf von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym in einer Urkunde dieses Gewinnungsrecht an die Prinzessin Leopoldine-Louise von Nassau-Oranien ab,die im selben Jahr noch den Leopoldinenschacht abteufen ließ.

Für das Gebiet der zukünftigen Grube Holzappel gab Fürst Viktor IA:A:v.ABSH die Bergbauleitung an seinen Sohn Karl Ludwig ab,das war 1751,der daraufhin die Gewerkschaft Holzappel und somit den Bergbau begründete.

Es wurden 128 Kuxe(Bergbauaktien)ausgegeben ,wovon die Prinzessin und der Fürst jeweils 16 Kuxe

erhielten.

Der Bergbau begann mit dem Aufwältigen eines Stollens, des späteren Sophienstollens.

Über die nachfolgende Zeitspanne ist nichts bekannt und von 1757-1759 ruhte der Betrieb völlig.

1761 wurde dann der Carlsstollen eröffnet und 1766 ein mächtiges Erzmittel(sehr große Erzanreicherung) von 50 cm Breite angefahren.

Zwischenzeitlich wurden wohl die Obernhofer-und die Leopoldinenhütte errichtet in denen dann 1767 50 kg Silber erschmolzen wurden.

Zwei Jahre später,1769, wurden 92 kg Silber erschmolzen.

Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 33 Bergleute auf der Grube.

Nachdem so viel Silber erschmolzen wurde ist die eigene Holzappler Silberhütte gebaut worden.

Zur damaligen Zeit wurde das Erz noch mit Handhaspeln gefördert.

Handhaspeln waren 1773 auf dem Erbprinz-undCharlottenschacht und ab 1783 auf dem Ulriken-und Neue Hoffnungschacht in Betrieb.

Von 1772-1778 wurde aus den Stollen Wilhelm,Ludwig,Eleonore,Magdalena,Amalie,Joseph und Christian,

Erz gefördert,mit kleinen Handwagen.

Ab 1776 mit Hunten,eisenbeschlagene Holzkästen,150l Fassungsvermögen,zwei Räder die auf Holzbohlen fahren,vorne in der Mitte einen sog. Spurnagel hatten der zwischen den Bohlen lief und dem Gefährt die Richtung vorgab.

 

1774 wurde der Holzappler Ausbeutetaler geprägt, siehe rechts.

1780 wurde aus 55.900kg Bleierz 228kg Silber erschmolzen.

1785 bertug die Belegschaft 643 Arbeiter,die von Laurenburg aus dem Adelheidisstollen vortrieben der 1828 seine entgültige Länge von 1730 m erreichte, bei einer Tiefe von 180 m.

Bereits 1815,am 23. Juli,besuchte Johann Wolfgang von Goethe die Grube Holzappel.

Das zeigte die damalige wirtschaftliche Bedeutung der Grube Holzappel.

Zu damaliger Zeit war J.W.v. Goethe auf Geheis des Herzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach Betrauter des Ilmenauer Bergbaues um diesen wieder in Gang zu bringen.

Ob Goethe sich hier weiteres Wissen aneignen wollte ist nicht bekannt.

Um besser aus dem neu erschlossenen Gebiet fördern zu können wurde um 1822 der Emma-Ida-Schacht abgeteuft der bei 157 m den Adelheidisstollen antraf(in der Bergmannsprache "durchschlägig" war)

Weiterhin wurden die darüberliegenden Joseph-und Wilhelmstollen an den Emma-Ida-Schacht angeschlossen.

Der Emma-Ida-Schacht hatte zur Tagförderung einen Pferdegöpel(eine Förderanlage mit Muskelkraft,hier durch das Pferd.

Die Anlage wurde auch in anderen Bereichen eingesetzt,hauptsächlich in England.

Hier wurde durch Messungen und Beobachtungen von James Watt die jetzt übliche Leistungseinheit

PS (Pferdestärke) eingeführt.

Die eigentliche Bezeichnung in England war damals bhp(brake horsepower).

Um die Produktivität des Bergwerkes zu steigern wurde für die damalige Zeit moderne Technik ein gesetzt,so wurde der erste Maschinenschacht,benannt nach dem Grubeneigner Erzherzog Stephan,

der Stephanschacht um 1844 abgeteuft.

