Weilmünster

WEILMÜNSTER

GRUBE MEHLBACH

Ein Neufund von der Grube Mehlbach

Im April 2013 konnte ich bei einer Grabung in der sog. Kupferkieshalde ein Aggregat von Pyrit xx finden.

Das Aggregat,2cm, ist der Endpunkt eines 5mm dicken Pyritganges den

das ganze Stück durchzieht.

Begleitmineralien sind Fahlerz, Ankerit und eine zweite, wesentlich kleinere Generation von Pyrit xx.

Die Pyrit xx sind alle in Kombi- nation Würfel/Oktaeder kristallisiert,wobei der Würfel vorherrschend ist.

PERFEKTER FAHLERZ X,5mm,Grube Mehlbach,Fund 1979

Links das ist der Haldenteil der Grube Mehlbach der damals die meisten Mineralienstufen,wie die Fahlerzstufe rechts,geliefert hat.

Der Fundzeitraum war 1979 bis 1981.

Dieser Haldenteil wurde schon so oft durchgewühlt das man nur noch mit einem Sieb was findet.

Weiter rechts ist ein weiterer Haldenteil der allerdings nur kleine Fahlerz xx

lieferte,keine anderen Mineralien außer

Ankerit- und Quarz xx natürlich.

DIE BERGBAUGESCHICHTE

DER GRUBE MEHLBACH

BEI WEILMÜNSTER IM TAUNUS

AUSFÜHRLICHE GESCHICHTE DER GRUBE MEHLBACH Teil 1-3

 

Um 780 wurde das Dorf Wilina,das spätere Weilmünster,in einer Urkunde über Eisenverhüttung erwähnt.

Erst wesentlich später,um 1495,wurde eine Verleihung für das Bergwerk "Schmiedchen" bei Rohnstadt erteilt.

Die Gewerkschaft bestand aus Ausländern,vermutlich Engländer.

Es wurde eine Bergordnung erlassen an die sich die älteste nassauische Bergordnung anschliesst.

Diese Bergordnung wurde am 13.Juli 1489 für das Bergwerk "Ratzenscheid" bei Siegen erlassen.

Eine der ersten Nachrichten für die Verleihung eines Schieferbruches bei Weilmünster stammt vom 25.Nov. 1534.

Der Schieferbruch wird vom Graf Phillip II von Nassau-Weilburg an Caspar Spitzfaden mit 3 Mitgewerken erteilt.

Die Dachschiefergrube lag "zu der großen Milnpach".

Wahrscheinlich die spätere Grube Germania.

Die Verleihung wurde mit der Bedingung verbunden das alle Erze dem Landesherrn vorbehalten sind.

Ein weiteres Bergwerk mit dem Namen"Hohenstein" kam 1535 in Aufnahme.

Es ist wohl das gleiche welches später die Blei-,Silber- und Kupfergrube "Höllgraben im Distrikt Hohenstein war.

Die offenen Stollen konnte man bis 2012 im augenblicklichen Steinbruch bei Weilmünster sehen.

In der am 2.März 1536 erlassenen Bergordnung wurde die Grube damals"St.Georg auf dem Hohenstein"genannt.

In dem Diabasbruch konnte ich verschiedene Mineralien des Erzganges finden,unter anderem rote Zinkblende xx,Bleiglanz xx und Kupferkies xx auf Dolomit xx.

In einer Urkunde vom 16. November 1536 ernennt der Graf Phillip II den Meinhard Wolff auf ein Jahr zum Bergmeister auf dem Bergwerke um Weilmünster.

Bisher gehörte der Bergmeister der Gewerkschaft an und hier wurde dieser zum ersten Mal als Beamter ,mit Dienstwohnung und 100 rheinischen Gulden, einer Bergbehörde,als welcher der Graf erscheint,genannt.

Zwischenzeitlich kam das Bergwerk Hessen-Zeche in Aufnahme.

Der Betrieb blieb aber,durch die Nachlässigkeit der landesherrlichen Beamten,erfolglos.

Ende des Jahres 1536 wird eine Grube St.Elisabeth-Fundgrube erwähnt.

Es standen nun bei Weilmünster 5 Bergwerke in Betrieb von denen jedoch keines eine Ausbeute abgab.

Aus den Akten um 1537 geht hervor das der Bergbau von den Gewerken noch Zubußen erforderte.

Anfang 1537 kamen weitere Bergwerke in Aufnahme um silberhaltiges Erz abzubauen.

Hier wurde zum ersten Mal das Metall Silber in Urkunden erwähnt, das war 1537.

Im September 1537 waren folgende Gruben in Betrieb.

Hohenstein,St.Elisabeth-Fundgrube,Hessen-Zeche,St.Georg,

David am Stornberg,Hl.Kreuz,Joachim und Gesellschaftsstollen.

Am 21.September 1543 wurde von Graf Phillip ein Gewerkentag in Weilmünster abgehalten.

Da die Ergiebigkeit des Weilmünsterer Bergbaues nicht sehr hoch war ist folgendes Protokoll vom Gewerkentag interessant.

Darin steht das seit dem 2.März 1543 ein Defizit von 54 Gulden entstanden war.

In Verzeichnissen von 3 Bergwerken wird die 1541 eröffnete Grube"Fundgrube auf dem Altenberg" erwähnt.

Weiterhin wird die Grube "Auf dem hohen Moll" erwähnt,die sehr bedeutend und ergiebig gewesen sen muß nach der langen Liste der Gewerken zu urteilen.

 

Am 10. Januar 1625 stellt ein Christian Lemp zusammen mit Heinz und Jost Heeß, den Antrag das "neuwe bergwerck uf der Milbach" wieder aufnehmen zu dürfen.

