Wellmich-Werlauer-Gangzug

MINERALIEN AUS DEM TAUNUS

IN HESSEN UND RHEINLAND-PFALZ

WELLMICH-WERLAUER-GANGZUG

IM TAUNUS UND HUNSRÜCK

DER WELLMICH-WERLAUER-GANGZUG umfasst die Fundstellen von der Grube Consolidierte Gute Hoffnung

 

beiderseits des Rheins,also im Taunus und Hunsrück;die Grube Neuerfund bei Ehrenthal.

 

Dann schweifen wir weit ab in das Randgebiet zu den im Hunsrück liegenden Bergwerke

die ausführlich in der neueren und vor allem alten Literatur beschriebenen Bergbauregionen der

 

Gruben Adolfschacht/Werlau,Grube Prinzenstein,Grube Camilla/Hungenroth,Grube Eid/Alterkülz,

Grube Adolf-Helene/Gewerkschaft Zell danach Barbarasegen,Schiefergrube Theis-Böger/Altlay,

 

Grube Kautenbach/Bernkastel-Kues,Grube Liebfrauenberg/Monzelfeld-Annenberg,Grube Kronprinz/Oberwesel

 

Grube Theodor/Tellig,Grube Gondenau/Starkenburg und viele andere.

 

Verladestation der Grube Gute Hoffnung bei St.Goar,Aufnahme 1 Jahr vor Abriss der historischen Gebäude

Das "Kamel", rote Zinkblende xx auf Quarz xx Grube Gute Hoffnung Auguststollen/Wellmich,Fund 1977,BB 10 cm.

Historische Stufe Zinkblende xx,Pyrit xx auf Quarzscherbe

Proustit xx auf Kupferkies xx,Halde bei Wellmich,Fund 1978,BB 1cm

Pyrargyrit xx auf Fahlerz xx,Grube Consolidierte Gute Hoffnung /Wellmich.Fund 1982.BB 2 cm

Pyrargyrit xx auf Bleiglanz x,Halde bei Wellmich,BB 1 cm

BESCHREIBUNG UND GESCHICHTE

Wann der Abbau des Wellmich-Werlauer Gangzug begann ist nicht genau bekannt.

Alles begann etwa 1745 als man,rechtsrheinisch,zwischen den Orten Ehrenthal und Prath eine Erzader entdeckte.

Es wurde daraufhin,in geringem Maße ein Abbau der Erze, der schließlich,um einen umfangreichen Abbau fortzuführen, 1769 letztendlich zur Gründung der Sachsenhäuser Hütte mit Poch-und Waschwerk führte.

Poch-und Waschwerk befanden sich in der Nähe von Wellmich.

Von dort aus wurden die vorverarbeiteten Erze zur Schmelze nach Braubach gebracht.

Bis 1804 wurde die Grube von einer Privatgesellschaft betrieben,dann aber ging die Grube in den Besitz des Herzogtums Nassau über.

Die Grube wurde weiter an die Rheinisch-Nassauische Bergwerks-und Hütten AG verkauft.

Wer in der Zeit von 1803 bis 1883 einen Abbau betrieben hat ist nicht bekannt.

Von 1883 bis 1902 ruhte der Betrieb und wurde erst wieder mit dem Auffahren des Auguststollens wieder in Abbau genommen,wobei auch der Augustblindschacht entstanden ist.

Starker Wasserzufluß behinderte den Abbau so das die Grube 1914 wieder geschlossen wurde.

Die Stolberger Zink AG übernahm die Rheinisch-Nassauische Bergwerks-und Hütten AG im Jahre 1926 und wurde somit auch Eigentümer der Sachsenhäuser Hütte die 1934 in die Grube Gute Hoffnung umbenannt wurde.

Fast zeitgleich,aber bereits schon 1753,wurde laut einer Urkunde,vom Landgraf Constantin von Hessen eine Schürferlaubnis erteilt.

Im Brandswald nahe Boxbergerhof.

Zu Ehren des Landesvaters wurde die Grube "Constantin Erzlust" genannt.

Aber die Einheimischen nannten sie auch Grube Prinzenstein,da sie unterhalb eines Aussichtspunktes lag von dem der Landgraf Constantin die Aussicht genoß.

Es wurde im Gründelbachtal eine Erzschmelze und ein Pochwerk gebaut,so das der Hüttenbetrieb 1758 aufgenommen werden konnte.

Zwischen 1758 bis 1815 ist nicht viel über die Grube bekannt.

Erst 1850 wird eine Aufbereitungsanlage am Eingang des Hauptstollens am Rhein gebaut.

Zwischen einigen Stilllegungen verschiedener Gesellschaften wie die Werlauer Gewerkschaft von 1815 bis 1907.

Dann die Bergbau AG Friedrichssegen von 1907 bis 1913 und dann wiederholt die Werlauer Gewerkschaft von 1916 bis 1934 die Eigentümer waren.

Zum Schluß übernahm,wie auf der rechtsrheinische Seite,die Stolberger Zink AG auch das Bergwerk auf der linksrheinischen Seite,was zur 1937 zur Umbenennung in die Grube Consolidierte Gute Hoffnung und gleichzeitig zum Betriebsbeginn führte.

Die Grube Consolidierte Gute Hoffnung konnte nun auf einer Länge von 20 km und einer Breite von 2 km,vom Taunus bis in den Hunsrück,Erze abbauen.

Das Grubenfeld umfasst die Felder Consolidierte Gute Hoffnung,Camilla bei Norath und die Grube Eid bei Alterkülz.

Man begann gleich damit von Werlau-Holzfeld einen Stollen unter dem Rhein durchzutreiben..

Auf der 180m Sohle des Christianschachtes begann man die 3850m lange Strecke zum Augustschacht vorzutreiben,davon 136m unter dem Rhein.

Das ganze dauerte immerhin 7 Jahre.

Nun konnten die bei Wellmich gewonnenen Erze zur Aufbereitungsanlage im Gründelbachtal transportiert werden um die

Derberze weiter zu verarbeiten.

Alle anderen Erze wurden zur Silberau bei Bad Ems gebracht.

Da in Rheinnähe das Grundwasser sehr stark in die Abbaue der Gruben auf beiden Seiten des Rheins drückte mußten insgesamt 600 m3 Wasser täglich gesümpft werden(abgepumpt) werden.

Das war auch 1945 der Grund, das abpumpen,der tiefer als der Verbindungsstollen liegende Bereich der Grube auf der linken Rheinseite,einzustellen,wegen kriegsbedingtem Strommangel.

Eine Sprengung des Verbindungsstollens,am 18.März 1945,sollte verhindern das die Amerikaner den Stollen benutzen konnten.Der Stollen war nur leicht beschädigt und konnte nach Kriegsende wieder geöffnet werden.

Anfang der 1950er Jahre stand die Grube nochmals in vollem Abbau,bis 1958,da wurde die Grube stillgelegt.

1959 wurde,rechtsrheinisch,nochmals für kurze Zeit abgebaut.

Aber 1961 ist der Betrieb entgültig geschlossen.

 

An Gangmasse hatte die Grube Consolidierte Gute Hoffnung 1.680.000 t gefördert.

Dabei wurden an reinem Erz 52.000t Blei,88.000t Zink,2.430t Kupfer und 50kg Silber gewonnen.

 

UNTERTAGEAUFNAHME AUS DER GRUBE PRINZENSTEIN

Alle Untertageaufnahmen mit freundlicher Genehmigung Dossenheimer Feldbahn- und Grubenbahnmuseum Matthias Schilling

Häufig zweigten Abbaustrecken vom schienengeführten Hauptstollen ab

Zerfallene Wettertür

Der Gang teil sich,rechts geht es in eine Halle in der eine Bewetterungsmaschine stand

Kreiselwipper zum entladen der Hunte im Christianschacht

Im Alten Mann,Abbaubereich der schon lange nicht mehr benutzt wurde,hier mit Erzrutsche und durch den Bergdruck eingedrückte Mauerung.

Vom Mittelschacht durch die Hauptstrecke zum Gustavschacht

Die Fördermaschine vom Christianschacht

Schaltschrank und Seilscheiben der Fördermaschine vom Christianschacht

Zwei Untertagebilder vom Mittelstollen

Zwei Grubenhunte ehemals mit Karbid beladen

Heute ist das Karbid schon lange in Calciumhydroxid(gelöschter Kalk) umgewandelt!

Bewetterungsturm des Äquivalentstollens

KUPFERKIES XX auf Quarz xx,Auguststollen/Wellmich,BB 12cm,Fund 1976

BLEIGLANZ XX,KUPFERKIES XX,Auguststollen/Wellmich,BB 3cm,Fund 1971

BLEIGLANZ X,Auguststollen,Wellmich,Fund 1990,BB 6cm

ZINKBLENDE XX,Auguststollen,Wellmich,Fund 1986,BB 6cm

APATIT XX,KUPFERKIES XX,Auguststollen/Wellmich,BB 3cm,Fund 1973

PYRIT XX auf Quarz xx,Auguststollen,Wellmich,Fund 1990,BB 8cm

BLEIGLANZ XX,Auguststollen,Wellmich,Fund 1987,BB 8cm

Grube Neuerfund bei EHRENTHAL Grube Consolidierte Gute Hoffnung WERLAU/Boxbergerhof

Der Ortsteil Ehrenthal liegt unterhalb des Bergbaubereiches der Grube Consolidierte Gute Hoffnung.

Der Bergbau baute hier auf insgesamt Sechs Stollen ab u.a. der Alte-Stollen(200m),Mittel-Stollen(650m),Ober-Stollen

(1050m),Tiefer-Stollen(900m),Ehrenthaler-Stollen(600m),

Grund-Stollen(500m).

Man nahm an das hier der Bergbau der Grube Gute Hoffnung begann da man oberhalb des Ortes Ehrenthal, in Richtung des Ortes Prath, eine Erzader fand.

Richtig ist wohl eher das der Erzgang dem Holzappler Gang zuzurechnen ist.

Abb. unten, Linarit xx von der Halde der Grube Neuerfund bei Ehrenthal.

 

 

Untertageaufnahmen aus der Grube Neuerfund,Bilder anklicken zum Verg.,

Mit freundlicher Genehmigung Feld-und Grubenbahnmuseum Dossenheim,

Matthias Schilling

DIE GRUBE CAMILLA BEI NAUROTH

IM HUNSRÜCK

Wann der erste Abbau war ist nicht bekannt,aber um 1840 wurde der Stollen von der Gewerkschaft Pieret & Cie aufgewältigt.

Man stellte fest das der Stollen bereits 240 m lang war,es also schon ein größerer Abbau stattgefunden haben muß.

Der vorhandene Schacht wurde auf 40 m abgeteuft und eine Tiefbausohle angesetzt.

Aber im Stollen und dem alten Schacht lies sich kein Erz finden da alles abgebaut war,so wurde der Betrieb vorerst geschlossen.

1847 gab es Streit zwischen zwei neuen Interessenten die Erz abbauen wollten,das war die Werlauer Gewerkschaft und eine Firma Obert & Cie.

Wer die Abbaurechte bekam ist nicht bekannt,auch nicht ob überhaupt ein Abbau stattgefunden hat.

Über die nachfolgende Zeit gibt es keine Unterlagen.

Bekannt ist das die Stolberger Zink AG die Grube Camilla 1951wieder in Betrieb nahm und der Stollen und Schacht auf gewältigt wurden.

Man nahm an das hier die Fortsetzung des Wellmich-Werlauer-Gangzuges verlief.

Es wurde ein Transformatorhaus errichtet um die Stromversorgung zu garantieren.

Der Schacht war zu diesem Zeitpunkt 210 m tief,was wohl bedeutet das in den vorangegagenen Jahrzehnten doch immer wieder Abbau stattgefunden hat.

Im Schacht wurden bei 50m,100m,150m und 200 m Stollen angesetzt und in diesen insgesamt 3500 m Stollenstrecke vorgetrieben.

1951 sind 28 Bergleute mit dem Vortrieb beschäftigt.

Erst 1954 wird zum ersten Mal Erz gefördert ,940 t.

1955 und 1956 waren 24 Bergleute beschäftigt die zusammen 12000 t Erz gefördert haben.

Der Metallgehalt ist nicht sehr hoch,nur 3,1% Bleierz,4,5% Zinkerz,0,05% Kupfererz und 26,3g Silber pro Tonne.