Des weiteren wurden eiserne Schienenbahnen im Adelheidis- und Wilhelmstollen verlegt.

1853 wurde am Stephanschacht eine Dampfförder maschine montiert.

Obwohl die Grube Gewinn abwarf wurde von den Erben von Karl Ludwig der Entschluß gefasst die Grube Holzappel sowie die Hütte zu veräußern.

Die Erben Erzherzog Stephans und sein Cousin

Nikolaus Friedrich Peter von Oldenburg verkauften 1853 die Bergwerks-und Hüttenanlagen an die Silber-und Bleibergwerksgesellschaft AG zu Holzappel. 1855 wurde von den Geldgebern die aus Paris und Köln stammten der Mittelschacht als zweiten Maschinenschacht abgeteuft.

1859 zog die Grubenverwaltung in das umgebaute Laurenburger Schloss.

1866 wurde in Laurenburg eine moderne Erzaufbereitungsanlage gebaut da bereits 1862 die neue Lahntalbahn hier vorbeiführte so das zur weiteren Verhüttung das Erz nach Bad Ems transportiert werden konnte.

Die eigene Hütte(Erzschmelze) wurde daraufhin 1890 entgültig stillgelegt.

Da der Adelheidstollen einen zweiten Zugang besaß welcher direkt auf eine Strasse mündete,die heutige B 417 wurde ab 1873 das Erz nicht nur über die Maschinenschächte zu Tage gefördert sondern auch über die Adelheitstollensohle und über den Adelheid-und Herminenstollen,mit Grubenpferden,aus der Grube gefördert.

Damit die Roherzmengen schneller und besser verarbeitet werden konnten wurde die Klaube-(Handverlesung)und Setzwäsche dazugebaut,das war 1892.

1904 wurde vom Stephanschacht das Roherz über eine Lorenseilbahn,1400 m,zur Wäsche transportiert.

In den weiteren Jahren ist die Aufbereitung immer weiter modernisiert worden um immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein.

So konnten 20 Tonnen erzhaltiges Haufwerk in einer Stunde verarbeitet werden.

Dies zeigt schon welche enorme Förderkapazität damals die Grube hatte.

1928 kam dann noch eine Flotationsanlage(physikalisch-chemisches Trennverfahren)dazu.

Durch den wachsenden Abbau in großer Tiefe muß dementsprechend auch eine immer größere Menge an Grubenwasser abgepumpt werden.

Es wurden im Mittel-und Stephanschacht Wassersäulenmaschinen zum Einsatz gebracht.

Das Grubenwasser wurde bis zur Höhe des Adelheidstollens gepumpt,der auch als Wasserlöserstollen genutztwurde,wo das Wasser in die Lahn abgeleitet wurde.

Um genug Leistung zu erreichen wurde 1909 im Stephanschacht der Pumpenantrieb auf Dampfkraft

umgestellt.

Auf der 16.Tiefbausohle wurde eine Verbundmaschine mit 440 Watt Leistung installiert.

Der Dampf wurde über Rohrleitungen von einem Übertage installierten Kesselhaus nach unten geführt.

Zur Wasserversorgung des Kesselhauses wurden Stauweiher angelegt wie der Eleonorenteich oder der heute noch vorhandene Herthasee,das war 1846.

Um so schnell wie möglich Bergleute in große Tiefen und herauf zu befördern wurde schon 1876 auf der Grube Holzappel eine einetagige Personenseilfahrt eingeführt.

Zuerst im Stephanschacht und ein Jahr später im Mittelschacht.

Ab 1896 wurde die Seilfahrt mit zweietagigen Förderkörben betrieben.

Denn um diese Zeit wurden mächtige Gangpartien bis zu 3m Breite abgebaut.

1908 erreichte die 18. Tiefbausohle 715 m.

Um das Erz in dieser Tiefe effektiv zu fördern wurden in den tiefsten Abbaubereichen mehrere Blindschächte, zur besseren Förderung angelegt.

Der Grubenbetrieb erstreckte sich zu damaliger Zeit über 2 km und teilte sich in ein Ost-und Westfeld auf.