Nach genaueren Untersuchungen und Aussagen von Lemp ist die Grube "vor ettlichen jahren erbauet gewesen" und in Kriegszeiten von ungetreuen Bergherren und Arbeitern verlassen worden.

Es handelt sich hier wohl um die spätere Grube Mehlbach.

Eine genaue Zeitangabe wann die Erzgänge entdeckt wurden gibt es nicht.

Aber man kann annehmen das die ersten Abbauversuche noch ins 16.Jahrhundert fallen,etwa um 1580.

Die Belehnung ist dann aber als verfallen erklärt weil die Gewerken die ausgeschriebenen Zubußen nicht entrichteten.

Erst 1739 will der Amtmann Archenholz das verfallene Bergwerk wieder in Aufnahme bringen.

Er errichtet um 1740 ein Grubenhaus.

Archenholz wird später Regierungsrat,fiel aber dann bei Hof in Ungnade und verließ Nassau.

Sein Mitgewerke ,ein Hein von Trieb, baute dann die Grube weiter aus,aber sehr nachlässig.

Als keine Zubußen entrichtet wurden ist auf Antrag des Bergoffiziers Baumann die Gewerkschaft beim Oberbergamt in Weilburg "caduziert" (als verfallen) worden.

Um 1750 wurde die Grube Mehlbach an den Obersalzgrafen und Kammerrat Waitz von Eschen aus Kassel verliehen(Adoptivsohn des kurhessischen Obersalzgrafen und Kammerrat Waitz der zeitgleich für den Abbau in der Grube Alter Mann zuständig war)

Während dieser Abbauperiode stellten sich die gewünschten Erfolge ein.

Es wurden Silbererze mit einem damaligen Wert von 150000 Reichstaler gefunden.

Bereits im 2. Halbjahr von 1750 lieferte die zugehörige Hütte in Klein-Weinbach 518 Mark Mehlbacher Blicksilber(angereicherte Blei-Silber-Legierung wo dann im Treibofen durch Oxidation des Bleies reines Silber gewonnen wird) an die Münze in Weilburg.

Im Jahre 1751 wurde für die Kinder der Bergleute eine Schule eingerichtet.

Der Unterricht wurde durch den damaligen Lehrer Knartz aus Rohnstadt gehalten.

1752 wird,durch den großen Erfolg bedingt,ein weiterer Ausbeutetaler in der Weilburger Münze geprägt.

Die Grube Mehlbach verfügt zu diesem Zeitpunkt über 10 Schächte und zahlreiche Stollen und Gesenke.

Der inzwischen zum Geheimrat ernannte Waitz von Eschen schenkte die Grube 1761 seinem Sohn der Kriegsrat in Kassel war.

Der Sohn besaß aber nicht die bergmännische Erfahrung seines Vaters.

1763 wurden in der Grube Mehlbach und Hohenstein gute Erzanbrüche gemeldet,in den Jahren danach aber rückläufig.

Ein Jahr vor dem Tode des Geheimrates Waitz von Eschen um 1775 fiel die Grube wieder ins Freie.

Es gab 1775 eine neue Verleihung an den Hofmarschall Moritz von Geispitzheim.

Darin steht das es den Mitgewerken und Legenträgern,laut Verlei- hungsurkunde,gestattet ist "durch die Rohnstädter und Aulenhäuser Gemarkungen den Weilmünsterer Bann bis auf die Weilbach",den Bergbau zu verfolgen.

Es konnten aber keine weiteren Erzfunde gemacht werden.

Es folgte wieder eine längere Ruhezeit.

Um 1833 gab es weitere Versuche,es wurde der Kneisselstollen

wieder aufgewältigt,es wurde kein Erz gefunden.

Man fand festes Grüngestein(Diabas),die Gangtrümer erschienen schwach,rau und nicht bauwürdig.

Zwischenzeitlich gehörte die Grube Mehlbach zum Sozietäts-

inventar der Firma Buderus,das war am 31.12.1836.

(LINKS GEHTS WEITER)

 

Kupferkies xx,Grube Mehlbach,vom 1. Lichtschacht,Fund 2009,BB 10 cm

Bleiglanz x ,Ktl. 2cm,auf Ankerit ,Grube Mehlbach,

DIE PRIMÄREN MINERALIEN DER GRUBE MEHLBACH

 

BLEIGLANZ wurde während des Abbaues in 6-7 cm großen xx gefunden.

Ich konnte auf der Halde noch 1-2cm große xx finden und einen parkettierten x von 4cm Kantenlänge.

Die sind meistens in der Kombination Würfel-Oktaeder kristallisiert,wobei der Würfel vorherrschent ist.

Begleitet werden die Bleiglanz xx immer von Ankerit,ist ja die Matrix,iin xx und Quarz xx.Fahlerz-und Kupferkies xx sind dagegen seltene Begleiter.

Die Bleiglanz xx sind stark silberhaltig,anders als z.B. bei der Grube Alter Mann.Der Silbergehalt ist so groß das man die weiße Oxidschicht mit Wasser und einer Bürste in kurzer Zeit problemlos entfernen kann und der x darunter glänzend erscheint.

 

BLEIGLANZWÜRFEL,15 mm Kl. Grube Mehlbach,Fund 1980

FAHLERZ von der Grube Mehlbach kristallisiert in der typischen Tetraederform aus.Bis zu einer Größe von 5mm konnte ich etliche Stufen finden.Kristalle über 1cm sind seltener aber ich habe einen X gefunden der 2cm Kantenlänge erreicht hat.

Da das Fahlerz gleichermassen Antimon und Arsen enthält nennt man es Mischfahlerz.

Das Fahlerz hat einen Silbergehalt von über einem Prozent,dadurch sind die xx nicht so stark mit Tirolit überzogen.