Das reicht bei weitem nicht aus um die Grube weiter rentabel zu betreiben und so wird die Grube Camilla am

31.01.1958 für immer geschlossen!

Die Grube Camilla nähe Nauroth müßte eigentlich die selben Fundmöglichkeiten für alle bekannten Mineralien liefern,allerdings konnte ich bisher nur Pyrit-und Kupferkies xx auf der kleinen Halde finden.

Bekannt ist die Grube Camilla für den seltenen Millerit.

Unten ein Einzelfund von mir,Fund 1980,BB 1cm

"Schachtgerüst" der Grube Camilla

Halde der Grube Camilla,sehr wenig Fundmöglichkeiten

Pingenzug der Grube Camilla,ca. 50m lang,10 Pingen

MINERALIEN

DES WELLMICH-WERLAUER GANGZUGES

BLEIGLANZ xx sind häufig auf der Halde des Auguststollen zu finden gewesen.Die xx waren meistens nicht größer als 4mm.

Aber es gab auch xx bis 15 mm in kaum größeren Hohlräumen.

Auffallend ist das bei den kleineren Bleiglanz xx eine vielfältige Paragenese vorkam.

Neben Kupferkies-,Pyrit- und Zinkblende xx konnte man als

seltene Begleiter Fahlerz- und Pyrargyrit xx finden.

Teilweise sitzen Pyrargyrit xx auf Bleiglanz-und Fahlerz xx.

Extrem selten sind Proustit xx auf Kupferkies xx.

Die Silbermineralien sind max. 1-2mm groß.

 

ZINKBLENDE xx sind fast immer orangerot sowohl von Wellmich,Werlau und Alterkülz.Von Werlau kommen auch dunkelgelbe xx vor.Die xx sind selten größer als 5mm.

Aber auch hier gibt es Ausnahmen,von der Halde des Auguststollens gibt es xx bis 2cm.

 

KUPFERKIES xx ist das am häufigsten vorkommende Mineral der Halden des Wellmich-Werlauer Gangzuges.

Während der Abbauphase sind vom Auguststollen und der "Grube Prinzenstein" große Quarzstufen besetzt mit vielen Kupferkies xx gefunden worden.

Kristalle bis 1cm sind nicht selten.

 

PYRIT xx kommen meist in Anhäufungen von kleinen xx,bis 2mm, als Kombination Würfel-Oktaeder.

 

APATIT xx sind am häufigsten von der Halde des Auguststollens bekannt.Hier kommen rosafarbene xx vor,sehr selten sind weiße oder braune xx.

Auch von Werlau sind Apatit xx bekannt,aber nicht so häufig.

Apatit xx von der Schiefergrube Theis-Böger /Altlay sind nicht so häufig wurden aber auch gefunden

Einen Apatit x fand ich auf der Halde der Grube Eid/Alterkülz.

 

PYRARGYRIT xx und PROUSTIT xx fanden sich sehr selten bei und auf Bleiglanz-und Fahlerz xx.

Die Kristalle erreichen 1-2 mm.

Aus alten Berichten geht hervor das auf der Grube Gute

Hoffnung ged. Silber gefunden wurde.

 

MILLERIT xx kam sehr selten von der Grube Gute Hoffnung bei Wellmich vor.

 

Weitere Begleitmineralien sind Albit xx bis 1cm,Baryt xx,nur von Altlay,bis 2cm.Calcit xx von überall ,bis 2cm.Siderit xx und Dolomit xx bis 3cm,teilweise rosa xx.Chlorit als häufiger Begleiter von Apatit-und Albit xx.

 

Roter Zinkblende x auf Kupferkies x, Auguststollen,Wellmich,Fund 1981,BB 2cm

Grubenhunt am ehemaligen Adolfschacht heute Gustavschacht,am Boxberger Hof

Belüftungsrohre des ehem. Adolfschachtes heute Werlauer Schacht

Riesige Stützmauer der Halde am Adolfschacht mit Denkmal für die Bergleute

Die riesige Halde vom Gustavschacht

Die Halden südwestlich des Boxbergerhofes sind in vier Halden aufgeteilt.

Die größte Halde liegt etwa 400m südwestlich vom Boxbergerhof und ragt mit ca.15m Höhe ins Tal.

Gegenüber, auf der anderen Talseite existiert, ein Stollen mit kleiner Halde wo man mit viel Glück Kupferkies xx finden kann.Allerdings war das eine kleine Dachschiefer-

grube die Quarzgänge mit Kupferkies xx führte.

Die nächst kleinere Halde ,300 m vom ehemaligen Adolfschacht,bietet Fundmöglichkeiten für Pyrit xx, Kupferkies xx,Siderit xx, Bleiglanz xx und Zinkblende xx, ähnlich wie die größte Halde.Auch die langgezogene Halde am Adolfschacht bietet ähnliche Fundmöglichkeiten.

Südlich des Sportplatzes existiert noch ein kleiner Haldenbereich mit sekundären Mineralien,meistens sind kleine Azurit xx zu finden.

Allerdings ist diese Halde noch nicht genau untersucht worden!!

DIE GRUBE EID BEI ALTERKÜLZ

IM HUNSRÜCK

Die Grube Eid bei Alterkülz ist eine der kleineren Gruben auf dem Wellmich-Werlauer Gangzug und bildet das bergmännische Ende des Wellmicher Gangzuges auf Hunsrücker Seite.

Fortgesetzt wird der Gangzug als Telliger Gangzug und als dritter der Altlayer Gangzug.

Die beiden Erzgänge Marien-und Louisengang wurden bis zur 35m Sohle abgebaut.

Gefördert wurde durch den Eidstollen und den Haupt- schacht.

Der Louisengang war 0,5 bis 1m mächtig.

Es wurde Zink-und Bleierz sowie wenig Kupfer-und Schwefelkies abgebaut.

Die Erze fanden sich in einer Gangart aus Milchquarz und Spateisenstein.Es gab kaum durchgängige Erzgänge,das Erz wurde derb in Butzen oder streifenförmig vorgefunden und abgebaut.

Auf dem Mariengang,der auf mehreren Sohlen abgebaut wurde,gab es fast nur derbe Erzpartien aus Zinkblendeerz.

1907,bei Schließung der Grube,betrug die Gesamtlänge 57m.

Auf der Halde konnte ich zwischen 1985 und 1990 wenig Erz finden.In einem der ausgehenden Quarzgänge konnte ich rauchige Bergkristalle,siehe unten, finden und ein Belegstück mit einem rosa Apatit x.

Linarit xx auf Serpierit xx mit winzigen Ramsbeckit xx,Grube Eid

Rauchquarz xx,5 cm,aus einem Quarzgang bei der Grube Eid

LINARIT XX,Grube Eid ,Alterkülz,Fund 1988,BB 2cm

DIE SEKUNDÄRE MINERALIEN DER GRUBE EID

kommen in stark vererzten Brocken mit Bleiglanz,Kupferkies und Pyrit vor wobei das Nebengestein sehr mürbe erscheint.

ANGLESIT xx sitzen immer auf stark vererzten Bleiglanzstücken.Die xx sind wasserklar und bis 2mm groß.

Selten sind andere Begleitmineralien dabei.

BROCHANTIT xx kommen immer als Kristallrasen in

hochglänzenden xx von 1mm vor,häufig mit kleinen Cerussit xx.

CERUSSIT xx sind nicht häufig aber sternförmig kristallisiert und bis 3mm groß.

CUPRIT konnte ich nur derb im Nebengestein finden.

LANGIT xx konnte ich in sehr kleinen xx,vereinzelt, mit Schulenbergit finden.

LINARIT xx kommen am häufigsten vor ,wohl auch weil meistens Bleiglanz vorkommt.

Die xx können bis 3mm erreichen und sind richtig kräftig tintenblau.

RAMSBECKIT xx konnte ich bisher nur einmal in sehr kleinen ,smaragdgrünen,typisch rautenförmigen xx finden.

SERPIERIT xx sind auch sehr häufig zu finden in den typisch,nadeligen Bällchen.

SCHULENBERGIT konnte ich nur selten finden,die xx haben den typischen Perlmuttschimmer und sind schuppenförmig ausgebildet.

Die xx sind unter einem Millimeter und dementsprechend nur leicht bläulich.

SPERTINIIT oo kommt als absolute Seltenheit auf den primären Erzen vor.

Linarit xx in ,für die Grube Eid,typisch tintenblauen xx

Spertiniit oo von der Grube Eid

Linarit x ,3 mm groß,Grube Eid/Alterkülz

Wasserklare Anglesit xx auf Bleiglanz,Grube Eid/Alterkülz

Linarit xx als xx Rosette,Grube Eid/Alterkülz

100m lange Halde der Stützmauer vom Ende aus gesehen

Acht dieser langen Halden bilden die Halde des Gustavschachtes

Stolleneingang 50m neben dem eingestürzten Grubenbereich am Gustav-Schacht der Grube Gute Hoffnung

HISTORISCHER Auszug von 1777,aus einer Verkaufsliste,eines verstorbenen Naturaliensammlers aus Frankfurt am Main.

Wie man hier sieht war die Grube damals eher als Constantins Erzlust bekannt und nicht als die von den Einheimischen genannte Grube Prinzenstein.

KUPFERKIES XX auf Quarzrasen,Auguststollen/

Wellmich, BB 8 cm,Fund 1978

LAGEPLAN DER HALDEN,STOLLEN UND SCHÄCHTE RUND UM DEN BOXBERGER HOF

Datengrundlage Karte von Rheinland-Pfalz des Landesamtes für Vermessung und Geobasisinformationen

BEZEICHNUNG DER NUMMERN:

 

Nr.1 Grube Prinzenstein Nr.2 Frankscheider-Schacht Nr.3 Preitler-Stollen Nr.4 Werlauer Schacht

 

Nr.5 Ehrenreicher Schacht Nr.6 Florenz-Schacht Nr.7 Mittel-Schacht Nr.8 Schacht

Reste des Ehrenreicher-Schachtes im Gelände(Nr.5)

 

Schachthalde des Mittel-Schachtes(Nr.7)

Riesige unberührte Halde vom Florenz-Schacht(Nr.6)

Massive.schwere Erzbrocken von der Halde des Florenz-Schachtes.

Links feinverteilt eine Mischung aus Pyrit und Zinkblende.

Rechts wenig Pyrit mit sehr viel Zinkblende.

BB 9 cm

Der Preitler-Stollen(Nr.2) und rechts die Stollenhalde,10 m hoch,hier war hauptsächlich Schieferabbau,es wurde aber auch Erz gefördert,von hier sind schöne Kupferkies xx bekannt.

Links im Bild Stolleneinbruch 30 m vom Stollen-

mundloch.

Rechtes Bild der mit dem Preitlerstollen in Verbindung stehende Frankscheider-Schacht(Nr.3)

Die Außenseite der Schachtmauerung neben dem eingestürzten Grubenbereich vom Gustav-Schacht, vom Mai 2010,oberhalb der großen Halde.

Schachtummauerung und aufgerutschter Schrägschacht Dezember 2016

Historische Zinkblendestufe mit Siderit xx ,Grube Gute Hoffnung,Wellmich,BB 22 cm

QUARZKRISTALLE vom Gründelbachstollen/St.Goar,BB 12 cm,Fund 1977

Der Gründelbachstollen ist die Gangfortsetzung der Grube Camilla.

Es liegen zwei Gangtrümer vor.

Das hangende Mittel hat eine Vererzung von 8cm,das liegende Mittel hat eine Mächtigkeit von 40 cm mit einer

Erzanreicherung von 10cm.

Es fand kein Abbau statt,es wurde aber immerhin bis zur 78m Sohle das Vorkommen untersucht.

An Vererzung fand man Bleiglanz,Zinkblende,Kupferkies und Pyrit,sowie schöne Quarz xx.

 

Unweit der verschiedenen Erzgangzonen oder auch mittendrin sind verschiedene Abbaue,

Tagebau oder Tiefbau ,auf Dachschiefer.

Auf vielen dieser Schiefergruben treten immer wieder Quarzgänge auf die mehr oder weniger "Vererzt" sind.

So auch eine der bekanntesten Schiefergruben bei Dellhofen/Oberwesel.