Aus dem Ostfeld wurde über den Adelheitstollen sowie Louisen- und Christianschacht Erz gefördert.

1920/21 wäre die Grube Holzappel beinahe wegen Personal-und Materialknappheit stillgelegt worden,ausgelöst durch den ersten Weltkrieg.

Aber irgendwie ging es trotzdem weiter,denn 1924 wurde das Westfeld mit der Nachbargrube Leopoldine Louise, die direkt an das Westfeld stiess,verbunden.

Es schien als hätten die damaligen Besitzer "gewußt" das der Erzvorrat unter Tage zu Ende gehen würde ,da man die geologischen Verhältnisse lange genug studieren konnte.

Wahrscheinlich waren auch sehr große Geldmittel nötig um in großer Tiefe weitere Erzvorräte zu erschließen.

Denn ab 1922 hatte man die Grube Holzappel an die AG für Bergbau,Blei-und Zinkfabrikation zu Stolberg verpachtet.

Durch diese Fusion wurde die Grube Leopoldine-Louise zu einer Betriebsabteilung der Grube Holzappel "degradiert".

Die Pächter stellten den Grubenbetrieb auf elektrischen Strom um.

Die Weltwirtschaftskrise 1929,als Folge des ersten Weltkrieges,beendete den weiteren Bergbau und 1930 wurde die Grube Holzappel komplett stillgelegt und alle 550 Bergleute entlassen.

Die Grube wurde weiter Instand gehalten denn die Erzaufbereitung lief noch bis zum 2. April 1931.

Ein Teil der entlassenen Bergleute wurde von der Grube Merkur bei Bad Ems übernommen.

1933 erfolgte ,durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten,ein Neuanfang der Grube Holzappel,da Rohstoffe stark gefragt waren.

Die Grube wurde modernisiert so das die Erzförderung wieder aufgenommen werden konnte.

Ab 1935 wurde statt des Malakowturmes(ein festungsähnlicher Turm mit bis zu 3 m starkem Ziegelmauerwerk um die enormen Kräfte der Fördermaschinen besser abzufangen)ein stählernes Fördergerüst über dem Stephansschacht installiert.

Mit der neuen,elektrischen Fördermaschine die 480 KW Leistung hatte,konnte man vieretagige Förderkörbe mit einer Geschwindigkeit von 14 m pro Sekunde fahren.

Da der Stephanschacht nur bis zur 18. Sohle reichte,bei 720 m,wurde ein weiterer Blindschacht bis zur

25. Sohle,auf 1068 m,niedergebracht.

In der als Betriebsabteilung titulierten Grube Leopoldine-Louise wurde der Otto Wolff-Stollen wiederzugänglich gemacht und von dort wurde ein Blindschacht,auch Otto Wolff-Schacht genannt, bis zur 18. Tiefbausohle,insgesamt 475 m,abgeteuft.

Der Schacht verband über das Westfeld die Gruben Holzappel und Leopoldine-Louise miteinander.

Um die Temperatur in den Gruben von 32° auf 26° zu senken wurde eine Belüftung installiert.

Es wurden neue Kauen- und Werkstattgebäude gebaut(Kauen nennt man den Umkleide-und Duschraum der Bergleute).

In Laurenburg wurden alte Halden per Flotation aufgearbeitet,was bisher mit der veralteten Technik nicht möglich war.

Die neu geförderten Roherze wurden direkt nach Bad Ems zur Aufbereitung gebracht.

 

Von 1936-1945 wurden im Durchschnitt ,pro Jahr,50000 T Roherz gefördert.

Das hatte auch nachteile,da vorwiegend der Erzabbau aber nicht die Instandhaltung im Vordergrund stand.

Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Betrieb eingestellt,auch wegen Strommangel.

Im März 1945 war die Grube Holzappel bis zur 24. Sohle abgesoffen.

In der Zeit des Wiederaufbaues wurde im Juli 1947 die Förderung wieder aufgenommen,aber erreichte erst 1949 wieder die volle Abbauleistung,da die Grubenbaue erst wieder ausgebaut werden mußten.