Die Begleiter von Fahlerz sind,wie bei allen Erzen,Ankerit- und Quarz xx,selten Kupferkies xx.

 

KUPFERKIES konnte ich als Überzug auf Fahlerz xx finden,teilweise kommen auch Kupferkiesnadeln neben Zinkblende vor.

Während des Abbaues konnten auf der Grube xx bis 3cm gefunden werden,die war bis 1985 auf der sog. Kupferkieshalde möglich die heute fast nicht mehr vorhanden ist da sie im laufe der vergangenen Jahre von der Firma Buderus abgefahren wurde um als Schlackebildner für den Eisenschmelzprozess zu dienen.Dadurch wird die Eisenschmelze "gereinigt".

Ich konnte die Kupferkies xx fast nur auf Ankerit xx finden,dann waren sie immer noch 2cm groß aber immer nur 2-3 xx auf einer Stufe,selten mehr.Kleinere xx bis 5mm konnte ich nur sehr selten auf Quarz xx finden.

Selten habe ich Kupferkies xx in Begleitung anderer Erze gefunden,nurmanchmal als Träger von Zinkblende xx.

Die großen xx sind meist stark gerieft und mehrfach verzwillingt und leider häufig mit einer dünnen Ankeritkruste überzogen.

 

KUPFERKIES XX auf QUARZ XX,Grube Mehlbach,Sigmundschacht Fund 2009,BB 11cm

PYRIT kommt natürlich auch auf der Grube Mehlbach vor,denn wo so viele Sulfite vorkommen darf Pyrit nicht fehlen.

Der Schwefelkies bildet sehr schöne ,bis 3mm große,xx.

Bisher habe ich xx als Oktaeder und Pentagondodekaeder gefunden.

 

ZINKBLENDE xx konnte ich nur in schlecht ausgebildeten ,bis 2mmgroßen ,roten xx auf Kupferkies xx oder neben Bleiglanz xx finden.

Zinkblende xx sind wirklich selten von hier.

 

QUARZ xx konnte ich immer in Begleitung von Erzen finden.

Allerdings kommen die Erzmineralien auch auf Ankerit vor,das unterscheidet die Grube Mehlbach z.B. von der Grube Alte Hoffnung bei Weyer hier kommt nur Erz vor wenn ein Quarzgang dabei ist.

Ähnlich ist es auch bei der Grube Alter Mann.

Die xx bildeten hier auch gerne Doppelender aus,in lang-und kurzprismatischen xx bis 15mm.

 

ANKERIT xx kann man heute noch auf den Halden finden,es ist immerhin die Gangart(sind Nicht-Erze in erzführenden Gängen).

Die xx haben bei frisch aufgeschlagenen Stücken noch ihre weiße bis hellbraune Farbe,in den Vererzungszonen hingegen wird der Ankerit dunkelbraun bis schwarz.

Ich konnte auch eine Stufe mit fast klaren xx finden.

Auch konnte ich immer wieder Ankeritstufen in kugeliger Form finden.siehe unten.BB 15cm.

CALCIT konnte ich selten,aber immer wieder einzelne xx auf kleineren Stufen in linsenförmigen xx finden.

Auch bilden flachtafelige xx größere Aggregate die mit ihren Schmalseiten nach oben auf Ankerit xx sitzen.

 

SIDERIT bildet Kristallrasen mit 1mm großen trigonalen xx die dann die ANKERIT-und QUARZxx überziehen.

 

ASPHALTIT ist ein Gemenge aus oxidierten Glieder der Methanreihe und hat einen hohen Schwefelgehalt.

Asphaltit kommt in Quarz-und Ankeritxx vor.Als Begleiter sind häufig Kupferkies xx dabei.

 

DOLOMIT kommt sehr,sehr selten in rhomboedrischen, weißgrauen Kristallen vor.

 

BOURNONIT ist zwar in der Literatur(Hessenfundbuch von H.J.Wilke,selbst hier wurde der Bournonit mit einem Fragezeichen versehen) über den Taunus einmal erwähnt und immer ist wieder abgeschrieben worden,aber das war wohl Wunschdenken.

Denn selbst die Kombination Fahlerz/Bournonit ist so selten das sie nur von weltweit wenigen Fundorten wie z. B. bei PULACAYO/

POTOSI/Bolivien bekannt sind.Und diese Lagerstätte ist so reich an Erzen das selbst hier diese Kombination sehr selten ist.

Auch habe ich selbst sehr viele Fahlerzstufen gefunden und es war bestimmt kein Bournonit dabei.

Wer meint eine Stufe zu kennen oder zu besitzen möge mir ein Beweisfoto schicken.

Natürlich ist besonders die Matrix interessant!!

Kugelige Azurit xx auf Ankerit xx,Fund 1984,bb2cm

AUSFÜHRLICHE GESCHICHTE DER GRUBE MEHLBACH Teil 2

Zwischenzeitlich wurde ein Gutachten von den Bergverwaltern

H.H. Jacobi,Harald v. Hyssen und Erhardt erstellt.

Folgendes ist daraus zu entnehmen.

 

Die Grubenbaue haben Längen von 450 Lachter und bestehen aus drei Stollen,dem oberen und mittleren Kneisselstollen sowie dem tiefen Stollen.

Über dem mittleren Stollen und tiefen Stollen stehen 10 Schächte.

1.der Rollbringer Schacht 2.der neue Kunst-Schacht(diente nur zur Wasserentsorgung)(ca. 28 Lachter Teufe)3. der Backofen-Schacht

(19 Lachter)4.der alte Kunst-Schacht(29 Lachter Teufe mit Verbindung zum Tiefen-Stollen. 5. der schwarze Schacht(18 Lachter Teufe)6. der Sigismund-Schacht(36 Lachter mit Verbindung zum Tiefen Stollen)7. der Schäfer-Schacht (15 Lachter Teufe) 8. der August-Schacht 9. der Friedrichs-Schacht (18 Lachter).10.der gelbe Schacht(20 Lachter).