Die Grube Kronprinz liegt südlich des Wellmich-

Werlauer-Gangzuges und baut auf zwei Lagern Schiefer ab,mit einem Zwischenmittel von 7 m Mächtigkeit.

Ein zweiter Hauptlagerzug beginnt im Kauten-

bachtal zwischen Beuren und Trarbach.

Hier treten immer wieder Quarzschnüre auf die,

wie hier, links auf dem Bild zu sehen ist,in Spalten Kupferkies xx auf Dolomit xx tragen können.Stilllegung 1957.

DER BLEI-,ZINK- UND KUPFERERZBERGBAU BEI ALTLAY IM HUNSRÜCK

Bei Altlay im Hunsrück wurden schon vor längerer Zeit Erze in geringem Umfang abgebaut.

Die Gänge sind wohl die Fortsetzung des Wellmich-Werlauer-Gangzuges und konnte von Peterswald-Löffelschied,Altlay,Traben-Trarbach,Kautenbach bis Veldenz von Nordost nach Südwest verfolgt werden,da der Quarzgang immer wieder zu Tage trat.

Es sind dies eigentlich drei Gangbereiche ,der erste ist der Wellmicher Gangzug,der zweite der Telliger Gangzug und der dritte Gangzug ist der Altlayer Gangzug.

Der erste reicht von St.Goarshausen bis Alterkülz.Der zweite liegt versetzt nach nordwesten,6 km NNO von Kastellaun, beginnt an der Grube Petrus und endet südwestlich der Grube Theodor in der Höhe von Zell/Mosel.

Der dritte Gangzug beginnt auf der Höhe von der Grube Theodor - Zell und endet in Minheim/Mosel,hier liegt ein Eisensteinbergwerk was bis in die 1930er Jahre betrieben wurde.

Viele dieser Quarzgänge kommen in Schiefergruben vor und bei entsprechen Erzmengen werden auch diese abgebaut.

In diesem Bereich sind verschiedene kleinere und größere Bergwerke gewesen ,u.a. die bekannte Grube Kautenbach bei Bernkastel-Kues wo die besten deutschen Blaubleierz xx vorkamen oder zwei kleine Kupfererzgrube am Fuße des Schloßberges unterhalb der Burg Veldenz,die Karlsgrube und Frischer Mut bei Veldenz(hier kann man heute noch Malachit oo finden,siehe rechts) sowie der Blei-Silber-Kupfererzabbau der Fundgrube Liebfrauenberg bei Monzelfeld-Annenberg.

Allein im Bereich von Traben-Trarbach liefen ca. 60 Gruben auf Schiefer-,Eisen- und Kupferabbau.

 

Bei Altlay wurde besonders im Bereich "Briedeler Heck" und bei Hohenstein am Hexenkopf Erz abgebaut.

Die Grube Adolf-Helene liegt 1 km nordöstlich von Altlay,am Treffpunkt des Altlayer Baches,des Bergbaches und des Belger Baches.

Die erste Belehnung ,1409, erfolgte auf der Grube Adolf-Helene durch den Grafen Simon II von Sponheim und Vianden.

In der Zeitspanne danach ist wenig,bis nichts über Abbauaktivitäten bekannt.

Erst um 1849 bis 1871, wurden um Altlay,von der Gewerkschaft Zell weitere Grubenfelder verliehen,so die Grubenfelder Adolf-Helene,Helene I-IV,Adolph,Zell,Hohenstein I-III und Hunsrück.

Jedoch sind von den insgesamt verliehenen 32 km2 nur 7 km2 durch Gruben erschlossen worden.

Die Anlage der Grube Adolf-Helene baute 1856 im Untertagbetrieb Erze ab.

1864 wurde die Grube an die Wiesbadener Bergwerksgesellschaft verkauft.

Über einen Abbau dieser Gewerkschaft ist nicht bekannt und von 1880-1885 war die Grube stillgelegt.

1886 wurde eine geringe Förderung beschrieben,bis 1893,da gab es wieder eine Stilllegung.

1903 gab es wieder einen erneuten Abbauversuch der aber schnell wieder zum Erliegen kam.

All das lässt darauf schließen das es einen häufigeren Besitzwechsel gab.

Zwischen 1903 und 1934 hat wohl die Gewerkschaft Zell die Gruben und die Grubenfelder wieder übernommen,dann,

1934,kaufte ein Jakob Fuchs aus St.Wendel die Gruben und die Grubenfelder.

Der verkaufte es 1938 an Wilhelm Everken aus Hannover.

Am 21.04.1938 wurden die Gruben und Felder an die neu gegründete Gewerkschaft Barbarasegen,deren Repräsentant Wilhelm Everken war,verkauft.

Ob es zum Abbau kam ist nicht bekannt,wenn dann nur in geringem Umfang,denn alle Kuxe wurden nach und nach,bis 1944,von Albert Lenz aus Pünderich an der Mosel erworben.

(INTERESSANT ist das Herr Lenz das Leben und die Arbeit der Bergleute auf Super 8 Filmen festgehalten hat.

(Die Filme, von 1954, in vier Teilen können auf Youtube unter "Altlay Hunsrück Bergwerk Zell Mosel Teil 1-4" aufgerufen werden!!)

1945 wurde der Betrieb wegen Kriegseinwirkung zeitweise stillgelegt.

1946,auf Anordnung der französischen Militärbehörde wurde der Betrieb wieder aufgenommen.

Bis 1957 fand ein regelmäßiger Abbau statt,aus dieser Zeit stammen wohl auch die Halden auf denen geringe Mineralienfunde möglich waren.

Ab 1958 wurde die Grube Adolf-Helene von der Gewerkschaft Mercur,Bad Ems,gepachtet,bis 1960 die Grube entgültig stillgelegt wurde, nach einer wechselvollen Betriebszeit von 550 Jahren.

Nachfolgende Betriebe bauten nur den begehrten Dachschiefer bis heute ab hier wurden in den vorkommenden Quarzgängen und Schnüren im wieder Taschen und Hohlräume gefunden in denen natürlich dieselben Vererzungen vorkamen wie in den Abbauzonen der Erzbergwerke!!!

 

Es wurden in etwa 384000t Roherz gefördert.

Darin enthalten waren etwa 4200t Blei,60600 Zink,1824kg Silber und 188t Kupfer.

Die Zahlen sind allerdings nicht genau nachvollziehbar da häufig keine Aufzeichnungen gemacht wurden, da auch,

besonders die Förderungen der letzten Jahre, sehr erzarm waren.

 

Die Hauptabbauzonen wurden durch den Löffelschieder Gang,den Emilien-und Emma-Gang,den Franz-Gang,den Else-Gang und den Hans-Marien-Gang erschlossen.

Besonders Erzführend waren Franz-und Hans-Marien-Gang.

Das Erz war hier kaskadenartig in sog."Sattelkissen"(?) in Gangweitungen angereichert.

Die Füllung dieser Gangweitungen erfolgte wohl nicht zeitgleich,sondern phasenweise.

In der frühen Phase wurden Quarz xx(siehe Abb 1),Pyrit xx,Fahlerz xx und Siderit xx abgeschieden.

Danach erfolgte in der späteren Phase die Abscheidung von weiterem Quarz sowie Bleiglanz xx,Zinkblende xx (siehe Abb 2) ,Kupferkies,Dolomit und als Seltenheit Apatit xx sowie Baryt xx.

Die Gruben bei Altlay gehörten im Hunsrück zu den reichen Erzzonen obwohl diese eigentlich nicht als reich angesehen werden können.

Deshalb kann man auch den Ausspruch des ehemaligen Landesgeologen H.Grebe(1831-1903)verstehen der sagte:"DER HUNSRÜCK IST REICH AN ARMEN ERZEN"!!

Die Hauptabbauperiode war da allerdings schon vorbei.

KUPFERKIES XX und DOLOMIT XX auf Quarz xx Schiefergrube Theis-Böger/Altlay/Hunsrück,BB 8 cm,Fund 2009

BARYT XX bis 2 cm,Schiefergrube Theis-Böger,Altlay

Hunsrück,BB 8 cm,Fund 2008

FAHLERZ XX auf Dolomit xx,Schiefergrube Theis-Böger,

Altlay,Hunsrück,BB 3 cm

Rosa APATIT XX auf Dolomit xx und Quarz xx ein eher

seltener Fund von der Schiefergrube Theis-Böger/Altlay

Hunsrück ,BB 3 cm

Schöne Pyritxxkonkretionen Schiefergrube Theis-Böger/Altlay

PYRIT XX auf reich vererztem Gangquarz,Schiefergrube

Theis-Böger,Altlay,Hunsrück, BB 14 cm

QUARZ XX durch Chlorideinschlüsse stark wachstumsbehin-

dert,mit Kupferkies xx und Dolomit xx/Schiefergrube

Theis-Böger,Altlay,Hunsrück, BB 8 cm

Abb. der Grubengebäude,Halde,Verladestation,Grubenhunt der Grube Adolf-Helene.Aufnahmen von 2009, mit freundlicher Genehmigung von Hr .Dirk Becker

DER BERGBAU BEI BERNKASTEL AN DER MOSEL IM HUNSRÜCK

 

DIE GEOLOGIE

 

Das Bergbaurevier Bernkastel steigt südöstlich der Mosel an bis auf 600 m zur Halster Höhe und dem "stumpfen Turm" bei Wederath.

Die südwestliche Grenze ist Burgen,die nordöstliche ist Lötzbeuren ,die gesamte Fläche Beträgt etwa 15 Quadratkilometer.

In diesem Teil des Rheinischen Schiefergebirges kommt Rotliegendes und Devon-Schiefer vor.

Bevor dies aber entstand,versank die ursprüngliche Formation der Erdkruste vor 400 Millionen Jahren,die größer war als das Rheinische Schiefergebirge.

Hierbei entstand die sog. rheinische Geosynklinale,so werden nachgiebige Erdräume zwischen Kontinentalschollen genannt;die von Meeren bedeckt waren.

In dieser Zeit haben sich in tiefen Mulden dicke Sedimentschichten abgesetzt.

Es entstanden Quarz,Quarzit,Erze,Dachschiefer und neue Gesteine und Mineralien durch Druck und Temperatur.

Durch Diagenese d.h. durch chemische Vorgänge wurden feinste Zermahlung und Verwitterungsprodukte,sowie durch Metamorphose und Gebirgsdruck die harten schwarzen und bunten oder hellen Tonschiefer des Devons,gebildet.

Nach diesen Vorgängen erfolgte eine neue Gebirgsbildung die viele Millionen Jahre später,erfolgt durch Druck in verschiedene Richtungen, das entgültig das spätere Mittelgebirge wird.

In dieser Zeit geschieht etwas entscheidentes,denn erhärtete,abgelagerte horizontale Massen erheben sich in riesigem Ausmaß zu einem aufgefaltetem Gebirge.

Da diese Massen noch nicht entgültig ausgehärtet sind,sondern noch ein feuchtes,plastisches Gestein ist,entsteht eine transversale Schieferung,die Schieferung die man heute noch an diesem Gestein erkennen kann.

Die gesamte Dicke dieses Gebirges wird heute mit 3 bis 4 Kilometer vermutet und wird als variskisches Rumpfgebirge bezeichnet.

 

Bernkastel liegt ziemlich genau in der Mitte des Hunsrück,auf der nördlichen Seite.

Der Hunsrück ist die südwestliche,geologische Fortsetzung des Taunus und endet etwa bei Mettlach im Saarland.

Hunsrück und Taunus gehören mit zum Rheinischen Schiefergebirge und liegen am südöstlichen Rand.

Wann der Bergbau in diesem Gebiet begann ist nicht bekannt,aber man vermutet das bereits die Römer und die Kelten und eine Gruppe der Kelten,die Treverer das sind die Vorfahren der Trierer,bereits Erze abbauten.

Es wurde Bleiglanz,Zinkblende,Kupferkies,Pyrit,ged.Silber,Fahlerz,Gold,Eisenstein und Schiefer abgebaut.

Der Schieferabbau fand viel früher statt,die Erzgänge wurden zu früher Zeit weniger beachtet,erst als man das Münzmetall Silber aus den Blei-und Fahlerzen ausschmelzen konnte begann man ,unterstützt von den jeweiligen Fürsten,besonders aus Trier,den Bergbau verstärkt auf den Erzabbau zu konzentrieren.

