Weyer

MINERALIEN AUS DEM TAUNUS

PYRIT xx mit Calcit xx Grube Alte Hoffnung/Weyer

Große Schachtpinge mit großer Halde

VIEL war über Erz-und Mineralienfunde vom Weyerer Werk nicht bekannt geworden.

Aber es gab schon Sammler,sog. Naturaliensammler die alles gesammelt haben was die Natur anbot.

 

Hier sind historische Auszüge einer Angebotsliste eines verstorbenen Sammlers aus Frankfurt am Main der sehr viele Belege von Funden aus "WEYHER" in seiner Sammlung hatte.

Auch von der "langen Heck" ist einiges dabei.

Die Liste ist von 1777 und es mußte die gesamte

Sammlung erworben werden.

Die GRUBE ALTE HOFFNUNG bei WEYER,im Volksmund Weyerer Werk genannt,hatte damals als einzige Grube eine Distriktsverleihung.

Am 25.09.1810 wurde diese Verleihung von der herzoglich-nassauischen Regierung von Wiesbaden erteilt.

Die Verleihung erstreckte sich auf alle Gänge in der Gemarkung Weyer.

Auch der östliche Distrikt Heidenberg der Gemeinde Münster war hier mit eingeschlossen.

Die Abbauberechtigung galt für alle Metalle wie Gold,Silber,Blei,Kupfer und Zinn sowie Kobalt und Quecksilber.

Ob Zinn-,Kobalt- und Quecksilbererze je gefunden

wurden ist nicht bekannt ,zumindest Kobalterze könn-

ten vorgekommen sein da Erythrin auf den Halden der

Gruben Alter Mann und Mehlbach bekannt sind.

Auch ist Gersdorffit,ein Nickelmineral was auch gerne mit Kobalt vorkommt,bekannt.

Die Grube lief nur bis 1846,dann wurde sie wegen ungünstiger Aufschlüsse eingestellt.

Der Betrieb wurde zwischenzeitlich von F.Odernheim von 1836-1839 geleitet.

In seiner Zeitschrift(Band 1 S.90)schrieb er folgendes über den Betrieb(Zitat):

Die Weyerer Gänge führten teils Bleiglanz,teils Fahlerz,

welche meistens in besonderen Erzmitteln getrennt

vorkommen,aber auch stellenweise gemengt auftreten.

Die mit den Erzen hauptsächlich vorkommende Gangart

ist Quarz,außerdem enthalten die Gänge auch Kalke und

besonders Braunspat(Ankerit) in einzelnen Lagen mit Streifen an den Salbändern(seitliche Grenzfläche plattenförmiger Gänge)oder auch in der Mitte.

Überall wo der Quarz fehlt und Braunspat allein vorhanden ist,fehlen die Erze.

 

Im Weyerer Grubenfeld setzten vier bisher bekannte Blei-und Silbererzgänge auf.

Ein aus Silberfahlerz bestehender Gang auch Selterser Weggang genannt.

Weiterhin ein Blei-und Silbererzgang der über den Einigkeitsschacht und dem Schmiedeschacht abgebaut wurde.

Ein weiterer Blei-und Silbererzgang der über den alten und neuen Kunstschacht,den Wingertschacht und den Waldschacht abgebaut wurde.

Im Bereich des Waldschachtes wurde Bleierde und Cerussit gefunden.

Der vierte Blei-und Silbererzgang ist über den Jacob-

schacht und den Gelbeschacht abgebaut worden.

Weiter Schächte waren der Gottessegenschacht und der Neuhoffnungsschacht.

Die Blei-und Silbererzgänge waren ein Fuss(ca. 29 cm) mächtig und bestanden aus Quarz und Silberfahlerz.

 

In der alten Literatur kann man lesen das vom Weyerer Werk schöne Silbererze und sehr schön Pyromorphit gefunden worden ist.

Heute kann man auf den reichlich vorhandenen Halden,die östlich des Ortes Weyer liegen,noch derbes Fahlerz finden,

Außerdem Pyrit-und Calcit xx.

Weiterhin kann man sekundäre Mineralien wie Azurit,Malachit,Cerussit und Pyromorphit in kleinen

Kristallen finden.

Weiterhin kann man noch Schulenbergit,Richelsdorfit,

Serpierit,Linarit,Posnjakit und Brochantit in kleinen Kugeln oder Kristallen auf Erzeinsprenlingen finden.

Fundmöglichkeiten für Silbererze jeglicher Art sind nicht gegeben.

IN HESSEN UND RHEINLAND-PFALZ

GRUBE ALTE HOFFNUNG/WEYER