Der stärkste Abbau wurde auf eine Länge von 200 Lachter über der Sohle des mittleren Stollens geführt.

Erhardt kommt,nach der bisherigen Beschreibung über den Abbau zu dem Schluß das zwischen dem mittleren und oberen noch mindestens 1800 Quadratlachter Firstmittel anstünden.

Bei einer Mächtigkeit von 5 Zoll kann in diesem Mittel 36000 Ztr.Erze gewonnen werden.

Auch im Bereich des tiefen Stollens sind noch Erze zu gewinnen,dieser müsse weiter zu Felde gebracht werden und den Gang noch weiter auszubauen.

"Man brauche nur die Karte anzusehen,um zu der Überzeugung zu kommen,daß die Alten gewiß solche ausgedehnten Bau nicht stets in tauben Mitteln geführt hätten und wenn der Betrieb nicht lohnend gewesen wäre nicht zu dieser Ausdehnung gelangt.Wie bei der Holzappler und Emser Grube würden die Gänge in der Teufe sicher auch auf der Mehlbach mächtiger und edler.

Hier habe man bisher ja nicht einmal die Talsohle des Gebirges erreicht".

Erhardt empfahl deshalb den Ausbau und Aufschluss zu intensivieren und eine Dampfmaschine zum Einsatz zu bringen.

Die Kohlen könnten billig als Rückfracht von den Eisensteinfuhrleuten von Aumenau zur Grube gebracht werden.

Die in der Nähe gelegene Lahnbahn(bei Aumenau)sei auch für die Grube von großem Nutzen.

 

Trotz dieses positiven Gutachtens wurde der Grubenbetrieb nicht wieder aufgenommen.

Am 3.Oktober 1870 wird die Grube Mehlbach an den Revisionsrat Joseph Baumann aus Bad Ems verkauft.

Im Februar 1871 bekommt Baumann die Verleihungsurkunde vom Königl. Oberbergamt Bonn.

Die Ausdehnung der Grube erstreckt sich über die Gemarkungen der Gemeinden Rohnstadt,Weilmünster,Aulenhausen,Weinbach und Blessenbach.

Der Flächeninhalt beträgt 467746 Quadratlachter.

Es werden keine Erfolge bekannt.

1880 kam es zur Überschreibung der Grube an einen Georg Winter aus Höchst.

Fünf Jahre später ,1885, wurde die Grube Mehlbach an den Nassauischen-Schiefer-Aktien-Verein in Frankfurt,überschrieben.

Der Verein betrieb auch die Schiefergrube "Germania Tiefbau" zwischen Weilmünster und Laubuseschbach.

Der Bergverwalter Carl Freud wird betrieblicher Repräsentant der Grube Mehlbach.

Es werden alte Schächte aufgewältigt,Stollen aufgefahren,Gesenke abgeteuft,Überhaue in die Höhe gebrochen und Querschläge getrieben.

Man ließ nichts unversucht um an das begehrte Silberhaltige Fahlerz zu gelangen.

1890 werden 516 Kilo Fahlerz an die Firma S.U. Goldschmidt+ Söhne nach Braubach in die Silberhütte gesandt.

In der Zwischenzeit wurde eine Dampfmaschine aufgestellt,und(wie es Erhardt 1864 empfahl)mit der Abteufung eines Maschinen-

schachtes begonnen.

Trotz dieser Anstregungen wurde kein weiteres Erz gefördert und der Betrieb wurde 1893 eingestellt.

Im August 1899 kam es zum Verkauf der Grube Mehlbach durch den Nassauischen Schiefer-Aktien-Verein,Frankfurt a. M. an die Kaufleute Lorenz Wiebels und Gustav Langendorf aus Düsseldorf.

Wiebels und Langendorf kauften die Mehlbach für die Gewerkschaft "Wolfgang" aus Berlin.

Der Betriebsplan dieser Gewerkschaft sah vor alle Maschinen wieder in einen betriegsfähigen Zustand zu versetzen.

Der Maschinenschacht wird instandgesetzt und wieder befahrbar gemacht.

Weiterhin soll dieser abgesümpft(ausgepumpt) und später weiter abgeteuft werden.

In Berlin wird gleichzeitig ein neuer Repräsentant für die Grube Mehlbach gewählt,ein Bankier Herzfeld aus Berlin,statt Wiebels.

Weiterhin ist in einem Nachtrag des Betriebsplanes vom 14.6.1900 zu lesen "das von der Wasserhaltungsmaschine über eine Transmission(mechanische Verbindung,Riemen oder Wellen)eine Primärmaschine zur Erzeugung von elektrischer Energie bedient werden soll".

Es wurden daraufhin drei Kabel in die 1. und 2. Tiefbausohlen gelegt für elektrisches Licht.

Auf beiden Sohlen sind elektrische Pumpen vorgesehen und auf der 2. Sohle eine elektrische Bohrung.

Die Zuleitungskabel sind aufgebaut aus einem Kupferkabel mit 16 mm2 Durchmesser,geprüft auf 2000 Volt Gleichstrom mit Kautschukumhüllung,dann einer Bleimantelhülle,wieder eine Kautschukumhüllung,dann eine Umhüllung aus verzinktem Eisendraht und zuletzt eine Umhüllung aus geteertem Hanf.

Die Spannung betrug 110 Volt Gleichstrom.

Aus den Betriebsbereichten von 12.1.1901 ist zu ersehen das der Maschinenschacht eine Teufe von 125 Meter erreicht hat.