Gold wurde nur eingesprengt im Quarz gefunden und war sehr selten.

Die erste Belehnung,die schriftlich festgehalten wurde,fand 1456 an einen Johannes Garlandt statt durch den Erzbischof Johann von Baden.

Die Verleihung des Bergrechts aller Silbergüter im Erzstift Trier und bei Bad Ems an den Erzbischof Hillin geschah bereits 1158 durch Kaiser Friedrich I (Barbarossa)!

So kam es natürlich recht häufig vor das alte Schiefergruben aufgewältigt wurden um nun das Erz zu gewinnen.

Nachfolgende Beschreibungen verschiedener Bergwerke zeigen ausführlich wie der Bergbau in Gang kam und betrieben wurde rund um Bernkastel,besonders die Familie von Pidoll betrieb etliche Gruben.

Es sind rund um Bernkastel etliche kleine und größere Gruben betrieben worden,die meisten bauten auf dem Altlayer Gangzug Erz ab.

Die bekanntesten Gruben sind Windschnur,St.Barbaraberg,St.Helenaberg,Im Almosenrecht,Wilhelmstollen,In der Kautenbach,Ofen,Kupferlöcher, St. Michaelisberg,Heiligkreuzberg,Katzenpfad,KarlTheodor,Franziskusberg, Anneberg,St.Margareten,Dorothea,Wederath,Emeroth,Campstein,Kirchwald, Marienberg,Adolf,Stöck´s Bergwerk,Stöck´s Graben,Ulisegen,Kueser Bruck oder am Kueser Berg 3 Stollen,Großer Moselstollen,Anton´s Stollen, St.Georgsberg,Birgelsgraben,AmBlonderberg,Auf dem Hofberg, Hommelsberg,Goldbach,St.Stephansberg und St.Nicolausberg,Mettersbach.

Bei allen Gruben sind Halden vorhanden die evtl. Fundmöglichkeiten bieten wie z.B. die Grube Ofen,siehe Cerussit xx rechts im Bild.

 

Die Liste ist aus einer alten Schrift entnommen daher können die Schreibweisen heute anders sein,auch sind einige der Gruben heute nicht mehr auffindbar,da manchmal nur der Ort aber nicht die Lage der Grube angegeben ist!

 

Erbbelehnungen gingen 1495 an Bernkasteler und Monzelfelder Bürger wie Hans Stormfriede,Roedeln Gleßgir,Gerlach Groppe und an einen Jakob Castener aus Kreuznach.

Erblich verliehen bedeutet das der Bergbau schon von Vater oder Großvater begonnen wurde.

Die Belehnungen könnten fast zeitgleich mit der Belehnung von Garlandt zusammenfallen wenn man bedenkt das bei den damaligen technischen Möglichkeiten die Erschliessung und Eröffnung einer Untertagegrube mindestens 20-30 Jahre gedauert hatte da man mit Schlägel und Eisen(Hammer und Meissel)den Fels bearbeitet hat.

Da das Eisen damals kaum gehärtet war wie heute Meissel ,verbraucht ein Hauer pro Arbeitstag im Schnitt 8-10 Eisen die von einem Schmied hergestellt werden mußten!!

 

Mit zu den ältesten Bergwerken zählen die Grube St.Georgsberg bei Bernkastel,die Grube St.Stephansberg bei Monzelfeld und die Grube Nicolausberg "in der Wellerßbach unter den Hohleyen".

Der Bergbau wurde von den Kurfürsten und Erzbischöfen vorangetrieben in dem den Gewerken kaum Hindernisse in den Weg gelegt wurden,den sie brauchten das gewonnene Silber als Münzmetall,denn je mehr Münzen man schlagen konnte um so reicher war man.

 

1502 wurde Bernkastel ein eigenes Münzrecht(die Erlaubnis Münzen zu schlagen;früher wurden keine Münzen geprägt das war technisch nicht möglich;sondern es wurde eine Silberscheibe in einen oberen und unteren Stempel einge- klemmt und auf den oberen Stempel mit einem Hammer geschlagen;DESHALB sind geschlagene Münzen meistens nicht genau mittig "geprägt" sondern eher schief.)mit eigener Währung verliehen das zeugt schon das Bernkastel für das Erzstift Trier sehr wichtig war.

Die Silbermünzen wurden Albus oder Petermenger oder auch Petermännchen genannt.

So wurden für den Kurfürst Jakob I (von Eltz),1503, und Richard(von Greiffenklau(siehe rechts),Erzbischof und Kurfürst von Trier von 1511 bis 1531) Münzen geschlagen.

(HIER STIMMEN DIE AUFZEICHNUNGEN NICHT DEN JAKOB I VON ELTZ WURDE ERST 1510 geboren,wahrscheinlich ist Jakob II von Baden gemeint,Erstgeborener Sohn des Markgrafen Christoph I,Mutter war Ottilie von Katzenelnbogen.Das Geschlecht der Grafen von Katzenelnbogen war bis zum 15.Jahrhundert,wo die männliche Linie und Erbfolge endete, bekannt dafür das diese einen riesigen Silberschatz ihr eigen nannten).

 

Später,nämlich 1761 wurden aus Bernkasteler Silber ein halber Taler geprägt für den Kurfürsten Johann Philipp,mit der Aufschrift ex fodinis Bernkastelanis(fodina heisst Bergwerk)damit war es eindeutig Silber von Bernkasteler Gruben.

Im 17.Jahrhundert ist nicht viel über den Bergbau bekannt,allein im westlichen Randgebiet des Bernkasteler Bergbaurevieres bei Veldenz gab es mehrere Grubenfelder die auf Kupfer abbauten.

Zu denen gehörten die Gruben Karlsglück und Frischer Muth,auf den Halden der Gruben kann man heute noch Malachitkugeln finden,siehe rechts.

Unter dem damaligen Reichsfürsten Georg Johann liefen die Gruben eher schlecht,als dieser 1592 verstarb über nach sein ältester Sohn der 1601 durch den Hüttenverwalter das Erz probieren(untersuchen) sollte.

Man stellte fest das sich aus einem Zentner Erz ca. 1 kg Kupfer, 17 kg Blei und aus diesem 1 Lot Silber,ca 16 g gewinnen ließen.

Aufgrund dieser Informationen ließ Georg Gustav von Pfalz-Veldenz in der Nähe der Bergwerke ein Schmelz-und Hammerwerk bauen und die Bergwerke liefen gut,denn erst 1785 wurde der Betrieb eingestellt,weit nach dem Tod,1634,von Georg Gustav.

Allerdings wurde in einer alten Schrift erwähnt das am Feitelerhang noch ein Bergwerk(?) bis 1870 betrieben wurde,auf Erz oder Schiefer ist nicht bekannt.

Bereits Georg Johann erlies für Lützenstein,ein Ort in der Grafschaft Veldenz, eine Münzordnung,dort wurden die Silbermünzen mit dem Wappen von Georg Gustav,oben,geschlagen.Nach dieser Münzordnung durften Ganztaler,Halbtaler,Ortsgulden(1/4 eines Gulden),Dreibatzenstücke und Weißpfennige geprägt werden.

 

Der Bergbau ruhte über mehr als Einhundert Jahre,erst um 1748 wurde der Bergbau fortgeführt,besonders durch die Familie von Pidoll der nicht unerheblich war.

Die Erben von Pidoll(es war üblich Bergwerkslehen zu vererben,so waren die Fürsten sich immer wieder Silbernach-schub zu bekommen)wurde die Beleihung von 1748 nicht nur bestätigt sondern durch eine neue Bergordnung um weitere 70 Jahre für den Bergbau im "Hochgericht Bernkastel" erweitert.

Die Söhne von Pidoll begannen daraufhin alte Gruben neu zu belehnen,in diesen wurde nach Untersuchungsarbeiten neue Erzgänge entdeckt.

Auch wurden 1765 verschiedene alte Gruben aufgesucht deren Zustand und die Halden genauer untersucht und ein Bericht über all diese Gruben verfasst.

 

Es fanden sich Gruben wie die Grube Katzenpfad bei Monzelfeld wo sich Bleierze auf der Halde fanden.

Das Kupferwerk Michaleisstollen bei Monzelfeld "in der Hinterbach",hier wurde auch in der Nähe ein noch viel älterer Kupfererzgang wiederentdeckt.

Ein alter Stollen auf Kupfererz im Wellersbacher Grund.

Der Windschnurgang mit Halden auf denen man Blei-und Kupfererz fand,bei Monzelfeld.

Grube Barbaraberg mit verfallenen Stollen und Halden mit Blei-und Kupfererz.

Ein Vorkommen am Blonderberg mit Bleierz.

Auf dem Hofberg, über Bernkastel,ein Stollen und eine Halde mit Bleierz.

Die Grube Kautenbach wurde nochmals untersucht,hierbei wurden noch 3 weitere Erzgänge entdeckt.

Ein uraltes Bergwerk am Hommelsberg.

Ein Bleierzbergwerk "Am Brügelsgraben".

Die Grube Goldbach im Hange am Berg auf trierischem Gebiet,schon sehr lange nicht mehr in Betrieb.

An der Mosel die Grube Cueserberg mit 3 übereinander liegenden Stollen,Abbau auf Blei-und Kupfererz.

 

1776 stellten die Gewerken von Pidoll den Antrag eines zehntfreien Jahres wegen der vielen Kosten am Helenenstollen in Bernkastel,an den Kurfürsten und Erzbischof.

Die Antwort,eine Urkunde des letzten Trierer Kurfürsten und Erzbischof Clemens Wenzislaus vom 28. Oktober 1776 lautet:

 

ZITAT:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Gottes Gnaden Wir Clemens Wenceslaus Erzbischof von Trier,des heiligen Römischen Reichs,

durch Gallien und das Königreich Arelaten,Ertz Cantzler und Churfürst,Bischof zu Augsburg,

Administrator der gefürsteten Abtey Prüm,Coadjutor der gefürsteten Propstei Ellwangen,

Königlicher Prinz In Pohlen und Lithauen,Herzog In Sachsen,Jülich,Kleve,Berg,Engeren und

Westphalen,Landgraf in Thüringen,Markgraf in Meißen,auch der Ober und Nieder Laußnitz,

gefürsteter Graf zu Henneberg,Graf in der Mark Ravensberg,Barby und Hanau,Herr zu Ravenstein;

 

fügen hiermit zu wißen,daß wir auf unthänigste Vorstellung mit gehorsamster Bitt,der von

Pidolichen Chewerkschaft uns genädigst bewogen gesehen,einige Bedingnüßen unter wellchen von

unseren Chur-Vorfahren in anno 1758 mit den Bergwerkern im Amt Bernkastel gnädigst belehnt

worden,:in mildester Erwägung erneuern sich ereigneten Umständen,und besonderer gnädigster

Rücksicht,einer uns zu höchsten Händen gekommener von seither des Bergamtes Clausdahl

abgefaßteten ohnpartheyischen Rechtsbelehrung aus höchsten Gnaden folgender maßen zu

erleichtern,und zwar bestimmen wir gnädigst,daß

 

Erstens vorbesagte untertthänigste Ghewerkschaft,von denen im vollem Betrieb stehenden Werkern,

an statt des vorherigen 10ten Theil forthin den 16ten Theil geschmolzenen und gutgemachten Ertzen an unserer Hof Cammer abzuweichen,haben mit dem ausdrücklichen Beding jedoch,die annoch stillstehnede Werke,forthan ohne Vorschub betörend betreiben zu lassen,auch sollen

 

Zweitens in dieser Abgab des 16ten Theils die von denen gutgemachten Bleyen an noch fallende Kupfer ebenwohl verstanden,ferner

 

Drittens unterthänigster Ghewerkschaft von jedem aufzumachenden alten Werk für erst und bis dahin die neu zu errichtende Bergordnung ein anders verfüge,zwey zehntfreye Jahre gnädigst angedeyen,wellche nach denen ersten zweyen grobschmelzen ihren Anfang zu nehmen haben,so viel aber

 

Viertens die unthänigste nachgesuchte zehntfrayheit bey Anlegung eines tiefen Stollen und dergleichen Arbeiten betrefe,habe unthänigste Ghewerkschaft hiervon fordersamst die unterthänigste Anzeige zu thun,demnächst eine ohnpartheyische Besichtigung und so dann eine dem Befund nach billige

ermäßigung zu gewärtigen,letztlich

 

Fünftens .Soll unterthänigste Ghewerkschaft wegen vielen zum Helenenberg verwendeten Kosten ohne einige Freyheit genoßen zu haben,zur Erleichterung von diesem Werk ein zehntfreyes Jahr, von dem quartali Crusis laufenden Jahres anfangend,gnädigt angedeyhen.Urkund unserer höchsteigenhändigen

Signatur und beygedruckten Hof Cammer Insiegels.