Die Abbauleistung betrug 2,1t pro Mann und Schicht,das war im Vergleich zu anderen Bergwerken zu gering um die Grube weiter rentabel zu betreiben.

Die Rohstoffpreise sanken,so das nach umfangreichen Untersuchungen zwischen 1950-1952,in der festgestellt wurde das die Gangverhältnisse sich stark verschlechterten,die Grube Holzappel im Juli 1952 entgültig stillgelegt wurde.

Von 1950-1952 wurden noch Haldenreste aufgearbeitet um die Stilllegung herauszuzögern was am Ende aber nicht viel half.

Leider wurden die Übertageanlagen bis 1955 eingeebnet.

 

In den über 200 Jahren Betriebszeit hatte die Grube Holzappel 754.700 t Zinkblende,216.720 t Bleiglanz und 5,5 t Silberglanz gefördert.

Daraus wurden erschmolzen 180000 tBlei,360000 t Zink und 130 t Silber.

Die Reste der Übertageanlagen des Stephan-und Mittelschachtes liegen westl. der B 417,zwischen Holzappel und Laurenburg.

Nur noch Halden-und Mauerreste zeugen von der einstmals erfolgreichen Grube.

Unterhalb liegt der Ortsteil Dörnberg-Hütte.

In der Kellerwand des Laurenburger Schlosses,was auch das ehemalige Verwaltungsgebäude war,ist noch das Mundloch(Bergmannsprachl. für Stolleneingang) des Adelheidstollens zu erkennen.

 

MINERALIEN DES GESAMTEN ERZGANGES WAREN:

 

Bleiglanz xx bis 1cm,Zinkblende xx bis 2 cm,Fahlerz xx bis 5mm,Silberglanz xx bis 5mm,Kupferkies xx bis 1cm,Pyrit xx bis 1 cm,Pyrargyrit xx 2mm,ged.Silber in Locken bis max. 3cm,Schalenblende nur von L.L.,Fahlerz xx kamen ,komplett eingewachsen,in Bleiglanz vor.

Ged.Silber kam immer in Begleitung von Quarz,Fahlerz und Zinkblende vor.

Anglesit xx kommen in kleinen Drusen im Bleiglanz vor teils derb,teils in xx bis 1cm.

Die Anglesit xx sind selten gut ausgebildet und haben häufig einen rauchgrauen Überzug(siehe oben)

 

Cerussit xx bis 1cm sind sehr schön ausgebildet ,häufig als Durchkreuzungszwillinge und kommen teilweise auf zerfressenem Bleiglanz oder auch auf einem mit erdigem Brauneisenstein vermischten Quarz vor.

Pyromorphit xx bis 1cm die meistens auf Cerussit saßen der Bleiglanz xx überzog.

Die xx hatten hohen Glanz und waren häufig gelbgrün.

Auch kamen Pyromorphit xx auf Limonit vor.

Die Abbildung zeigt die Belegschaft der Grube Leopoldine-Louise im Jahre 1911 mit 85 Bergleute Mit freundlicher Genehmigung von Frau Thesing-Podewils(Homepage Obernhof/Lahn und die fünf folgenden Aufnahmen)

Wegen großer Hitze wurde mit freiem Oberkörper gearbeitet,Aufnahme vom 5.3.1952

Aufnahme vor eine Stollenwand mit vielen kleinen Quarzgängen.

Edwin Heimann mit Schwester Hedwig

und deren Tochter Erika.Aufnahme 1942 vor dem Otto-Wolff-Stollen

Bohrung zum Sprengen,in der Mitte des Stollens ein Quarzgang.

Aufnahme ca. 1950

Der Otto-Wolff-Stollen,die Verbidung zwischen der Grube Leopoldine-Louise und der Holzappler Grube.

Abstützung mit Metallrahmenkonstruktion.Die Loren wurden von Hand beladen,ein Knochenjob!

Die Loren wurden von Bergleuten aus dem Stollen geschoben

Große Sedimentschichten konnten sich in der

Teriärzeit,vor 65 Millionen Jahren,in der Wetterau

ansammeln da diese Schwächezone eingesunken

war und sich Sediment ansammeln konnte.