Eine weiter Tiefbausohle wurde angelegt sowie ein Füllort und nach Osten und Westen wurden je 27 m Strecke aufgefahren.

Dabei sind Fahlerzgänge aufgeschlossen worden.

Die Gangstrecke auf der 1.Tiefbausohle betrug 545m,die der Querschläge 525m.

Auch hier wurden silberhaltige Blei-und Fahlerze gefunden.

Im April 1901 besteht die Belegschaft aus 11 Mann,Betriebsleiter ist der Obersteiger Becker aus Aumenau.

Betriebsführer ist der Steiger Neeb aus Laubuseschbach ,Grubenaufseher der Oberhauer Wilhelm Lohr aus Laubuseschbach.

Maschinenmeister ist Heinrich Bloch aus Laubuseschbach.

 

ENDE 2. Teil

AZURIT XX,Vergrößerung vom Bild oben links

Massiver Fahlerzgang mit Limonit und Verwitterungsmineralien,Grube Mehlbach,Sigmundschacht,Fund 2007,BB 12 cm

Steinbruchwand Stbr.Weilmünster,der dunkle Bereich ist die Abbauzone der Grube Höllgraben

DIE SILBERMINERALIEN DER GRUBE MEHLBACH

Die Silbermineralien von der Grube Mehlbach konnte ich nur sehr,sehr selten finden.

Es sind wirklich nur einzelne Stufen die die verschiedenen Silbermineralien in verschiedenen Paragenesen tragen.

Proustit xx sind genauso selten wie die anderen Silbermineralien und es gibt nur sehr kleine xx.

Auf dieser Abbildung sind gleich zwei der Silbermineralien ,oben links auf dem Quarz x sind Akanthit xx zu sehen.

Unten in der Mitte ein Erstfund für den Taunus(leider schwer zu foto-

grafieren da die Höhlung sich nicht weiter kippen läßt),ein hexagonaler Stephanit x.Die xx sind 1-2mm groß.

Der x neben dem Akanthit ist ein Zinkblende x der mit einer dünnen Akanthithaut überzogen ist.

Es konnten von mir bisher 2 .Stufen mit Akanthit xx gefunden werden.

Die zweite Stufe mit Akanthit x trägt als Begleiter noch einen Polybasit x(siehe untere Abbildung).Alle Funde 1979.

Neueste Funde bestätigen den Akanthit.

Der Polybasit x ist typisch sechsseitig kristallisiert.

Die xx sind unregelmäßig aufeinander gewachsen und besitzen die dem Polybasit typische Dreiecksstreifung.

Da die xx max. 1mm sind erscheinen diese rötlich durchscheinend.

Als Begleiter kommen Akanthit x,Fahlerz x,Quarz xx und Ankerit xx vor.

Proustit xx,klein aber fein,Grube Mehlbach,BB 1 cm,Fund 1979

KUPFERKIES XX auf Quarz xx und Ankerit xx,Grube Mehlbach,Fund 1977,BB 10cm

Mauerung des Maschinenschachtes

Von links nach rechts,Haupthalde mit Maschinenschacht,Sigmundschacht,2.+3. Lichtschacht

Gemauerter Schacht in der Nähe des untersten Stollens

KARTE mit den Grubenfeldern der Grube Germania

PYRIT XX mit ged.Selen xx,Grube Germania,Fund 1984,BB 2cm

Einer der Stollen der Grube Germania

Rote Zinkblende,sog.Rubinblende,Grube Höllgraben,Fund 1988,BB 12cm

Bleiglanz xx Grube Höllgraben,Fund 1989,BB 9cm

Kupferkies xx,Grube Höllgraben,Fund 1991,BB 14cm

Zu Kugeln aggrigierte Pyrit xx auf Calcit xx,Grube Höllgraben,BB 10cm

Kupferkies xx auf Dolomit xx ,Grube Höllgraben,Fund 1990,BB 11 cm

Chromphyllit auf hellem Tonschiefer

PROUSTIT XX Grube Mehlbach,Fund 1982,BB 1 cm

Fahlerz xx,bis 6mm,auf Quarzmatrix,Grube Mehlbach

PYRIT XX AUF QUARZMATRIX, Grube Mehlbach,Fund 1985

FAHLERZ xx auf Quarzmatrix,BB 10cm,Grube Mehlbach

FAHLERZ XX auf Quarz xx,BB 11cm,Grube Mehlbach

BLEIGLANZ X,2cm,auf Ankerit,Grube Mehlbach

QUARZ xx auf ANKERIT XX,Grube Mehlbach

Fahlerz x,Grube Mehlbach,Fund 1981,BB 3cm

Wann die Besitzer wieder wechselten ist nicht bekannt.

Vom neuen Besitzer wurde der gelbe Schacht aufgewältigt und von der Sohle aus ein Stollen ins Hangende getrieben.Es wurde wieder Grüngestein gefunden und nach 18 Lachtern keine Spur von einem Erzgang.Daraufhin wurden nur kleine Versuche unternommen und die Grube weiter Instand gehalten. Im September 1847 teilt Bergrat Winter Herrn Sandberger mit das die Grube wegen Nichtbetriebes ins Freie gefallen ist.In den folgenden 3 Jahren werden immer wieder Gesuche auf Mutung gestellt und im August 1850 wird die von Bergrat Winter als nicht mehr befahrbar erklärt.Es wurde keine Belehnung mehr erteilt sondern nur noch Mutungen um die Gänge kennenzulernen.