 

gegeben Cärlich den 28ten Oktober 1776

 

Clemens Wenceslaus Churfürst

Weitere Kurfürstliche Urkunden vom 29.9.1777 und 1781 besagen das

 

Zitat:

 

1.die von Pidoll´sche Gewerkschaft und ihre Erben im Hochgericht Bernkastel mit den

Bergwerken in Pellingen und Ottmuth samt den Saarhöfen und

 

2.die Bergwerksgesellschaft aus den Gebrüdern von Pidoll bestehend und ihre Erben

auch mit dem Schürfrecht 1781 von Welschbillig bei Kordel und Möhn "auf Pech-

und Kohlenerzen" belehnt wurden unter Gewährung von Freyjahren bezüglich der

Abgaben.

Da es sich hier also nur um die "Pidoll´sche Gewerkschaft" nicht aber um den

Bernkasteler Bergbau handelt,entfällt hier der Wortlaut der Urkunden.

 

- - -

 

 

1789 war die französische Revolution und am 22.9.1792 wurde die Republik ausgerufen.

1794 besetzten die Franzosen deutsche Gebiete am linken Rheinufer.

Damit endete die Herrschaft der Kurfürsten und die Franzosen übernahmen u.a. das Bergbau-und Hüttenwesen.

Caspar von Pidoll der kurfürstliche Geheimrat von Trier,der Besitzer, der Bergwerkskonzessionen um Bernkastel besaß,wanderte aus.

Alle Bergwerke lagen nun still da weder der Besitzer noch die Franzosen in der Lage waren diese zu betreiben.

Nach etwa einem Jahr fragte der Kaufmann Anton Stöck bei den Franzosen an ob er die Bergwerke auf eigene Rechnung betreiben darf.Er durfte.

Die Erlaubnis wurde erteilt nachdem Anton Stöck den Chef-Ingenieur Camelet,der französischen Regierung,genau erklärte das die meisten Gruben schon stark ausgebeutet waren und er,Anton Stöck,sich auf die Suche nach weiteren Erzvorkommen in den Gruben machen müßte.

Die Kosten und der Zeitaufwand war nicht unerheblich,besonders wenn man bedenkt das der Vortrieb von Stollen nur sehr langsam ging,im Schnitt ein Meter pro Schicht bei Quarzgängen.

Anton Stöck gab auch an das der Betrieb der Bergwerke für die Bevölkerung wichtig war denn nur so konnten sie existieren sonst würden diese total verarmen.

Anton Stöck war auch Beigeordneter der Stadt Bernkastel und war hauptsächlich dafür um die Arbeitserhaltung der Bergleute zu gewährleisten die in den Bergbaudörfern Kautenbach,Lomgkamp,Wederath und Monzelfeld wohnten.

Es wurde von Stöck nur der Helenen-und Barbarastollen und der Kautenbachstollen in Betrieb genommen,das waren zu damaliger Zeit die erfolgversprechensten Gruben.

Da die Franzosen die Verwaltung der Bergwerke übernommen hatten gab es ein Büro für Steuern und Abgaben in Wittlich.

Die Hauptverwaltung war in Saarbrücken und wurde von dem Ministrator Belling geleitet.

Als Bergwerkssachverständiger funierte Chef-Ingenieur Calmelet.

Durch die Besetzung der Franzosen wurden die Hoheitsrechte vom letzten trierischen Kurfürsten Clemens Wenzislaus beseitigt.

Die Verleihung von Bergrechten unterstand nun den Franzosen.

Durch den Freiden von Luneville 1801 hatte der emigrierte Geheimrat von Pidoll die Möglichkeit seine Bergwerks- konzessionen zurückzufordern.

Aber erst das neue Bergwerksgesetz vom 21. April 1810 gab ihm die Möglichkeit seine Bergwerkskonzessionen zurück zubekommen.

Die Verhandlungen ziehen sich aber hin.

Da von Pidoll erst nach 15 Jahren zurückkehrte war ihm alles sehr fremd,neue Menschen,neue Sprache und neue Gesetze.

All dies veranlaßte von Pidoll mit Anton Stöck einen "Pachtvertrag" der Gruben abzuschließen,es war aber wohl eher ein Gesellschaftsvertrag über einen gemeinschaftlichen Betrieb!

Dieser kam auch deshalb zustande weil Anton Stöck die Bergwerke von Pidoll weiterbetrieb und instand hielt,auf seine Kosten und er zur Hälfte Teilhaber wurde.

Geheimrat von Pidoll umging damit etwarige Forderungen der Kosten über die Instandhaltung und den Betrieb der Bergwerke.

Der Vertrag wurde am 13. Mai 1811 unterzeichnet.

Es wurde zwar im Oktober 1813 auf die Konzessionsansprüche durch von Pidoll hingewiesen aber diese sind bis dahin nicht erteilt worden,kurze Zeit darauf verstarb von Pidoll.

 

Am 1.Januar 1814 setze die Vorhut von Blüchers Armee mit Nachen über den Rhein bei Kaub.

Der Rest von Blüchers Armee kam am 2. bis 5.Januar nach, da erst von russischen Pionieren eine Leinwandponton-brücke gebaut wurde.

Blüchers Armee bildete das Zentrum des Angriffs gegen Frankreich und Napoleon.

Weitere Armeeeinheiten hatten sich zwischen Mannheim und Neuwied vormiert und gingen auch am 1. Januar über den Rhein um sich mit Blüchers Armee zu vereinen wo sie dann bei La Rothiere die französische Armee von Napoleon schlug.

Nach der entgültigen Kapitulation von Napoleon und dem Friedensvertrag vom 30.3.1814 in Paris sowie dem Wiener Kongress wurde das Rheinland nicht den früheren vielen Fürsten zurückgegeben,sondern es gehörte nun zu Preussen, und der Bernkasteler Bergbau ebenfalls.

 

Die Verwaltung untersteht jetzt dem Bergamt Saarbrücken und dem Oberbergamt Bonn.

Für die Bergbaukonzessionen war Preussen der Lehensherr.

Nach eigenender Nachprüfung und nach vielen Jahren wurden alte Rechte was den Bergbau betraf anerkannt.

Mit preussischer Gründlichkeit wurde eine neue,umfangreiche, Verwaltung aufgebaut weiterführend auf der französischen Vorarbeit.

Gleichzeitig stellte das Fräulein von Pidoll,die die Erben des Geheimrats von Pidoll vertrat,mit Anton Stöck ein Gesuch zur Anerkennung der Konzession für das Blei-und Kupfererzfeld Bernkastel.

Erst am 21. März 1821 wurde die Konzession erteilt.

Eine Zweite Konzession wurde angestrebt und erteilt für eine Braunsteingrube mit Silber-,Blei- und Kupfererzgängen im Banne Wederath bei Longkamp.

Das Feld Bernkastel war 14 Quadratkilometer und 22 Hektar groß mit den Gemeinden Bernkastel,Graach und Monzelfeld.

In der Konzession wurde festgelegt das der Betrieb durchgängig laufen muß und ein Repräsentant gestellt werde,in diesem Fall weiterhin Herr Stöck.

Die Konzession bei Wederath-Longkamp auf Braunstein,Silber,Blei und Kupfer hatte 1 Quadratkilometer und 15 Hektar in den Gemarkungen Longkamp und Wederath.

In den Gruben um Bernkastel arbeiteten 1821 2 Grubensteiger,1 Pochsteiger,15 Hauer,14 Förderer und 12 Wäscher.

Die Wäscher waren nur Kinder!

In den Gruben waren am Anfang nur Vorrichtungsarbeiten wichtig um einen reibungslosen Abbau zu haben,deshalb wurde in dieser Zeit wenig Erz gefördert.

1824 wurde im Helena und Barbara-Bergwerk nur 332 Zentner Blei-und Schwefelkies gefördert in der Kautenbach 6 Zentner Kupfer,8 Zentner Blei und 20 Zentner Poch-und Schwefelkies.

 

Am 24.Februar 1828 starb Anton Stöck der besonders mit den Familien der Bergarbeiter von Bernkastel,Kautenbach, Monzelfeld und Longkamp verbunden war,der aktiv und kenntnisreich den Bergbau in der Region gefördert und mit gesteuert hat ,als Beigeordneter der Stadt Bernkastel.

Weiterhin besaß er gute Weinberge und war der Gründer der Adler-Apotheke in Bernkastel.

 

Die Nachfolge trat sein Sohn Wilhelm Josef Stöck an der durch seinen Vater sich schon große Erfahrungen angeeignet hatte und naturwissenschaftlich in Bereichen der Geologie,Mineralogie und Botanik geschult war.

Er hatte von den umliegenden Bergwerken eine Sammlung bester Bleierzstufen zusammengetragen.

Diese Sammlung war von historischer Bedeutung,leider wurde sie durch Erbteilung nicht an die Stadt Bergkastel verkauft sondern an die Familie Dr. Hugo Thanisch,das war 1892.

Weitervererbt an den Sohn Walter Thanisch der Sammlung mit Sachverstand vergrößerte.

Nachdem Walter Thanisch verstorben war wurde diese umfangreiche Sammlung an eine Mineraliengroßhandlung verkauft und so in alle Welt verkauft,leider.

 

Die Gruben Kautenbach,Helena-und Barbara Grube förderten gutes Erz mit einem Silbergehalt im Mittel von

3 bis 5 1/2 Kilo Feinsilber.

 

Der Bergbau auf den Gruben wurde weiterhin von Wilhelm Jakob Stöck weiterbetrieben.

Die Witme von Pidoll verkaufte ihr geerbtes Bergregal(Verfügungsrecht über ungehobene Bodenschätze)1829 an den Notar Simon in Coblenz,Wilhelm Josef Stöck wurde sein Teilhaber.

Mit diesem Vorgang enden 90 Jahre Bergbau der Familie von Pidoll.

Der Vertrag zwischen Anton Stöck und von Pidoll wurde am 18. Januar 1841 aufgehoben,da beide verstorben waren,und an die Erben übertragen.

 

Die Bergwerke liefen weiter gut und die Ausbeute und der Gewinn waren beträchtlich in den Jahren 1833 bis 1839.

Wenig später schied Wilhelm Josef Stöck als aktivster Kenner und Förderer aus der Bergwerksgesellschaft aus und Simon betrieb die Gruben alleine weiter.

Nach einigen Jahren verstarb Simon und seine Erben setzten den Betrieb fort.

Am 18.April 1846bekamen diese die Erlaubnis eine Stoßherdenwäsche(hier wurde das zerstossene Erz getrennt mit Wasser,da die Erze verschiedene Gewichte hatten;heute nennt man das Flotation) zu bauen.

Kurz darauf verkauften diese die Gruben an den Bergwerksdirektor Kagenbusch,der sie weiter verkaufte an den "Moseler Bergwerks -und Hüttenverein zu Köln".

Die Gruben wurden weiterbetrieben bis Anfang der 1860 er Jahre mit wenigen Bergleuten.

Der "Moseler Bergwerk-und Hüttenverein zu Köln" ging in Konkurs,danach wechselten mehrfach die Besitzer.

In den 1880er Jahren fand der letzte Abbauversuch statt.

 

Um 1900 war der absolut letzte Abbauversuch durch Sohn oder Enkel von Wilhelm Josef Stöck,Peter Stöck.

Dieser teufte zusammen mit Longkamper Mitgliedern von Bergmannsfamilien,es wurde eine Erzbank gefunden und ausgebeutet,als diese leer war wurde nichts mehr gefunden.

Damit endet der Bergbau in dieser Region für immer.

Die einzigen Gruben dieser Region bauen wie am Anfang dieser Zeit,wieder Schiefer ab.