Unter dieser Sedimentschicht konnte vor 1-1,2 Mio.

Jahren ein Braunkohlevorkommen im sog. Horloff-

graben entstehen.

Diese Vorkommen teilte sich in mehrere Lagerzüge

auf(siehe Karte).

Die Gesamtlänge betrug ca. 15 km.

Die Kohlelager hatten eine Mächtigkeit von bis zu 9m und wurden bis in die 90er Jahre abgebaut.

 

Auffallend ist,daß sich,im Gegensatz zur rheinischen Braunkohle; weniger Holzanteile befanden dafür ist die Anreicherung von Pflanzenpollen sehr hoch.

 

An Mineralien kam immer wieder Vivianit in bis zu

1,5cm großen Kristallen vor die sich zu Kugeln

aggrigierten.

Zu den extremen Seltenheiten gehören die Pseudo-

morphosen von Braunkohle nach Vivianit xx!!

 

Die Fundstellen für Vivianit lagen bei Utphe,Berstadt,Wölfersheim und Heuchelheim.

VIVIANIT XX von Berstadt

PSEUDOMORPHOSEN von BRAUNKOHLE nach VIVIANIT XX

die braunen Stellen sind Pflanzenreste

Vivianit xx in braunem Sediment, aus den

Horloffgruben

Vivianit xx

aus Wölfersheim

rechts und unten

DIE SANDROSEN AUS DER WETTERAU

Die Rockenberger Sandrosen,weitere Fundstellen sind Gambach und Münzenberg(von hier auch reine Barytkristalle) sind in einem Zeitraum von ca. 24-25 Millionen Jahren entstand und man nimmt an das dieser Vorgang immer noch andauert.

Außergewöhnlich ist,das hier zur Bildung nicht wie üblich als Bindemittel,Gips oder Kalk vorkommt sondern Baryt(BaSO4),früher auch Schwerspat genannt.

Das macht dieses Vorkommen derart ungewöhnlich,denn es gibt weltweit kein anderes Vorkommen als das in der Wetterau welches einen derartigen Formenreichtum hervorbringt.

Deshalb ist es auch unverständlich das diese geo- wissenschaftlich interessante Fundstelle mit allem möglichen Müll zugekippt wird und irgendwann verschwunden ist.

Selbst einer unserer bekanntesten Naturforscher und Dichter,J.W.v. Goethe ,kannte diese Fundstelle schon und erwähnte sie in seinem bekannten Bericht

"Italienische Reise" (1778-1788).

Solange ist dieser einmalige Fundort schon mindestens bekannt.

Die Bildung dieser Schwerspatkonkretionen geht auf die Verbreitung von Sulfat zurück sowie die niedrige Löslichkeit von BaSO4.

Dies wurde durch Experimente verschiedener Wissenschaftler bewiesen.

Diese wässrigen Lösungen durchdringen den Sand und nehmen bei der Kristallisation die Sandkörner auf.

Die Bildungen erreichen Konkretionen bis 1m oder auch mehr.

Durch Cl-haltige Restlösungen von Basaltvulkanismus

wurden ältere,tiefliegende Barytvererzungen angelöst und das BaSO4 freigesetzt.

Durch Temperaturabnahme und Oxidierung des Sulfidschwefels und gleichzeitiger Vermischung mit konnaten Wässern(Wasser was bei Ablagerung zwischen den Sedimenten eingeschlossen wurde und bei druck-oder temperaturveränderungen nicht herausgepresst wurde.)

Diese konnaten Wässer haben eine sehr lange Kontaktzeit mit dem Gestein dadurch können stark mineralisierte,lagerstättenbildende Wässern entstehen was wohl in den Sandgruben im Dreieck Rockenberg,Gambach und Münzenberg der Fall war.

Daher waren auch Konkretionen von 1m und mehr möglich.

Auch gibt es ganze Bänke von Baryt die etliche Tonnen wiegen.

Je nach Sand- oder Sedimentfarbe sind die Sandrosen verschieden gefärbt.

 

BARYT xx von Münzenberg/Wetterau

FUNDSTELLEN DER WETTERAU,im östlichen Randgebiet des Taunus

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