Am 20.November 1854 wird eine Mutung an Friedrich Baumann aus Wiesbaden erteilt.Die Mutung wird immer wieder verlängert und bei einer Besichtigung von Bergaccessist Ulrich aus Weilburg stellt dieser fest das die Angaben stimmen das man den tiefen Stollen auf 150 Lachter verbaut hat.Der Ausbau wurde unter der Aufsicht von Steiger Wirbelauer aus Laubuseschbach vorgenommenIm September 1863 verkauft Baumann die Grube ,da ihm das Geld fehlt um den Ausbau in Gang zu bringen,an den Bergverwalter Theodor Kunz aus Oestrich und einen H. Waldenberg aus Breslau dem dann auch die Grube Mehlbach neu verliehen wurde.

Dieser beabsichtigte aber 1864 die Grube weiter zu verkaufen an eine Aktiengesell-

schaft.

Die Grube wurde vom Generaldirektor der Aktiengesellschaft einem Graf von Bohlen sowie einem Geheimen Oberbergrat von Carnall besichtigt.Weiter ist nichts bekannt.

ENDE TEIL 1

 

FAHLERZ xx stecken im Ankerit,Grube Mehlbach,Fund 1980,BB 10cm

KUPFERKIES xx auf ANKERIT xx,Grube Mehlbach,Fund 1976,BB 12cm

FAHLERZ xx in massivem Fahlerzstück,Grube Mehlbach,Fund 1982,BB 7cm

FAHLERZ xx auf Quarz xx,Ankerit xx,Grube Mehlbach,Fund 1979,BB 8cm

KUPFERKIES X auf Ankerit xx mit Quarz xx,Grube Mehlbach,Fund 1974,BB 7cm

Große KUPFERKIES XX auf ANKERIT XX ,Grube Mehlbach,Kupferkieshalde,Fund 1974,BB 12cm

PYRIT XX,Pentagondodekaeder,Grube Mehlbach,Fund 2012,BB 4cm

QUARZ XX Doppelender,Grube Mehlbach,Fund 1979,BB 4cm

CALCIT xx,Grube Mehlbach,Fund 1979,BB 7cm

 

SEKUNDÄRE MINERALIEN sind von der Schachthalde nicht bekannt,dennoch konnte,besonders Azurit von mir gefunden werden.

Azurit xx in kugeliger Form auf Ankerit xx!

Außerdem ein Stück mit verschiedenen sekundären Mineralien wie Azurit xx, Malachitxx,Cerussitxx und Pyromorphitxx allerdings in kleinen ,schlecht ausgebildeten xx.

Eine weitere Kleinstufe mit Malachit oo und weißen Pyromorphit xx(wahrscheinlich As-haltig).

Und eine Kleinstufe mit Pyromorphit xx und Tirolit oo auf einem Fahlerz x.

Weiterhin noch eine Kleinstufe mit Erythrin oo.

Chrysocoll ist recht selten im Nebengestein zu finden.

So auch Brookit(TiO2) in quarzführendem Diabas.

Es ist schon länger bekannt das der Diabas im Taunus titanhaltig ist,so sind z.B. Anatas xx vom Stbr. Philippstein, Stbr.Altenkirchen und von der Grube Alter Mann bekannt.

Nach alter Literatur ist auch Zinnober in der

Grube Mehlbach gefunden worden.

Spertiniit oo kommen in,hellblauen, miteinander verwachsenen Kügelchen neben Azurit vor.

Einzelne ,hellblaue Kügelchen,bildet auch der Richelsdorfit der auch neben Schulenbergit vorkommt.

Auch Serpierit in typisch nadelig-faserigen xx kommen vor,sowie Schulenbergit in glänzenden ,schuppigen,Kristallen.

Auch Chromphyllit(alte Bezeichnung nach Sandberger war Chromophyllit) kann in smaragdgrünen Partien, im hellen Tonschiefer,gefunden werden.

Auch von Grube Neue Hoffnung bei Wellmich bekannt.

Weißer Pyromorphit und Malachitkugeln,BB 15mm

Pyromorphit xx mit Tirolitkugeln auf Fahlerz x,BB 15mm

PYRITSTUFE nur aus xx bestehend,Grube Mehlbach,BB 15cm,Fund 2012,von der sog.Kupferkieshalde

Fahlerzstufe,BB 10 cm

BLEIGLANZ X,x 35 mm,parkettiert auf Quarz -und Ankerit xx,Fund 1980,BB 8cm

FAHLERZSTUFE ;Grube Mehlbach,Fund 1980,BB 8cm

FAHLERZ xx auf Quarzmatrix,Grube Mehlbach,BB 7cm

DER ERSTE LICHTSCHACHT

auch Sigmundschacht genannt,ist in den vergangenen 10 Jahren immer wieder ein Anlaufpunkt für viele Sammler gewesen.

Sei es um zu graben oder einfach nur um abgeregnete Stücke aufzulesen.

Denn das Blau der Azurite ist leicht zu ent-

decken wenn es saubergeregnet ist.

Allerdings habe ich die Stücke unten erst durch graben gefunden.

AZURIT XX,Grube Mehlbach ,Sigmundschacht,Fund 2007,BB 10cm

SPERTINIT OO,Sigmundschacht,Fund 2012,BB 1cm,

MALACHIT OO in Limonit mit verwittertem Fahlerz, Grube Mehlbach,Sigmundschacht,Fund 2007,BB 10cm

Weiterhin kann man an verschiedenen Stellen des Sigmundschachtes ,in 1-2m Tiefe,ver-schiedene Silbermineralien finden.

Fahlerz xx, teilweise größer als von der Haupthalde.

Andere sekundäre Mineralien, außer Azuritxx und Malachit xxoo ,sind Tirolit xx ,Serpierit xx,Rosasit xx und als Seltenheit Spertiniit xx (ein Erstfund für den Taunus von M.Schur), Langit xx, Cerussit xx Pyromorphit xx in grau,schwarz und grün.