 

DIE BLEI-UND KUPFERGRUBE KAUTENBACH BEI TRABEN-TRARBACH IM HUNSRÜCK

 

Die Grube Kautenbach liegt bei Traben-Trarbach und baute auf drei Parallelen Gängen Blei-und Kupfererz ab.Die Stollen liegen im Dorf am Bach und sind,wenn man genauer sich umsieht,noch zu erkennen.

Die Grube Kautenbach lag damals auf der Grenze zwischen Sponheim und Kurtrier.Die Stollen auf der linken Bachseite gehörten zu Sponheim und man baute auf dem Bleigang dem Kupfergang und dem sog. Spalttrum die Erze ab.

Als erstes wurde die Grube als der Dorothea-Berg 1599 erwähnt(spätere Grube Kautenbach),der Abbau von Erzen war schon viel früher begonnen worden,denn 1599 wurde der Erzgang "wiederentdeckt" und die Grube St. Dorothee genannt.

Einige Gewerke dieser Grube waren u.a. der Herzog Karl von Birkenfeld,Markgraf Eduard Fortunatus und die sponheimschen Beamtenfamilien.

Doch die Grube arbeitete jahrelang mit Verlust und wurde vor dem dreissigjährigen Krieg (1618-1648)stillgelegt.

 

Die Haupteinfahrt der Grube war im Dorf über die Wilhelm-Strecke der Dorotheen-Grube,die Ausfahrt über den Tiefbau oder auch Erbstollen der unterhalb des Dorfes lag.

1748 wurde die Grube von den Gebrüdern zu Pidoll übernommen,aber durch den starken Wasserzufluss war der Abbau so schwierig,das diese aufgaben.

1794 verlassen diese wegen der französischen Revolution das Land.

1796 wird von dessen Bergschreiber Anton Stöck,der Apotheker in Bernkastel war, das Kautenbacher Bergwerk weiterbetrieben.

Am 26. August 1752 übernahm die Gewerkschaft Adolph Böcking die Dorothee-Grube,aber ein Abbau fand erst 1759 wieder statt.

Die Gewerkschaft Adolph Böcking übernahm ab dem 20. August 1752 im Kröver Reich und im Amt Trarbach alle Bergwerke für 30 Jahre durch einen Erbbestandsbrief.

Die Grube arbeitete weiterhin mit Verlust was durch Faktoren wie die Erzförderung,die nur durch einen Stollen stattfand und sehr hinderlich war,sowie die Wasserhaltung und die Bewetterung war schlecht.

Auf dem einen Förderstollen waren etliche kleine Schächte angelegt die 50-64 m unter der Stollensohle lagen.

Unter der Grube Kautenbach wurde eine Verbindung zum Bernkasteler Tiefenbachstollen hergestellt ohne mit den Folgen zu rechnen die daraus entstanden.

Durch diesen Durchschlag wurden noch größere Wassermassen in die Grube Dorothee eingeleitet und der Betrieb mußte deshalb 1779 eingestellt werden.

Jetzt konnte nur auf der rechten,kurtrierischen Bachseite weiter abgebaut werden.

Auf der linken Bachseite waren bis 1762 15 Bergleute,17 Förderleute und Erzwäscher,ein Schmied,23 Poch- und Wasch-

arbeiter und 2 Kunstwächter(zuständig für den Betrieb der Wasserförderung) beschäftigt.

Der Abbau ging aber erst 1792 weiter auf der kurtrierischen Seite am Helena -oder Barbaraberg.

Hier gab es den Kaiserbrucher Stollen,den Wederather Stollen und die Grube Kautenbach.

Um diese Abbaue voranzutreiben waren 200 Bergleute im Abbau beschäftigt.

Bei diesem Bergbau wurde auch eine heissen Quelle entdeckt die die Gründung von BAD Wildstein ergab.

Auf der linken,der sponheimer Seite wurden sechs weitere Gruben betrieben,bis 1806.

Die Konzession für diese Gruben besaß Johann Mathias Sauermilch(kurtrierischer Generalbergwerks -und Hüttendirektor aus Andernach)der,25 km entfernten Allenbach, eine Erzschmelze besaß.

 

Die weitere bergbaulichen Maßnahmen waren 1820 ,unterhalb von Kautenbach, der "Tiefe Kautenbacher Stollen" der zur Wasserabführung und Erzförderung gebaut wurde.

In der Nähe des Kautenbacher Stollens war der Eleonore-Stollen,in diesem Schwefelkiesbergwerk wurde dieselbe warme Quelle angetroffen ,das war 1886.

 

Neben dem bekannten Blaubleierz(Pseudomorphose von Bleiglanz nach Pyromorphit mit Bravoit besetzt,ein nickelhaltiger Pyrit,siehe rechts!) kam die übliche Vererzung in diesem Bereich vor wie Bleiglanz,Zinkblende,Kupferkies und Pyrit ,außerdem Quarz,Calcit,Cerussit,Pyromorphit und Mimetesit.

 

Auch gab es Mineralien die aus dieser Region garnicht bekannt waren,das zeigt schon die Besonderheit der Grube Kautenbach,es waren dies Tennantit,Pyrrhotin,Bravoit,Markasit und Nickelin.

 

Aus der Abschrift einer verschollenen Kautenbacher Chronik werden weitere Gruben und Abbauorte bei Kautenbach erwähnt,u.a. Kampstein(Das Grubengelände ,Privatbesitz,wird als Lagerplatz für Baumaterial benutzt,Haldenreste sind nur noch gering vorhanden),Dorotheenberg,Gondenau,Ofen und zwei Stollen im "Franzosengraben".

 

Weitere erwähnte Gruben und Abbauorte auf Kurtrierischer Seite waren Annaberg bei Monzelfeld,Barbara-Grube,Gruben im Bereich "Bleistollen",Kautenbach mit 4 Stollen,Katzenpfad(das Grubengelände existiert nicht mehr heute ist es Gewerbegebiet,nennt sich "Auf der Grub"),Franziskusberg,Drey-Wies,Klarastollen ,Gruben bei Bernkastel am Geiselfelder Tal,Helena-Grube,Grube Windschnur, Gruben am Birgelsgraben.

DER BERGBAU BEI

MONZELFELD-ANNENBERG

 

Bei Monzelfeld im Hunsrück liegt die ehe-

malige Bergbausiedlung Annenberg die seit

500 Jahren existiert.

Am 30.6.1502 wurde die erste Belehung der Fundgrube Liebfrauenberg auf einem

nordsüdlich streichenden Gang des Altlayer

Gangzuges,durch den Erzbischof Johann von Trier,verliehen an die Meister Ludwich

Abdriber und Stefpan Weiblin.

Der Quarzgang führte in Gangspaltenfül-

lungen Bleiglanz,Zinkblende und Kupfer-

kies.

In der Bergordnung ist zu lesen das der Bergbau um 1564 merklich nachgelassen hatte da der Bleiglanz nur geringe Mengen

an Silber enthielt.

Durch die Auswirkungen des 30 jährigen Krieges (1618-1648)lag der Bergbau still.

Erst 1662 wurde wieder der Versuch zum Erzabbau unternommen,wohl ohne Erfolg.

1724 erteilte Erzbischof Franz Ludwig an einen Elias Grandeur wieder neu die Schürfrechte.

Kurze Zeit später wurde ein Mutungsschein auf 40 Jahre Belehnung an einen de Hanzeur ausgestellt der ein Jahr später für alle Erzgruben im Amt Bernkastel erweitert wurde.

Die Gruben wurden aber nur wenige Jahre von de Hanzeur betrieben,wurden danach von den Gebrüdern von Pidoll 1748 übernommen und betrieben,bis zu ihrer Flucht ,1794, vor der französischen Revolution.

Die Gebrüder von Pidoll ,die die Verleihungen vom Vater geerbt haben,haben den Bergbau stark vorangetrieben und weitere Gruben eröffnet,u.a. die Gruben St.Annaberg und Bleystollen,die silberhaltigen Bleiglanz abbauten sowie die auf Kupfer verliehene Grube St. Franziskusberg.

Da genug Erz vorhanden war durch die vielen Gruben errichteten die Gebrüder von Pidoll auch eine Schmelzhütte.

Durch die Flucht der Gebrüder von Pidoll lagen die Bergwerke und die Hütte still.

Bereits 1796 wurde eine neue Verleihung der Bernkasteler Bergwerke an Anton Stöck vergeben der nur die ertragreichsten Gruben betrieb.

Das waren die Gruben St.Helena,St.Barbara und Kautenbach.

 

Die Grube Liebfrauenberg war in Sammlerkreisen hauptsächlich durch schöne,großflächig besetzte, Pyromorphitstufen bekannt(siehe oben BB 25 cm)!

Auch kann der Pyromorphit wie rechts im Bild auf zu Limonit verwittertem Pyrit sitzen.

An weiteren Mineralien konnte,teilweise als Mikromounts,Anglesit,Bleiglanz,Cerussit,Caledonit,Fahlerz,Kupfer-

kies,Linarit,Malachit,Pyrit,Quarz,ged. Silber,Schwefel und Zinkblende gefunden werden.

Heute gibt es keine Fundmöglichkeiten mehr da das Sammeln von der Gemeinde verboten wurde!!!

DIE GRUBE THEODOR GEWERKSCHAFT MERKUR BEI TELLIG

 

 

Die Erze der Grube Theodor wurden aus Quarzlinsen abgebaut die 10-20 m lang waren und bis zu 1 m dick sein konnten.

Diese Quarzlinsen lagen konkordant,also in Richtung des Schiefers, in den Schieferungsflächen.

Alle Quarzlinsen lagen parallel im Winkel von 45° einfallend nach SO,und die einzelnen Linsen sind im Streichen wie auch im Fallen staffelförmig gegeneinander versetzt.

Die Vererzungszonen liegen so nah an der Oberfläche das es starke und tiefe Oxidationszonen gibt die z.T. als fossile Eiserne Hüte bezeichnet werden können und reine ,dichte, Brauneisensteingänge bilden können die auch einen geringen Bleigehalt haben.

 

Die Anfänge des Abbaues der Grube Theodor bei Tellig waren recht mühsam,es versuchten mehrere,finanzschwache, Unternehmer das bekannte Blei-Zinkerzvorkommen gewinnbringend abzubauen.

Die Montangesellschaft,wie das erste Unternehmen hieß,wurde 1937 von der Robert Bosch GmbH aus Stuttgart übernommen.

Die hatte die notwendigen finanziellen Mittel den Bergbau voranzutreiben.

Eine Tochtergesellschaft,die Metallerzbergbau Westmark GmbH,wurde gegründet.

Diese übernahm die notwendigen Versuchsarbeiten,auch auf der Grube Trarbach bei Traben-Trarbach.

Die technische Leitung übernahm,1941, Heinrich Boege.

Die vielen Versuche der ersten Unternehmer der Montangesellschaft hatten schon bis auf zwei Sohlen einen Schacht abgeteuft,der Abbau war aber wohl nicht sehr gewinnbringend auch ist nicht bekannt wie lang die Stollen der jeweiligen Sohlen waren.

Um den Abbau voranzutreiben wurde von der Firma Westmark direkt nach der Übernahme 1941 der Schacht

Theodor auf 80 m abgeteuft um die 3. Sohle anzulegen.

Hier wurden aber erst Untersuchungsarbeiten geplant um festzustellen in wieweit Erzgänge vorhanden waren.

Um auf der 1. und 2. Sohle weiter Erz abzubauen und gleichzeitig den Schacht für die 3. Sohle abzuteufen wurde eine Arbeitsbühne mit stabilen T-Trägern eingebaut.

Dies geschah innerhalb einer Nachtschicht in der der Schacht vorher um 8 m abgeteuft wurde und danach die Arbeitsbühne eingebaut wurde.

Unter dieser Bühne konnte dann der Schacht weiter abgeteuft werden während auf den Sohlen 1 und 2 der Abbau weiterging.

Ende 1941 waren 140 m Teufe erreicht und die 5. Sohle angesetzt,die 4. Sohle wurde übersprungen.

Man wollte von der 5.Sohle aus bis zur 3. Sohle alles abbauen.

Die geologischen und tektonischen Verhältnisse waren aber so schlecht so das daß Vorhaben nicht durchgeführt werden konnte und man nachträglich bei 110 m die 4. Sohle ansetzte!