Ged.Silber,vereinzelt in winzigen Locken.

PYROMORPHIT XX,Grube Mehlbach,Sigmundschacht,Fund 2006,BB 2cm

DOLOMIT XX,sehr selten,Grube Mehlbach,BB 4cm,F.1984

AUSFÜHRLICHE GESCHICHTE DER

GRUBE MEHLBACH Teil 3

Aus einer Mitteilung vom 12. Juni 1901 vom Rechtsanwalt Jonas aus Weilburg geht hervor daß die Gewerkschaft Wolfgang in Konkurs gegangen ist.

Das Dachschieferbergwerk von Essershausen gehörte auch der Konkursmasse an.

Nach diesem Konkurs wurden die 100 Kuxe der Grube Mehlbach an Generalleutnant a.D. Ernst von Peterdorf Exzellenz zu Schwerin in Mecklenburg verkauft.

Das geschah mit Genehmigung des Gläubigerausschusses.

Kurze Zeit darauf,im September 1901,wird durch den Gläubigerausschuss die gesamte Aktivmasse an den Generalleutnant a.D. Petersdorf verkauft.

Darin waren die Kuxe der Gewerkschaften Alter Mann bei Langhecke,Bleiberg bei Wolfenhausen,Goldgraben bei Weinbach und Bangertsheck bei Klein-Weinbach enthalten.

Den Leihvertrag mit der Firma Siemens+

Halske über die Stromübertragungsanlage wird vom Käufer der Aktienmasse über-

nommen.

Bergwerksdirektor Julius August Ansorge wird von von Petersdorf eingestellt um den Betrieb in Gang zu bringen.

Betriebsführer bleibt weiterhin Steiger Neeb.

Am 16. Oktober 1901 wird Bergwerks- direktor Ansorge zum Repräsentanten aller Gewerkschaften gewählt die von Petersdorf gehörten.

Kurze Zeit später kam es zu Reibereien zwischen Direktor Ansorge und den Steigern Neeb und Gerlach.

Gerlach wurde daraufhin entlassen.

Am 20. Januar 1902 unternimmt Gerlach einen Mordversuch in dem er auf Steiger Neeb schießt,ihn aber nicht trifft.

Die Flucht Gerlachs mit der Eisenbahn endet in Limburg wo ihn die Polizei verhaftet,später wird er wieder freigelassen.

Da Gerlach sich mit gefährlichen Schußwaffen im Wald und auf dem Betriebsgelände aufhält und Neeb sowie die Bergleute Lahr und Egert,

die Neeb damals zur Hilfe kamen,bedrohte

"alle drei totzuschießen" wird Gerlach am 16.Juni 1902 zu 5 Monaten Gefängnis

"wegen Bedrohung" verurteilt.

Der Grund für die gesamten Vorkommnisse sind darin zu suchen das die Auszahlung der Löhne seit Anfang des Jahres 1901 immer unregelmäßiger erfolgte.

Verschiedentlich streikten die Bergleute auf der Mehlbach.

Gerlach bedrohte und ohrfeigte die Bergleute und wurde auf Anordnung von Bergrat Polster entlassen.

Nachfolger wird Neeb.Trotzdem zahlt Ansorge Gerlach denselben Lohn(125M)wie Neeb.

Ansorge wird von Bergrat Polster für die bisherigen Vorfälle angezeigt.

Das Verfahren wird aber eingestellt.

Seit 1901 fanden bis jetzt keine größeren Arbeiten statt und am 15.August 1902 teilt

von Petersdorf mit das die Arbeiten auf der Grube Ende des Monats eingestellt werden.

Ansorge teilt sofort mit das der Betrieb bis September gesichert sei.

Am 18. August 1902 teilt von Petersdorf mit das der Betrieb Ende September nun entgültig eingestellt wird.

Bis Ende Oktober wird noch Geld bewilligt um die Grube wasserfrei zu halten da sich Aussichten für einen Verkaug ergaben.

Einige Zeit später,am 8.November 1902,wird von Direktor Ansorge mitgeteilt das sämtliche Arbeiten auf der Grube Mehlbach eingestellt seien.

Bergrat Polster wird wohl von von Petersdorf um Rat gefragt was den Weiterbetrieb der Grube Mehlbach betraf,denn in einem Brief vom 13. November 1902 schreibt von Petersdorf an Bergrat Polster :"Hiermit schließt eine Periode ab,die mit so guter Absicht begonnen war und mit einem so kolossalen Verlust für mich endet".

Er dankt Bergrat Polster für dessen Unterstützung und den Rat der mich zum Entschluß der Schließung von Mehlbach veranlaßte und mich vor noch größeren Verluste bewahrte.

Weiterhin schrieb er: "Ich befinde mich für längere Zeit hier(?)in einer Behandlung,welche geeignet erscheint,meine total ruinierten Nerven wieder zu beruhigen und zu kräftigen.

Das ist das Ergebnis von Wolfgang".

Es vergehen fast sechs Jahre bis sich wieder etwas tut auf der Grube Mehlbach.

Am 14.April 1908 wird W. von Dulong zum Repräsentanten der Grube Mehlbach gewählt.

Als Substitut wird Bergassessor W.Thometzek aus Langhecke gewählt.

Nach 12 Jahren,im Jahre 1920,schreibt v. Dulong an Bergrat Polster das es ihm nicht gelungen sei die Grube Mehlbach wieder zu eröffnen oder zu verkaufen.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Rittergutsbesitzer v. Dulong im Besitz von 19 Eisensteingruben.

Ende der 20er Jahre ging die Firma in Konkurs.

Der Obersteiger Müller teilt am 11.Februar 1921 das der Schacht der Grube Mehlbach zugeworfen ist.

Damit ist nach mehr als 300 Jahren,mit, eine der am längsten in Betrieb befindlichen Gruben im Taunus für immer geschlossen.

 

Ende Teil 3

 

Resthalde der einst so riesigen Kupferkieshalde die mal 7m hoch und 30m lang war.

Fundament des Fördergerüstes der Grube Mehlbach

In der Bildmitte Fahlerzfundstelle der 60er Jahre

Unterster Stollen im Talbereich,der Kneisslstollen

Halde des untersten Stollens

"Gestrickter Kupferkies auf Quarz xx,Grube Mehlbach,BB 2cm,Fund 1987

Ein sehr seltener Fund eines Tennantit x von der Grube Mehlbach,normalerweise gibt es hier nur Mischkristalle von Fahlerz,d.h. As und Sb -haltig.

Tennantit enthält nur Antimon(Sb).

Historische Auszug einer Verkaufsliste,von 1777, eines verstorbenen Naturalien- sammlers aus Frankfurt am Main mit dem Beweis des Silbererzabbaues im braunem Gebürg(Ankerit)an der "Obern Arbeit"(wahrsch. der Sigmundschacht).

DIE DACHSCHIEFERGRUBE

GERMANIA

BEI ROHNSTADT

Die Dachschiefergrube Germania liegt am öst-lichen Ende des Erzganges der Grube Mehlbach.

Während des Schieferabbaues wurden zahlreiche Quarz-,Calcit- und Siderit- gängchen angefahren.

Vielfach konnte ich noch in den 1980jahren xx in und auf den Gangarten finden.

Aus einem Stollen konnte ich eine Stufe bergen die auf den ersten Blick nichts ungewöhnliches trug außer ein paar Pyrit- und Siderit xx.

Bei genauerer Betrachtung unter dem Stereomikroskop konnte in auf den Pyrit xx einen Überzug mit silbernen,nadeligen xx entdecken.

Ich schickte eine Probe zur weiteren Bestimmung an ein Institut.

Das Ergebnis war überraschend.

Gleich zwei Erstfunde für das Gebiet des Taunus.

Auf der Stufe befanden sich ged. Selen (Se)als silberne Nadeln und kleine,würfelförmige xx die als Clausthalit (PbSe)bestimmt werden konnten.

Ged. Selen xx und Clausthalit xx,Grube Germania

(REM-Aufnahme)

Belegschaft von der Grube Germania vor dem Förderturm

GRUBE HÖLLGRABEN

im Diabas-Steinbruch

bei Weilmünster

 

Die Grube Höllgraben befand sich im Stbr. bei Weilmünster.

Man konnte bis vor kurzem(2012) noch die beiden Stollen in der rechten Stein- bruchwand erkennen.

Das im Bereich alter Bergbaue Steinbrüche eröffnet werden ist im Taunus keine Seltenheit. Kann man doch vor Eröffnung eines Steinbruches sich auf der Halde informieren welches Gestein sich im Inneren des Berges befindet.

Im Steinbruch konnte ich früher(1988-1994) im Bereich der Vererzungszonen der Grube Höllgraben verschiedene primäre Erze finden.

Bleiglanz xx bis über 1cm konnte ich in einem mit Limonit gefüllten Gangbereich finden, was sehr merkwürdig war für solche ein Vorkommen.

Zinkblende konnte ich und auch andere Sammler in roten xx in und neben Calcit xx finden.

Die Zinkblende xx werden bis 5mm groß.

Weiterhin Kupferkies xx bis 5mm auf Dolomitkristallen

von 5mm.Selten auf Pyrit xx.

Pyrit xx, bis 5mm, neben Calcit xx bis 5mm.

Der Pyrit kommt teilweise in kugeligen Aggregaten vor.

Als Rarität kommt Pyrrhotin in kleinen ,typisch tafeligen xx vor.

Zinkblende x auf Pyrit xx,siehe unten Vergrösserung, Grube Höllgraben ,Fund 1990,BB 8cm

Zinkblende x,4mm,auf Pyrit xx

Zinkblende xx,Calcit xx auf Diabas,Grube Höllgraben,Fund 1991,BB 12cm

Zinkblende xx mit Pyrit xx ;Grube Höllgraben,Fund 1990,BB 11 cm

Bleiglanz xx in einer Limonitmatrix,Grube Höllgraben,Fund 1987,BB 8cm

MINERALIEN AUS DEM TAUNUS

IN HESSEN UND RHEINLAND-PFALZ

Weitere Fundpunkte Grube Germania,Grube Höllgraben im Stbr.Weilmünster

Ein weiterer Fund gelang mir vor kurzem ,im Juni bei einer Grabung einer meiner ehemaligen Fundstellen auf dem Haldengelände der Grube Mehlbach.

Ein Bleiglanz x (rechts),2cm, in der Kombination Würfel-Oktaeder mit leichten Oxidationsspuren.Im Mai gelang einem anderen Sammler,B.T., auf einer anderen Stelle der Halde auch ein Fund von zwei Bleiglanz xx,das brachte mich dazu an meiner alten Fundstelle nochmal zu graben.

Ein interessanter Nachlesefund von einem Kupferkiesaggregat,2 cm.(siehe oben)

Bei näherer Betrachtung konnte ich noch einige,rote Zinkblende xx bis 2 mm entdecken.

Zinkblende ist von hier ja sehr selten, deshalb sprechen die Geologen,im Taunus, nicht von einer Blei-Zink-Kupfer-Vererzung sondern nur von einer Blei-Kupfer-Vererzung,da Zinkblende nur sehr selten auftritt.

DIE GRUBE MEHLBACH BEI WEILMÜNSTER

FAHLERZ XX mit Kupferkies xx ,Grube Mehlbach,Fund 2013,BB 7cm,