Im Jahre 1942 entschloß man sich die 5. Sohle nicht nur,wie geplant, 300m Richtung Süden voranzutreiben,sondern

sollte eine Gesamtlänge von 1050 merreichen und im Peterswalder Bachtal durchschlägig sein.

Um das ganze zu beschleunigen wurde vom Peterwalder Bachtal ebenfalls begonnen den Stollen in Richtung 5. Sohle zu treiben.

Dies war natürlich mit genauer Vermessungsarbeit verbunden.

Und tatsächlich waren die Stollen so genau vermessen worden das an der Stellen wo diese sich trafen,am 16.Oktober 1944,kein Übergang zu erkennen war.

Der Stollen wurde dann nach dem Besitzer Robert- Bosch -Stollen benannt und auch in den Grubenzeichnungen aufgeschrieben.

Mit freundl. Genehm. v. Hr.M.Weingarten,FHW

Der Robert-Bosch-Stollen hatte viele Vorteile,denn hier konnte nun der Erzgang genauer erforscht werden.

Weiterhin wurde das Grubenwasser zum allergrössten Teil durch den Robert-Bosch-Stollen abgeleitet werden,was früher 140m hochgepumpt werden mußte,man also viel Strom sparte.

Auch war die Bewetterung durch den neuen Stollen sehr gut.

Auch konnte die Erzförderung optimiert werden,denn die Erze wurden durch den Schacht gefördert und der erzfreie Abraum wurde durch den Stollen auf die Halde gekippt.

1944 waren durch die vermehrten Luftangriffe der Allierten Stromausfälle häufig,da aber der Wasserabfluss durch den Robert-Bosch-Stollen gewährleistet war konnte die Grube Theodor nicht absaufen(mit Wasser volllaufen)und konnte weiter Erz abbauen.

Im März 1945 war der Krieg beendet für dieses Gebiet und die Grube lag vorerst still,wurde aber durch mehrere Bergleute Über-und Untertage in Stand gehalten.

Ab Juli 1948 wurde der Abbau wieder aufgenommen,stand aber unter französischer Zwangsverwaltung der Militärregierung.

1950 wurde die Metallerzbergbau Westmark von der Stolberger Zink AG übernommen.

Die neben der Grube Theodor betriebene Grube Trarbach wurde 1949 stillgelegt da der Erzgang bei 230 m teufe,auf der 5. Sohle vertaubt(keine Erzführung)war.

Zur Stolberger Zink AG gehörten 1950 eine Zentralaufbereitung und Flotation in Bad Ems,die der neuen Gewerkschaft Mercur angehörte,sowie 10 Erzgruben.

Die Stolberg Zink AG hatte die Gewerkschaft Mercur 1950 gegründet und die Gruben Theodor,Mühlenbach und Gute Hoffnung/Werlau gehörten ihr an.

1957 pachtete die Gewerkschaft Mercur die Grube Adolf-Helene,der Gewerkschaft Barbarasegen um die Flotations-

anlage zu benutzen die nicht ausgelastet war,dies war kostengünstiger als die eigene Anlage zu vergrößern.

In der Grube Theopdor wurde in der Mitte des 1050 m langen Robert-Bosch-Stollens ein Gesenk(Schacht ohne Oberflächenanschluss)von 100 m abgeteuft und im Abstand von 30 m die 6.,7. und 8. Stollensohle angesetzt.

Auf der 8. Sohle wurde ,bis kurz vor der Schliessung Ende 1959,die Erzführung noch 20m unter der Stollensohle als abbauwürdig erkannt.

Die Grube Trarbach baute insgesamt 50 000 t Gangmasse ab,daraus wurden 3.200 t Bleierz,4.200 t Zinkerz und

12 t Kupfererz gewonnen und aus dem Bleierz wurde 1 t Silber erschmolzen.

Die Grube Theodor baute 332.000t Gangmasse ab.

Daraus wurden 7.850 t Blei,21750 t Zink,301t Kupfer und 4,5 t Silber erschmolzen.

Damit gehört die Grube Theodor zu den erfolgreichen Gruben im Hunsrück neben der Grube Gondenau mit der die Grube Theodor verwaltungstechnisch verbunden war.

 

Die Halde ist heute Privatbesitz die Gebäude sind bewohnt.

Mineralienfunde sind keine mehr möglich ausser Quarzbrocken die überall vorkommen auch in Tellig in manchem Vorgarten,allerdings sind keinerlei Hohlräume mit Kristallen zu finden.

In früherer Zeit konnte man auf der Halde noch Bleiglanz,Zinkblende,Kupferkies,Pyrit,Dolomit,Calcit teilweise in Kristallen finden, Fahlerz nur zur Zeit der Abbauperiode.

 

DAS TRANSFORMATORENHAUS DER GRUBE THEODOR GEWERKSCHAFT MERKUR BEI TELLIG IM HUNSRÜCK

Absetzbecken der Grube Theodor

Haldenrest der Grube Theodor

 

DIE GRUBE GONDENAU BEI STARKENBURG

 

Die Grube Gondenau liegt im Trarbacher Grubenfeld und gehört zum Ort Starkenburg.

Wie bei den meisten Gruben in der Region wurde am Anfang nur Schiefer abgebaut,bereits wohl schon von Römern,Kelten und Treverer die ihre Spuren hinterliessen.

Die erste Erwähnung der Grube fand in der damaligen Grafschaft Sponheim ihren Anfang.

Das Grubenfeld "Trarbach" beinhaltete die Gruben "Kupferlöcher" bei Eschbach,die Gruben Ofen und Leerbrunnen bei Kautenbach,die Grube Susanna östl. von Irmenach und die Gruben Kampstein,früher auch "Kampfstein" und Gondenau südwestl. von Starkenburg.

Ein weiteres Verzeichnis von 1786 beinhaltet 14 Gruben in der Gegend von Irmenach-Lötzbeuren.

Die Grube Gondenau baute mit vielen Unterbrechungen Schiefer ab.

Im 19. Jahrhundert verlor der Schiefer durch die Inflation immer mehr an Wert.

Um 1912 wurden verstärkt Aufschlussarbeiten vorangetrieben,vier Stollen und ein Versuchsstollen sind aus dieser Zeit bekannt,aber weder der Neue Tiefe Stollen noch die Wilhelm-,Ober-und Mittelstollen trafen abbauwürdige Schiefervorkommen an.

Der Schiefer war an vielen Stellen zerklüftet und zerstört.

Der damalige Pächter Schunck trat 1926 von der Pacht zurück und die Gewerkschaft Trarbach wird neuer Pächter.

Die neue Gewerkschaft investiert in den Betrieb und modernisiert ihn.

Es wird ein Transformatorhaus gebaut für Starkstrom,es werden neue Kompressoren und Bohrhämmer gekauft und für die Schachtförderung wird ein Motor mit 40 PS installiert und die Grubengebäude bekommen elektrisches Licht.

Da aber kaum noch Schiefer gekauft wird,wird die Grube Gondenau im November 1928 geschlossen.

Eine neue Zeit brach an als man 1936 mit der Erkundung von Erzgängen begann.

Zur damaligen Zeit besaßen die Grafen von Sponheim die erzreichsten Gruben in dieser Region.

Auch deshalb wurde in der Grafschaft Sponheim 1490 mit eine der ältesten Bergordnungen im westdeutschen Raum erlassen.

In dieser Bergordnung gab es nur wenige,strenge Vorschriften und gute Vergünstigungen die dadurch den Bergbau aufblühen ließ,auch dadurch erreichten die Blei-und Silbergruben in der Region für die Menschen enorme wirtschaftliche Bedeutung durch die geschaffenen Arbeitsplätze.

Da silberhaltiges Blei-und Fahlerz abgebaut wurde,konnte auch in der Münzstätte von Trarbach,die von 1502 bis 1511 bestand,Silber aus der Region zum Prägen von Silbermünzen verwendet werden.

1746 gab es Verleihungen der im Oberamt Trarbach bestehenden Bergwerke an eine Gewerkschaft Trarbacher Bürger mit dem Repräsentanten Johann Georg Jäger aus Trarbach.

Diese Gewerkschaft baute auf der Grube Kampstein Erz ab.

Auch gab es eine badische Verleihung(?)dessen Repräsentant ein Adolf Böcking war.(Teile der Famile beschäftigten sich mit dem Bergbau und besonders mit dem Hüttenwesen,besonders in späterer Zeit.Die Schwester von Adolf Böcking ehelichte einen Nicolas Villeroy der später mit Jean-Francois Boch die Weltfirma Villeroy&Boch gründete.

Auch war die Famile Böcking in geschäftlicher Beziehung im Kohlehandel mit der Famile Karcher verbunden,der heute bekannten Kohlehandelsfirma Raab&Karcher).

Später übernahm Böcking auch die Gewerkschaft der Trarbacher Bürger.

Das abgebaute Erz wurde an eine der Allenbacher Hütten geliefert,an die Kautenbacher spätere Kampsteiner Gewerkschaft.

Aus dem Trarbacher Grubenfeld war das Kupfer begehrt,denn es wurde 1727 schon bis zur Börse nach Brüssel transportiert und dort für gutes Geld verkauft.

Während der Besetzung durch napolionische Truppen wurde damals genau aufgezeichnet welche Gruben vorhanden waren.

Dabei wurde festgestellt das im Grubenbereich Trarbach sieben der acht Gruben nicht mehr in Abbau standen.

Es waren die Gruben Kirschwald,Kampstein(früher auch Kampfstein),Kupferlöcher,Kautenbach,Maria Ferdinande,

Ofen,Leerbrunnen und Almosenrecht.

 

((In alten Berichten aus dem 18.Jahrhundert wurde von Silbererzgehalten von Bleiglanz und Fahlerz berichtet u.a.wurden von der Grube Ofen Funde von Fahlerz mit hohem Silbergehalt berichtet, von 12 Loth(ein Loth ca. 16gr.)pro Zentner(50 kg)also 192g auf 50kg,auf die Tonne 3,84 kg.

Von der Grube Almosenrecht wurde Rotkupfererz,ged.Kupfer und Malachit mit einem Gehalt von 6 Loth Silber pro Zentner angegeben obwohl Kupfererze nicht unbedingt der klassische Träger von Silber ist.

Solche Angaben könnten Investoren natürlich dazu bewegen diese Gruben zu erwerben.

 

Welche der Gruben noch im Abbau stand ist nicht erwähnt,vermutlich die bedeutendste Grube Kautenbach.

Die Grube Gondenau trug wohl in früherer Zeit einen anderen Namen,so wird vermutet das daß Kirschwalder Werk die zukünftige Grube Gondenau war.

Allerdings wiederum wird an anderer Stelle erwähnt das daß Kirschwalder Werk im Bann(Gebiet) von Irmenach liegt,was mit der heutigen Lage der Grube Gondenau nicht übereinstimmt.

Auch ist eine andere,die Susannagrube unter dem Namen Kirschwald bekannt.

Bis heute ist die Bestimmung der damaligen Grube die heute Gondenau heißt nicht eindeutig zu bestimmen.

Wahrscheinlich wurde die Lage damals nur auf dem Papier und nicht im Gelände genau festgestellt so das es zu verwirrenden,schriftlichen Feststellungen kam.

Die französischen Besatzer eröffneten eine Bergschule um den Abbau und die Eröffnung weiterer Gruben voran-

zutreiben.

Es wurden tatsächlich auch wieder Gruben eröffnet und neue Konzessionen vergeben.

Allen voran eröffnete der Hüttenbesitzer der Allenbacher Hütte Matthias Sauermilch seinen Betrieb damit das geförderte Erz verarbeitet werden konnte.

Auch stellten Trarbacher Bürger Anträge auf Konzessionen,so Carl Schlegel und Christoph Bauer und aus Irmenach Nicolaus Bach.

Bei weiteren Untersuchungen stellte der zuständige französische Bergwerks- und Hütteningenieur M.F.Camelet fest das viele Gruben nur sehr unzureichend und oberflächlich abgebaut wurden.

Daher schrieb er in seinem Bericht:

Mit dem heutigen Wissen und Möglichkeiten wie die neue Wasserbaukunst,Minenkunde,Maschinenbau und Hütten-

kunde wäre leichter möglich schneller und tiefer in dieErzgänge vorzudringen und diese gewinnbringend abzubauen.

 

Daher wurden bessere Wasserableitungen gebaut um tiefer in die Erzzonen vorzudringen,und vor allem wurde das Schmelzverfahren wesentlich verbessert um alles aus dem geförderten Erz herauszuschmelzen.

Um sicher zu sein das dies mit vielem Wissen erreichte wird,wurde einer der damals bekanntesten "Scheidekünstler" von Europa,L.N.Vauquelin,beauftragt die Erze zu anaysieren.

So fand Vauquelin heraus das daß Erz von Kirschwald von 100 Teilen,54 Teile Blei,8 Teile Schwefel und 38 Teile erdige Materie(Nebengestein) enthielt.

Das der Grube Kampstein von 100 Teilen 69 Teile Blei,16 Teile Schwefel und 15 Teile erdige Materie enthielt und somit den höchsten Bleianteil aller Trarbacher gruben enthielt.

Auf Empfehlung von M.F.Camelet wurde angeregt die Gruben genau zu erforschen um den Zustand der Trarbacher Gruben genau zu erfahren.

Aber ein solches Vorhaben in Gang zu bringen dazu wäre nur ein finanzstarkes Unternehmen in der Lage dies zu bewältigen.

Solch ein Unternehmen gab es zu den Zeiten von M.F.Camelet nicht,erst 100 Jahre später wurde mit der entsprechenden Ausrüstung begonnen die Gruben "erfolgreich" auszubeuten.

 

In einem Konzessionsgesuch von vier Aktionären von 1806 wurde die Grube Gondenau nicht erwähnt,allerdings taucht die Grube 1807 in Abrechnungen als Gündenau auf,evtl.deshalb weil in dieser Zeit der erste Stollen der Grube Gondenau angefahren wurde.

Die Grube Gondenau verschwand ein Jahr später genauso wie sie auftauchte in den Unterlagen.

Auch war man sich damals immer noch nicht ganz einig welche Grube nun die Gondenau oder das Kirschwalder Werk war.

Eine Konzession von 1848 beschreibt nicht die Grube Gondenau sondern die Grube Kampstein die auf dem Banne von Starkenburg liegt.

Die Konzession wurde zwar erteilt aber ein Erzbergbau fand nicht statt,da sich Bürger beschwerten das daß Wasser durch die Erzwäsche verunreinigt würde,denn das Wasser des Baches diente als Koch-und Trinkwasser auch wurden die Tiere damit getränkt.

Auch der Betreiber der Papiermühle in Kautenbach legte Beschwerde ein.

OBERER NEUER STOLLEN,keine Erzfunde

OBERSTER STOLLEN (Abb. unten)

Obere Mühle im Ahringsbachtal,kein Stollen in der Nähe

Dies alles lässt vermuten das die Gondenau bis 1930 nur als Schiefergrube betrieben wurde und erst am dem 1. Mai 1936 als Erzgrube den Betrieb aufnahm.

Die Grube Gondenau wurde von der "Deutschen Montan-Gesellschaft mgH/Wiesbaden" übernommen.

Diese begann sofort mit Modernisierungsmaßnahmen so wurde die Grube erweitert und nach dem neusten Standart

ausgerüstet.

Es gab neue Kompressoranlagen,Bohrgestänge,Gleise, Förderwagen und Weichen wurden installiert und es wurden neue Werkstätten und Gebäude errichtet.

Die Grube Gondenau wurde geführt von Bergingenieur Förger,Obersteiger von Wohlfahrt und Bergrat Vogel der das Schürfrecht von der Montangesellschaft erwarb und somit 5% des Ertrages bekam.

Für die anfallenden Untersuchungsarbeiten wurde aus Waldalgesheim ein Prospektor beauftragt.

Gleich zu Anfang wurden Kernbohrungen bis 250m niedergebracht um die Tiefe der Erzzone zu bestimmen, weiterhin wurde in den oberen Abbauzonen die vorhandenen Stollen vorangetrieben und Querschläge angelegt hierbei wurden 700 t bestes Erz gewonnen.

Der Förderschacht Trarbach erreichte zum Schluß eine Teufe von 185m.

Der Förderschacht ist im Gelände schlecht auszumachen!

Erz wurde aus dem Oberen Neuen Stollen und aus dem Obersten Stollen abgefahren.

Es wurde in fünf Stollen abgebaut,der unterste Stollen war unter dem Niveau des Albringsbaches und hatte deshalb einen Pumpensumpf um das anfallende Wasser aufzufangen und abzupumpen.

Die Bewetterung war gut organisiert so das immer Frischluft,teilweise durch Turboventilatoren,zugeführt wurde.

Das gewonnene Erz wurde mit Loren und einer Kleinlok auf Schienen aus den Stollen abtransportiert auf Lkw´s geladen,zum Bahnhof Traben gebracht und mit der Eisenbahn zur Aufbereitung der Gewerkschaft Mercur bei Bad Ems gebracht dort wurde es Handgeschieden und Flotiert.

So aufbereitet wurde das Blei-Zink-Konzentrat zu den Blei-und Zinkhütten bei Neuss oder Stolberg gebracht.

Der Abbau war erfolgreich,so wurden 3257t Erz gefördert 1937.

Am 01.09.1937 übernahm die Firma Robert-Bosch-GmbH/Stuttgart das Grubenfeld Trarbach.

Die beiden Hauptbetriebspunkte waren die Gondenau und Kampstein.

Diese baute den Erzbergbau weiter aus und setzte auch die damals neuesten Maschinen ein.

Das ganze wurde von einer Tochtergesellschaft der Robert -Bosch-GmbH der Metallerzbergbau Westmark GmbH geführt.

Die Verwaltung der Tochtergesellschaft übernahm auch die Leitung der Grube Theodor bei Tellig.

Auch wurde am Betriebspunkt Ofen der Stollen wieder geöffnet und auf 120m befahrbar gemacht,es wurde aber kein Abbau vorgenommen da das Gestein sehr brüchig war und man den Stollen mit viel Grubenholz hätte abstützen müssen was die Kosten in die Höhe treiben würde.

Die Grube Kampstein wurde für weitere Untersuchungen wieder geöffnet und es wurde ein 25 m tiefer Schacht abgeteuft und ein 100m langer Untersuchungsstollen angelegt um zu erforschen ob der Erzgang der Grube Gondenau im Zusammenhang mit der Grube Kampstein lag.

Die Grube Gondenau förderte in dieser Zeit,bis Ende 1938, 5748 t Erz.

1939 wurde der Schacht der Grube Gondenau weiter abgeteuft um vom Unteren Stollen aus einen Blindschacht zum Mittleren Stollen zu treiben.

Dieser Blindschacht sollte nach 60-70 m unter der untersten Stollensohle abgeteuft werden.

Dort sollte dann ein Stollen vorangetrieben werden der im Ahringstal zu Tage kam um dann das gewonnene Erz durch das Ahringstal, Richtung Enkirch, an die Mosel zu transportieren.

Nach der Untersuchung des 100 m langen Stollens in der Grube Kampstein stellte man fest das der Erzgang tatsächlich in Richtung der Grube Gondenau ging,man aber den Betrieb auf der Grube Kampstein nicht weiter fortführte weil von der Grube Gondenau aus man die Erzlager besser erreichen konnte.

Diese förderte 1939 insgesamt 4470 t Erz mit 2 Steigern und 72 Bergleuten!

1940 wurde der Hauptschacht der Gondenau auf 156 m abgeteuft und drei neue Tiefbaustollen im Abstand von 25 m angesetzt.

Auf der dritten Sohle versuchte man durch einen Querschlag den Gang zu treffen aber nach 53 m war der Erzgang nicht erreicht worden und der Querschlag wurde aufgegeben.

Auf der ersten Tiefbausohle wurde zwar Erz abgebaut aber mit mäßigem Erfolg da der Quarzgang wenig Erz lieferte.

Der Untere Stollen wurde wegen geringem Erzgehalt aufgegeben.

Insgesamt wurden 1940 auf den verschiedenen Stollen 215 m Gang aufgefahren und 6005 t Erz gefördert.

1941 wurde die Grube Gondenau zum Wehrwirtschaftsbetrieb bestimmt.

Die 3. Tiefbausohle wurde bis zum Erzgang vorgetrieben.

Im selben Jahr wurde der Bergingenieur Heinrich Boege als technischer Leiter der Fa. Metallerzbergbau Westmark GmbH eingestellt der auch die Gruben Trarbach und Theodor betreute.

Es wurden 1942 4625 t Erz gefördert,1943 4400 t Erz.

1944 wurden die abgebauten Erze auf Halde und Unter Tage gelagert da kein Abtransport stattfand,es war kein Treibstoff für die Lkw´s vorhanden.

Die Erze waren zwischen der 2. und 3. Sohle bis in einer Höhe von 28 m abgebaut worden,der Erzgang war hier 2 m mächtig!

1945 fand kein Abbau statt.

Danach übernahm die französische Militärregierung die Gruben der Firma Metallerzbergbau Westmark GmbH.

Diese Firma wurde aufgefordert das ganze Unternehmen zu entflechten durch Verkauf von Firmenteilen.

Als Vermögensverwalter wurde Albert Lenz,Bergwerksbesitzer aus Pünderich(siehe auch Bericht Altlay) verpflichtet.

Nach der Entflechtung wollten die Franzosen die Erzförderung wieder aufnehmen,aber die Fa. Stolberg Zink AG zeigte Interesse an den Gruben.

Es wurde ein Gutachter,W.Müller aus Altlay,beauftragt die Gruben,dieErzlager und das ganze Inventar im Wert zusammenzustellen.

Der Wert beider Gruben wurde auf 370 000 Reichsmark geschätzt.

Allerdings stand zum Schluß im Gutachten da der Wert der Gruben Null sei weil die Weltmarktpreise für Erze stark gesunken seien die Preise um mehr als 50% gefallen sind und somit ein weiterer Abbau in bisheriger Weise keinerlei Gewinn mehr brächte.

Trotzdem ging der Grubenbetrieb ab Juli 1948 weiter auch lag genug Erz auf Halde was verkauft werden konnte.

Auch wurde wieder Schiefer abgebaut da eine Nachfrage bestand wegen des Wiederaufbaues von Deutschland nach dem Krieg.

Mit nur 25 Bergleuten konnte nur eine Schicht gefahren werden.

Als die Flotation in Bad Ems wieder ihren Betrieb aufnahm konnten die gebunkerten Erze verschickt werden.

Es wurden 99 t Rohschiefer gefördert und aus der 3. und 4. Sohle wurde im Monat 140 t Erz gewonnen.

1949 stellte man auf der 5. Sohle ,bei 215 m,fest das der Erzgang nicht mehr abbauwürdig war,ähnlich wie auf der Grube Theodor.

Da kein Erz mehr abgebaut werden konnte wurde das Bergamt in Bad Kreuznach in einem Schreiben informiert was an Grubensicherung und Rückbauten vorgenommen wurde,daraufhin wurde durch das Bergamt die Schliessung der Grube Gondenau am 17. November 1949 beschlossen.

Einige Miglieder der Belegschaft u.a. Fahrsteiger Julius Scheuer und Schießhauer Paul Bottler,wechselten zur Grube Theodor die noch bis 1959 betrieben wurde.

Zeitgleich,1959,wurde der Flotationsbetrieb in Bad Ems eingestellt.

Die geförderten Erzmengen in den 12 Betriebsjahren der Grube Gondenau war für die damalige Zeit,auch wegen der

"geringen" Größe des Bergwerkes und der schlechten Ausrüstung,erstaunlich hoch.

Auch wurden die Bergleute aus der Region des Hunsrück sehr fürsorglich von den Besitzern behandelt,man hatte eben Respekt vor der schweren Arbeit die geleistet wurde.

 

 

Dieser Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit,leider mußte ich feststellen das die alten Unterlagen nicht richtig aufgezeichnet wurden,auch ist die Lage mancher Gruben oder Stollen sowie manche Grubennamen mit der Lage nicht immer nachvollziehbar!!!!Mal wurde der Name einer Grube für einen Schacht verwendet und mal umgekehrt,auch verschiebt sich dadurch die Lage der Lokalitäten in den jeweiligen Beschreibungen ,besonders aus älterer Zeit,meisten auch durch Unkenntnis ,Interessenlosigkeit oder falscher Interpretation.